Zusammenfassung: 8. Symposium zu Förder- und Freundeskreisen in der Kultur 2017

Total digital? !  Über das Potential der Digitalisierung für Freundeskreise

total digitalBeim 8. Symposium der Förder- und Freundeskreise in der Kultur „Total digital?! Über das Potential der Digitalisierung für Freundeskreise“ der Stiftung Zukunft Berlin am 8. September in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund in Berlin kamen 160 Vertreter der Freundeskreise und ihrer Kulturbetriebe zusammen, um sich über das Thema der Digitalisierung im Rahmen ihrer täglichen Arbeit auszutauschen.

ULRIKE PETZOLD: ZIELE DES SYMPOSIUMS

Ulrike Petzold von der Stiftung Zukunft Berlin betonte in ihrer Darstellung der Ziele des Symposiums „Die digitale Gesellschaft existiert bereits“ und wer die digitalen Instrumente nicht anwenden kann, ist von einem wichtigen Teil der Kommunikation ausgeschlossen. Nicht nur bei den inzwischen immer mehr von den Förder- und Freundeskreisen genutzten Social-Media-Kanälen wie Facebook, Twitter oder Instagram sondern auch im Management sind digitale Werkzeuge wichtig, um als bürgerschaftlich aktiver Partner ernst genommen zu werden Jedoch sollten ana-loge Kommunikationsmittel nicht durch digitale ersetzt, sondern beide miteinander verzahnt werden. Das Symposium möchte deshalb Mut machen und fachliches Input geben, Digitales für die Freundeskreisarbeit zu nutzen und weiterzuentwickeln. Auch wenn bei der Einführung von digitalen Tools zunächst viele Ressourcen vonnöten sind, können sie über die Dauer ihrer Anwendung Zeitersparnis generieren.

Frau Petzold führte zudem aus, dass durch digitale Werk-zeuge die Reichweite erhöht wird. Durch diese können bereits bestehende Mitglieder zu Multiplikatoren gemacht werden, um weitere Mitglieder zu akquirieren. Die Digitalisierung kann auch eine Chance sein, nach generationen-übergreifenden Arbeitstechniken zu suchen, die Jüngere mehr aktivieren. Jedoch sollten passende digitale Portale und Programme gefunden werden, da nicht für jeden Förder- und Freundeskreis die gleichen digitalen Tools oder kostenintensive Programme sinnvoll und finanzierbar sind.

SEBASTIAN HILDEBRANDT: MIND-SWITCH: BEZIEHUNGSMANAGEMENT VON ANALOG ZU DIGITAL – DAS BESTE AUS BEIDEN WELTEN OPTIMAL NUTZEN

Sebastian Hildebrandt von der Beratungsfirma +innovations GmbH für digitale Strategien zeigte in seinem, dass ein Zusammenspiel von digitaler und analoger Kommunikation notwendig ist. Hierbei unterscheiden sich analoge und digitale Kommunikationswerkzeuge vor allem in ihren Kanaleigenschaften, wie Wahrnehmung, Personalisie-rung, Aufmerksamkeit, Gestaltbarkeit und Erreichbarkeit der Zielgruppe. Anhand des Amerikanischen Roten Kreuzes zeigte er die analogen (Newsletter print) und digitalen (online-basierter Newsletter und Facebook-Post) Kommunikationswege der Organisation auf und erläuterte die unterschiedlichen Eigenschaften der zwei Kanäle. Bei der analogen Kommunikation wird zur Ansprache nur ein Kanal verwendet, wenn beispielsweise über einen Brief das Mitglied zum Spenden aufgefordert wird. Bei der digitalen Kommunikation ist die Reichweite höher, da auch anlassbezogen und öfter kommuniziert werden kann. Gleichzeitig ist die Bindungsfähigkeit jedoch geringer als beim analogen Kanal. Die Herausforderung bei der digitalen Kommunikation liegt vor allem im übergreifenden Denken. Hier werden für die Ansprache unterschiedliche Instrumente wie online Mailtools oder Facebook verwendet und intelligent miteinander verknüpft.

PRAXIS-FOREN

In anschließenden Praxis-Foren in Form von Workshops und Runden Tischen erarbeiteten Experten im Austausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und mithilfe von fundierten Praxisbeispielen aus den Freundeskreisen übergeordnete digitale Strategien sowie Strategien zur Mitgliedergewinnung und -bindung durch Social Media, lernten digitale kostengünstige Tools für das Veranstaltungsmanagement und die Mitglieder-verwaltung kennen und erlangten einen Überblick zum Online-Fundraising. Die eigenen Ideen und Konzepte wurden vor allem bei den Runden Tischen erarbeitet. Hier vermittelten Experten fundiertes Hintergrundwissen und gaben viel Raum für Fragen zu den Themen digitale Tools zum Spenden- und Zahlungsverkehr, den Newsletterversand, Crowdfunding sowie rechtliche Aspekte im digitalen Raum.

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