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Brandenburg

Zur aktuellen Situation am Brandenburger Theater – Gelungener Auftakt zur Spielzeiteröffnung trotz Katastrophen-Szenario

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von Anna Büge - Vorsitzende Förderverein „Freunde des Brandenburger Theaters e.V.“
erschienen am 27. Oktober 2016

Berichten wir zunächst kurz über die positiven Ereignisse:
auftakt-brandenburgDas Brandenburger Theater startete in die neue Spielzeit mit einem sehr gut angenommenen Theaterfest.
Es machte Lust auf mehr, mehr Brandenburger Theater mit Eigenproduktionen, mit neuen außergewöhnlichen Formaten und Programmpunkten für jede Altersgruppe, mit einem neuen Konzept in dem es so Vieles zu entdecken gab, im 199. Jahr dieser Spielstätte!
Die neue Bürgerbühne, das preisgekrönte Jugendtheater, die Symphoniker mit "Prinz Achmed" oder dem "Schneemann" unterwegs in einer außergewöhnlichen Funktion und, und .... wollten sich die vielen Besucher nicht entgehen lassen Es gab ein Kinder- und Familienprogramm,
alle Spielstätten des Theaters, darüber hinaus Orchestergraben, Probebühne, Proberäume, Technikräume u.a. hatten für die teilweise staunenden Besucher geöffnet.
Selbstverständlich waren auch wir vom Förderverein „Freunde des Brandenburger Theaters e.V" mit unserem Infostand vom Beginn bis zum Ende des Auftakt-Theaterfestes vor Ort.
Standbetreuer waren die Vorstandsmitglieder Anna Büge, Heidi Hauffe, Angelika Klopsch, Doris Preusker und Günter Nohse.

Diese Stunden am Samstag waren von vielen interessanten Gesprächen mit Besuchern, vor allem um die Zukunft unseres Theaters geprägt. Wir als Theaterfreunde gingen dabei stets von einer positiven Perspektive für unser Theater aus.
So konnten wir 2 neue Mitglieder für unseren Förderverein gewinnen, einige weitere Besucher wollen sich den Beitritt noch überlegen.
Besonders erfreut waren wir über die von uns eingesammelte Spendensumme in Höhe von 230,00 €. Wir werden diesen Betrag dem Theater für die Feierlichkeiten zum 200. Theaterjubiläum im nächsten Jahr zur Verfügung stellen. Die nicht zu übersehende Spendenbox, welche wir an das Theater überreicht haben und die jetzt im Kassenbereich ihren Platz gefunden hat, wird hoffentlich nicht lange leer bleiben...aber, aber, aber:

Berichten wir jetzt über die negativen Ereignisse:
Groß aufgemachte Artikel in der Lokalpresse sorgten für erhöhte Aufmerksamkeit in der Stadt Brandenburg an der Havel.
2 Beispiele:
MAZ, Brandenburger Kurier, 22.09.2016
„Deschner braucht jährlich fast 800.000 € mehr für das Brandenburger Theater-
Grundsatzentscheidung zur BT-Zukunft von der Stadt als Gesellschafterin und der Politik gefordert – alle Projekte auf dem Prüfstand"

MAZ, Brandenburger Kurier, 13.10.2016

„Münch und Tiemann wollen das Theater retten
Kulturministerin und Oberbürgermeisterin vereinbaren ein Gespräch über höhere Zuweisungen"

Weitere Beispiele seien hier nicht zitiert.

Dabei fing das Jahr 2016 scheinbar sehr gut an im Theater. Das BT bekam eine neue künstlerische Leiterin und eine neue Orchesterdirektorin. Letztere ist bereits wieder ausgeschieden.
Im Juli bekam das Theater dann überraschend einen neuen Geschäftsführer. Der stellte fest, das Theater sei insolvenzgefährdet, wenn es nicht grundsätzlich saniert werde. Fortan wurde von ihm eine Analyse erstellt und alle eigenen Möglichkeiten geprüft, um das Theater zu konsolidieren, Dabei wurden zahlreiche Streichungen zu den geplanten Eigenproduktionen vorgenommen.
So kam es bereits während dieses Prozesses zur kurzfristigen Absetzung von im Spielplan 16/17 angekündigten Vorstellungen.
Was nun?
Wir wissen es derzeit nicht. Als Freunde des Brandenburger Theaters haben wir uns bereits in einem Offenen Brief an die Oberbürgermeisterin gewendet. Hierin fordern wir, sehr schnell auf der Grundlage geordneter Finanzen die Neuausrichtung des BT zu befördern.
Wir als Theaterfreunde würden dies mit Optimismus begleiten.

Inzwischen sind wir dabei, für verschiedene Projekte (hauptsächlich Kinder- und Jugendbereich) Fördermittel einzuwerben. Das aber kann natürlich keine Lösung sein!
Unser wichtigstes Projekt für 2017 – Großes Theaterfest aus Anlass des
200jährigen Bestehens unseres Stadttheaters liegt derweil auf Eis.