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Augsburg

Theater-Sanierung, Theater-Preis und Zemlinsky-Oper

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von Rolf D. Neuburger
erschienen am 05. Oktober 2015

Aktuelles zur Theater-Sanierung des Großen Hauses in Augsburg

Der ewige Kampf zwischen Planern und Öffentlichkeit hat auch in Augsburg zugeschlagen. Im Oktober wird ein „Runder Tisch“ das weitere Vorgehen diskutieren.

Da dieses Thema sehr viele Theater in Deutschland bewegt, wird sich die MUTHEA Podiums-diskussion beim Jahrestreffen im Mai 2016 ebenfalls damit befassen. Hochaktuell werden dann Profis aus dem Theater, aus der Politik und dem Publikum mit Ihnen diskutieren.


Theater Preis des Augsburg Journals

theaterfreundeaugsburgIm September 2015 wurden im Rahmen der Theater Preis Verleihung herausragende Leistun-gen der Künstler honoriert. Die TfA sind Hauptsponsor und unterstützen somit das Theater Publikums durch die Hauptpreise in den Sparten Musiktheater, Schauspiel und Ballett.


König Kandaules – die wenig aufgeführte Oper von Zemlinsky
Alexander Zemlinsky schrieb in den Jahren 1935 bis 1939 an der Oper Der König Kandaules nach einem Dra-ma von André Gide. In diesen Jahren floh er vor den Nationalsozialisten nach New York und hoffte, das Werk dort zu vollenden, was ihm aber nicht gelang, denn die von ihm als „ultramodern“ bezeichnete Oper fand dort keinen Abnehmer. Das Werk blieb unvollendet und wurde erst 1996 in Hamburg von Anthony Beaumont ver-vollständigt uraufgeführt. So ist Kandaules das wenig gespielte und eher unbekannte Werk des Komponisten. Die Oper Augsburg wagte die Aufführung hatte bei der Premiere am 27.09.2015 einen durchschlagenden Er-folg. Der Kritiker der Augsburger Allgemeinen formulierte es so: Nun hat das Theater Augsburg den „Kandau-les“nicht nur reanimiert, sondern inszenatorisch so zugespitzt und musikalisch so fulminant wiedergegeben, dass das Ergebnis ausstrahlen dürfte über Süddeutschland hinaus.
Die Geschichte des Königs, der es nicht erträgt, dass niemand außer ihm seine Frau sehen darf und der sie daher zwingt, sich vor seinen Freunden und seinem Hof zu enthüllen, behandelt ein immer wieder verarbeitetes Thema des Künstlers, der sein Werk verliert, indem er es in die Öffentlichkeit gibt. Erzählt werden die Ge-schehnisse aus der Sicht des armen Fischers Gyges, der dem König bedürfnislos erscheint und ihn damit provoziert. Kandaules überredet Gyges, mit Hilfe eines magischen Ringes, der den Träger unsichtbar macht, seiner Frau beizuwohnen. Als diese den Betrug entdeckt, fordert sie Gyges auf, Kandaules zu töten und krönt ihn dann zum neuen König.
Neben dem Künstlerdrama und der verderblichen Prahlsucht des Königs/ Künstlers, der seine Frau/ sein Werk zur Hure macht, ist Zemlinskys Bearbeitung auch als die Ankunft einer neuen Zeit zu sehen, in welcher die hohe Kunst verschleudert und in einer Art „Ausverkauf“ auf dem Markt feilgeboten wird, statt den wenigen Eingeweihten vorbehalten zu sein. Doch gerade dieser Gehalt bescherte dem Werk sowohl in Europa als auch in den USA sein langes Schattendasein.

Domonkos Héja, der neue Generalmusikdirektor studiert dieses besondere, hochexpressive und aufregende Musiktheaterstück als seine erste Arbeit in Augsburg ein.
Die lesenswerte Kritik zu dieser Premiere in der Augsburger Allgemeinen Zeitung finden Sie auf der Web Site der "Theaterfreunde Augsburg" www.theaterfreunde-augsburg.de.