Vom Gesang und Piano zum Schreibtisch

Vom Gesang und Piano zum Schreibtisch / Moritz Gogg beim Theaterverein / Künstlerische Betriebsdirektor als Kommunikator und Manager

gieenNachdem der künstlerische Betriebsdirektor Oliver Graf als Intendant nach Hildesheim berufen wurde, stellte sich sein Nachfolger Moritz Gogg dem Theaterverein vor.

Die Vorsitzende Helga Göbel befragte ihn in einem kurzweiligen Gespräch zu Werdegang und Zielen auch als Stellvertreter der Intendantin und Operndirektor. Dabei machte er deutlich, der „Job ist eigentlich nicht langweilig“, zumal er „Anhänger für strukturierte Prozesse“ und für jeden Beschäftigten jederzeit ansprechbar sei. Seine Tätigkeit betrachtet er als „künstlerische Berufung“, die vollen Zeiteinsatz verlangt und als „pädagogisches Tun“, um sich und andere zu hohen Leistungen zu bringen.

Zunächst studierte der 1974 in Graz geboren etwas Jura und Klavier, arbeitete als Korrepetitor in seiner Heimatstadt Graz und erwarb 2000 das Gesangsdiplom. Auftritte als Pianist und als Bariton auf Opernbühnen in Hamburg, Dresden, Wiesbaden, Frankfurt, Salzburg und Leipzig folgten. Hinzu kamen ein Lehrauftrag in Hannover und das Konzertmanagement in Linz, die sein Faible fürs Organisieren, Konzepte entwickeln und Kommunizieren im Team verstärkten.
Damit war der Grundstein gelegt, um mit dem erlebten Bühnenwissen die Stelle des künstlerischen Betriebsdirektors nicht nur für den Musikbereich am Stadttheater Gießen anzunehmen. Ein „künstlerische Betrieb funktioniert nur, wenn alle Rädchen präzise greifen“ beschreibt er sein Tagesgeschäft, das er als „Freund des persönlichen Gesprächs“ ausführen will. Weil er immer noch - seit Schülerzeiten - fasziniert ist vom Geschehen auf der Bühne, findet er die Aufgaben in einem Mehr-Sparten-Haus als besonders herausfordernd und reizvoll und hofft seine Erfahrungen, Interessen und Neigungen angemessen einbringen zu können. Und er verwies darauf, dass das Stadttheater Gießen ihm schon bekannt war, weil es in der Szene ein „Alleinstellungsmerkmal für Werke habe, die nur hier zu hören sind.“ So möchte er diese bisherige Arbeit fortsetzen, weshalb er Spielpläne der letzten Jahrzehnte durchforstet, um wenig Gespieltes zu entdecken.

Insoweit sind die Mitglieder des Theatervereins gespannt, was in Zukunft zu hören und zu sehen sein wird.

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