Die Kostbarkeit des Augenblicks

 FVT1206 KopieWas wird von Corona bleiben? Inzwischen dürfen sich wieder Menschen in Cafés, Kinos und Konzerthallen begegnen und spärlich besetzte Kulturveranstaltungen finden statt. Die Sorge ist allerdings durchaus berechtigt, ob die lange Zeit der geschlossenen Theater zu einer Art Entwöhnung oder Umorientierung beim Publikum geführt hat. Wird es auch nach der Pandemie wieder strömen und wie ehedem für ausverkaufte Vorstellungen sorgen? Ich kann nur hoffen, dass uns im Lockdown bewusst geworden ist, was wir entbehren, wenn wir auf Arbeiten im Homeoffice, Kinderbetreuung zuhause und das Einhalten von Hygienemaßnahmen reduziert werden: Es fehlen Nähe, geistige Anregung, gemeinsam geteilte Erlebnisse.

Umso größer nun die Freude, lang vermisste Freunde endlich wieder zu sehen, Familienfeste zu begehen und sich miteinander auszutauschen. Möge die schmerzlich erlebte Distanz uns offener und neugieriger aufeinander gemacht haben und unseren Austausch befördern. Wir spüren nun auf einmal, wie wertvoll jede miteinander verbrachte Minute ist. Ja, wir müssen miteinander reden, denken, sehen und staunen! Unsere Theater sind quasi die Tempel für dieses erlebte Miteinander: für die Kostbarkeit des gemeinsam geteilten Augenblicks.

 

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