Information
MUTHEA Nachrichten

Sachsen kappt die Wurzeln seiner Zukunft

Information
von Renate Winkler
erschienen am 08. Dezember 2010

sachsen_2{tortags,89,1}

Sachsen liegt seit Jahren in den bundesweiten Bildungsvergleichen an der Spitze. Das hat es nicht zuletzt der täglich gelebten Kultur in vielen Bereichen der Gesellschaft zu verdanken.

Eine besondere Errungenschaft für Kunst und Kultur ist die einzigartige Finanzierung der nichtstaatlichen Kultureinrichtungen durch das Sächsische Kulturraumgesetz. Es wurde 1993 vom Sächsischen Landtag erlassen, im November 2004 im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD bis 2011 verlängert und schließlich hat der Landtag dieses äußerst wirksame Gesetz am 20 08.2008 entfristet und mit einer Finanzausstattung von mindestens 86,7 Mio. Euro versehen.

Ohne zwingende Notwendigkeit nimmt die CDU/ FDP-Regierung eine gravierende Kürzung der Zuwendungen vor. Sie stellt mit ihrer Haushaltspolitik die Verlässlichkeit der Landespolitik in Frage. Viele Bürger des Landes sehen dies als einen rechtswidrigen Eingriff in die Kulturkassen und in die Struktur des Kulturraumgesetzes mit ernsten Folgen, die sich noch in Jahren bemerkbar machen werden.

Der Haushaltsentwurf lässt andere Spielräume zu, so dass es nicht notwendig ist, gewachsene soziale und kulturelle Strukturen zu zerstören. Die Haushaltspolitik des Landes, die bewusst und gewollt die Wurzeln unserer Zukunft kappt, wird von Kulturschaffenden und Konsumenten der Kultur in breiter Front abgelehnt. Der Druck der betroffenen Bürger formiert sich in allen sächsischen Kulturräumen.

 

 


Aktuelles von MUTHEA

  • Ausgabe 90 | Dezember 2025
    Editoral MUTHEAaktuell

    Ausgabe 90 | Dezember 2025

    Was kommt, was bleibt …  In Zeiten knapper städtischer Haushalte stehen Theaterfördervereine vor der Herausforderung, mit begrenzten Mitteln größtmögliche Wirkung zu erzielen. Da sind strategische Weitsicht, Transparenz und eine klare Haltung zur kulturellen Zukunft einer Stadt wichtig. Nachhaltigkeit bedeutet für Fördervereine nicht nur ökologische Verantwortung, sondern auch soziale und kulturelle Beständigkeit – und genau darin liegt ihre Chance, sich zu positionieren und Anstöße zu geben. Ein nachhaltiger Förderverein setzt auf Projekte, die langfristig wirken: Investitionen in eine energieeffiziente Technik, wiederverwendbare Materialien oder digitale Infrastruktur entlasten nicht nur das Theaterbudget – sie zeigen öffentlich, dass Kulturhäuser moderne, verantwortungsbewusste Einrichtungen sind. Die Wirkung der Fördervereine geht also über das Finanzielle hinaus: Sie übernehmen auch inhaltlich Verantwortung.  Gleichzeitig wirken ihre Projekte unmittelbar auf Menschen. Theaterpädagogische Programme für Kinder und Jugendliche, mobile Theaterkoffer für Schulen oder Patenschaftsprogramme für sozial benachteiligte Familien sorgen dafür, dass kulturelle Teilhabe keine Frage des Geldbeutels ist. Barrierefreie Angebote, Jugendclubs oder offene Gesprächsformate im Foyer richten sich an ein Publikum von morgen.  Wer nun auch noch zeigt, wie die Mittel genau eingesetzt werden und welche langfristigen Effekte sie entfalten, schafft Vertrauen und spricht Unterstützer an. So stellt sich ein Verein öffentlichkeitswirksam auf. Mit ihrem Engagement beweisen Theaterfördervereine, dass Kultur kein Luxus, sondern eine nachhaltige Investition in die Gemeinschaft ist. Jede Initiative, die Energie spart, junge Menschen erreicht oder innovative Formate ermöglicht, wirkt weit über die Bühne hinaus. Sie macht Städte lebenswerter, sichert die kulturelle Zukunft für kommende Generationen und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. In diesem Sinne wünscht Ihnen das Team von MUTHEA alles Gute zum Fest und viel Erfolg für Ihren Verein im kommenden Jahr!  Ihre Katrin LorbeerVorsitzende