Freundeskreis Hessisches Landestheater Marburg feiert 25. Geburtstag

marburg 25jahreAm 06. Juli 1994 versammelten sich im Hinterzimmer des ehemaligen Stadthallenrestaurant – wo sonst werden in Deutschland Vereine gegründet oder Revolutionen geplant – 23 theaterbegeisterte Menschen, um einen Förderverein für das damals noch unter Nordhessisches Landestheater Marburger Schauspiel firmierende Theater in Marburg zu gründen. Der Verein ist am 24.10.199 in das Vereinsregister des Amtsgerichts in Marburg eingetragen worden. Also Zeit 25 Jahre zu feiern.

In Marburg leistete sich die Stadt ein Theater, das Marburger Schauspiel. Im Jahr 1990 wurde dieses städtische Theater auf neue Fundamente gesetzt, nämlich das Nordhessische Landestheater mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendtheater getragen von Stadt und Land. Damals noch eine neue Idee. Als erster Intendant wurde Ekkehard Dennewitz berufen. Dieser steigerte die Theaterbegeisterung in Marburg, stellte aber auch fest, dass die darüber hinaus gehende notwendige Unterstützung durch einen Förderverein fehle. Denn in allen Zeiten stehen Theater und Kultur allgemein immer unter der Frage ihrer Berechtigung, wenn es um das Sparen geht. Schließlich gibt es 30 km entfernt das Stadttheater Gießen mit einem Drei-Sparten-Haus.

Das überzeugte in Marburg und schon 1995 zählte der Freundeskreis 100 Mitglieder.
Der Verein arbeitete eng mit dem Theater zusammen. Probenbesuche, TheaterTalks oder Nach- und Nachtgespräche sowie alsbald die alljährliche Theaterfahrt binden die Mitglieder stärker an das Theater.

Der Vorstand beschloss als junger Verein sich anderen gegenüber zu öffnen und trat MUTHEA bei, der Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theaterfördergesellschaften. Der Blick über den Tellerrand, der Austausch mit anderen Fördervereinen ist ein mehr als nützlich für die Arbeit vor Ort. Seit 25 Jahren bewahrheitet sich dies. Im Jahr 2005 war MUTHEA mit der Jahrestagung in Marburg. Ein spannendes Wochenende.

Nach 10 Jahren war der Förderverein auf 200 Mitglieder angewachsen. Am Ende der Intendanz Dennewitz im Jahr 2010 waren 220 Mitglieder. Eine Stagnation war eingetreten. Gleichwohl konnte der Förderverein bis dahin 100.000 Euro dem Theater für in der Regel nachhaltige, technische Investitionen zur Verfügung stellen, die den Zuschauer*innen nachhaltig zu Gute kamen.

Von 2010 bis 2018 führte Intendant Matthias Faltz das Hessische Landestheater Marburg (HLTM) wie es nun hieß. Er zeigte eine neue junge Sicht auf Theater, zog auch jnges Publikum an, allerdings nicht für den Förderverein, dieser wurde älter. Am Ende seiner Intendanz dümpelte der Verein weiter bei 220 Mitgliedern. Diese standen treu zum HLTM und spendeten weitere 40 T€ in nachhaltige Investitionen.

Ekkehard Dennewitz war als Intendant gegangen, Matthias Faltz ebenso. Als natürliche Folge auf zwei Intendanten sind zwei Intendantinnen in Marburg angekommen. Die erste Doppelspitze an einem Theater und dann noch weiblich, nämlich Eva Lange und Carola Unser. Schon vor ihrem öffentlichen Arbeitsbeginn am 6. August 2018 wurde eine Glut entfacht, die den Förderverein zum Brennen brachte. Eva Lange und Carola Unser meinten fast beiläufig, dass sie die Mitgliederzahl auf die nächste Hunderterzahl hochschrauben würden nach ihrem Anfang. Der 1. Vorsitzende Jürgen Bandte wollte das nicht glauben und hielt dagegen. Damit hieß es: Topp, die Wette gilt. Das Ergebnis ist bekannt. Der 1. Vorsitzende hat verloren, alle haben aber gewonnen. Da vom 6. August bis zum 31. Dezember 2018 der Verein 112 neue Mitglieder gewinnen konnten, mehr als 50 % von der Ausgangszahl 210.

Damit gab vielfältigen Grund nun 25 Jahre Freundeskreis HLTM zu feiern. Das Theater lud die Förderer zu einer Veranstaltung zu „Nina.Feuer. Eine musikalische Hommage an Nina Simone“ ein. Die Mitglieder strömen über den roten Teppich in das Theater amSchwanhof (TASCH), suchten den Austausch mit dem Theater und unter sich. Der 1. Vorsitzende der Freunde des Staatstheater Wiesbaden Helmut Nehrbaß überbrachte Grußworte aus Wiesbaden und von MUHEA.

Aber auch der Freundeskreis des HLTM hatte zum Jubiläum ein Geschenk für das Theater mitgebracht, nämlich 12.000 Euro für ein neues mobiles Mischpult, das die Tonanlage auf den neuesten Stand brachte. So endete ein Geburtstag mit einer großen Aufgabe für den Förderverein. Denn Oberbürgermeister Spies hat zu Beginn der Spielzeit die Debatte über einen eigenen Theaterbau in Marburg eröffnet. Ein großes Ziel, das der Förderverein nun durchsetzen will.

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