Franz Mazura erhält FAUST-Preis für sein Lebenswerk

Mazura fotoÂchristiankleiner 02Die Freunde Nationaltheater sind überglücklich und freuen sich zutiefst, dass ihr hochgeschätzter Franz Mazura für sein Lebenswerk diese großartige Auszeichnung und Anerkennung erhält. Franz Mazura gehört seit 1964 zum Nationaltheater Mannheim, auch wenn sein Festengagement nur bis 1987 dauerte. Doch sein Zuhause ist hier. Hier ist er einfach allgegenwärtig und auch heute noch gerne so manches Mal als wunderbarer Sprecher mit einer auch heute noch wunderbaren Stimme auf der Bühne zu erleben. Man trifft ihn im Theater, bei der Musikalischen Akademie, beim Wagner-Verband, im Gespräch – er ist einfach eine Institution – immer begleitet von seiner lieben Frau.

 

Die Preisverleihung findet am 14. November 2015 im Saarländischen Staatstheater Saarbrücken statt. Der FAUST gilt als wichtigster deutscher Theaterpreis.

 

Begründung zum Preis (Originalzitat):

„Franz Mazura ist einer der profiliertesten Bassbaritone im deutschsprachigen Raum. Seine künstlerische Vielseitigkeit manifestiert sich in einer ausdrucksstarken stimmlichen Leistung, sprachlicher Präzision sowie einem herausragenden Talent als Schauspieler. Alle Komponenten vereint machen ihn zu einem hervorragenden Interpreten außergewöhnlicher Rollen sowohl im klassischen wie auch im modernen Repertoire. Franz Mazura war einer der bedeutenden Sänger der Wagner-Ära unter Horst Stein am Nationaltheater Mannheim, dessen Renommee er wesentlich mitprägte. Selbst mit über 90 Jahren steht Franz Mazura noch erfolgreich auf der Bühne.

1980 wurde Franz Mazura zum Kammersänger ernannt; seit 1990 ist er Ehrenmitglied des Nationaltheater Mannheims. 2010 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Im November 2014 erhielt er die Ehrennadel seiner Wahlheimatgemeinde Edingen-Neckarhausen (bei Mannheim), in der er seit 1964 lebt.

Franz Mazura wurde 1924 in Salzburg geboren. Sein Debüt wurde durch die Kriegsjahre des Zweiten Weltkrieges hinausgezögert und erfolgte nach seiner Ausbildung in Detmold erst 1955 als Bassist am Staatstheater Kassel. In den folgenden Jahren sang er am Stadttheater Mainz sowie am Staatstheater Braunschweig, 1963 war er Ensemble-Mitglied der Deutschen Oper Berlin; von 1964 bis 1987 folgte ein Engagement am Nationaltheater Mannheim. Er gastierte bei den Salzburger Festspielen von 1960 als Cassandro in „La finta semplice" von Mozart und sang dort 1970 den Pizarro im „Fidelio". Gastspiele brachten ihm an den großen deutschen Bühnen wichtige Erfolge ein. 1973 schloss er einen Gastspielvertrag mit der Staatsoper Hamburg ab. Als ein hervorragender Wagner-Interpret galt der Alberich im „Ring des Nibelungen" als seine Glanzrolle. Zudem erwarb er sich große Verdienste um die Interpretation von Partien des neuen Musiktheaters. So wirkte er 1979 bei der Pariser Uraufführung von Friedrich Cerhas neu bearbeiteter dreiaktiger Fassung der Oper „Lulu" von Alban Berg in der Rolle des Dr. Schön mit sowie 1991 bei der Deutschen Erstaufführung von York Höllers „Der Meister und Margarita" in der Partie des Voland. Weitere Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire waren Scarpia in „Tosca", Jochanaan in „Salome" und Moses in „Moses und Aron" von Schönberg.

Seit 1980 ist Franz Mazura zudem Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper. Zwischen 1972 und 1995 feierte er immer wieder große Erfolge bei den Bayreuther Festspielen als Klingsor im „Parsifal" ebenso wie als Biterolf in „Tannhäuser", als Marke in „Tristan und Isolde" (1975) oder als Alberich, Wanderer und Gunther im „Ring"-Zyklus. In den letzten Jahren war er vor allem als Schigolch in „Lulu", u.a. an der Metropolitan Opera New York, der Bayerischen Staatsoper München, der Opéra National de Paris sowie am Théâtre du Capitole in Toulouse zu hören.“