Zwischen Tanz und Tanztheater

katrin lorbeer

Die künstlerische Vielseitigkeit deutscher Ballettkompagnien ist einzigartig: Pflegen auf der einen Seite homogene Ensembles die klassischen Choreographien von „Giselle“ und „Schwanensee“, werden andernorts alte Balletthierarchien aufgegeben und die künstlerische Individualität einer jeden einzelnen Tänzerin und eines jeden einzelnen Tänzers in den Mittelpunkt gestellt. Und manchmal passiert all das innerhalb einer einzigen Kompagnie! Mir scheint: Keine andere künstlerische Gattung ist so sehr der Tradition verhaftet und gleichzeitig so anarchisch und körperlich-existenziell. Kein Wunder, dass der Funke unmittelbar auf das Publikum überspringt: Wer einmal eine Ballettpremiere erlebt und das Toben im Zuschauerraum gehört hat, weiß was Begeisterung ist. Gerade das Ballett kann junge Menschen zu Theaterfans machen – hierin liegt für uns Fördervereine ein großes Potential. Denn die Tänzerinnen und Tänzer sind selbst meist sehr jung und ihr hartes Training beeindruckt auch alle diejenigen, die sonst mit „komplizierter Kunst“ nichts am Hut haben.

Aber wir Fördervereine tragen auch eine besondere Verantwortung für unsere Ensembles. Machen wir uns bewusst: Die Tänzerinnen und Tänzer kommen aus der ganzen Welt, leben hier fern ihrer Heimat und kämpfen mit bürokratischen Hindernissen. Sie sind von allen Ensemblemitgliedern am schlechtesten bezahlt, ihre Karriere ist mit 35, 40 Jahren bereits beendet. Und sie zahlen mit Verletzungen, Schmerzen und einem frühen Verschleiß ihres Körpers einen bitteren Preis für die schöne Kunst, die sie uns bieten. Hier sind unsere kreativen Ideen und auch politisches Engagement gefragt: So sollte z.B. – wie bei jedem anderen Leistungssport auch – die Physiotherapie, die Verletzungen vermeiden hilft, keine Privatangelegenheit sein, sondern in den Theatern fest verankert und auch budgetiert werden.

Einige dieser Ideen finden Sie in unserem Schwerpunkt-Artikel zu diesem Thema von Renate Winkler aus Görlitz.

Auch der Wechsel nach einer Tanzkarriere in einen anschließenden Beruf bedarf einer besseren Regelung.

Und allein schon ein Bericht in Ihrer Mitgliederzeitung über die ebenso harte wie faszinierende Welt hinter den Kulissen hilft, den Tänzerinnen und Tänzern die öffentliche Wertschätzung zu verschaffen, die sie sich jeden Tag mit Schweiß erarbeiten. Ich bin sicher, Ihnen fällt nach der Lektüre der Texte auf der MUTHEA-Seite etwas ein, was Sie zur Unterstützung Ihrer Tanzensembles tun können. Berichten Sie uns darüber – ich freue mich auf Ihre Beiträge!
Ihre Katrin Lorbeer

Auch der Wechsel nach einer Tanzkarriere in einen anschließenden Beruf bedarf einer besseren Regelung. Und allein schon ein Bericht in Ihrer Mitgliederzeitung über die ebenso harte wie faszinierende Welt hinter den Kulissen hilft, den Tänzerinnen und Tänzern die öffentliche Wertschätzung zu verschaffen, die sie sich jeden Tag mit Schweiß erarbeiten. Ich bin sicher, Ihnen fällt einiges ein, was noch zu tun wäre – und freue mich auf Ihre Beiträge!

Ihre Katrin Lorbeer

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