MUTHEA e.V.

Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theaterfördergesellschaften

Mannheim

Freunde unterwegs in Hamburg und Lübeck

mannheimKulturreise nach Hamburg und Lübeck vom 25.-28.08.2017 – ein Reisebericht

Der August war kein wirklicher Sommermonat, aber kaum hatten wir Lübeck, wo wir die nächsten Tage im 5-Sterne Hotel Radisson Blu Senator - direkt an der Trave - logieren würden, erreicht, strahlte die Sonne. Die Lübecker hatten so etwas die ganzen letzten Monate nicht gehabt.

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Mannheim: Der Beginn einer neuen Reihe

wagner-verband-mannheimAm 2. Juli 2017 war es endlich soweit. Die Freunde des Richard Wagner-Verbandes Mannheim-Kurpfalz und die Freunde und Förderer des Mannheimer Nationaltheaters hatten zu ihrer ersten gemeinsamen Veranstaltung -  einer Matinee eingeladen „Musik und Literatur im Theatercafé“.  Monika Kulczinski, Vorsitzende des Wagner-Verbandes, und Prof. Dr. Achim Weizel begrüßten die Gäste im fast völlig gefüllten Theatercafé und eröffneten das Programm.

Die Mitglieder des Opernstudios präsentierten mitreißend und temperamentvoll Beiträge von Kurt Weill bis Mozart und Kalman bis Verdi. Schauspieler Sven Prietz las eine berührende Geschichte von Oscar Wilde. Fritjof von Gagern, Solocellist des Nationaltheaterorchesters, spielte Adagio und Allegro op.70 von Robert Schumann, begleitet von Robin Philips. Den Abschluss gestalteten erneut die Mitglieder des Opernstudios, die die Zuschauer wieder mit ihrer Spielfreude beeindruckten.

Der erste Versuch einer gemeinsamen Veranstaltung der Freunde und Förderer und des Wagner-Verbandes mit einem gemischten Programm wurde von allen Besuchern als außerordentlich geglückt empfunden. Der seit weit über 100 Jahren existierende Mannheimer Wagner-Verband ist einer der größten Ortsgruppen der Welt. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Förderung des Künstlernachwuchses.

Somit gibt es eine gemeinsame Schnittstelle nicht nur bei den Mitgliedern sondern ganz besonders auch bei den geförderten Projekten. Fazit: Die Resonanz der beiden Freundeskreise war überwältigend und damit auch klar, die gemeinsamen Veranstaltungen werden fortgesetzt. 

19. Internationale Schillertage - 16. bis 24. Juni in Mannheim

schillertage2017Zur langjährigen Tradition der Mannheimer Theaterfreunde gehört die Unterstützung der Internationalen Schillertage, die in diesem Jahr vom 16. bis 24. Juni 2017 zum 19. Mal stattfinden unter dem Motto „Nach der Freiheit“. Es erwartet die Besucher u.a. ein Spektrum von Gastspielen, die einen außergewöhnlichen Blick auf Schillers Werk werfen – darunter Maria Stuart (Münchner Kammerspiele sowie Deutsches Nationaltheater Weimar), Wallenstein (Schaubühne Berlin), Wilhelm Tell (Theater Basel/Schauspiel Köln), Je suis Jeanne d’Arc (Berliner Maxim Gorki Theater) sowie Winterreise (Exil Ensemble am Maxim Gorki) und Don Karlos (Hochschule „Ernst Busch“ Berlin). Ergänzt wird dieses Gastspielprogramm durch Calixto Bieitos Die Räuber aus dem Repertoire des Mannheimer Nationaltheaters sowie durch viele ungewöhnliche Sonderformate im Theater und an anderen Orten. Daneben gibt es ein umfangreiches Stipendiatenprogramm mit hochkarätigen Referenten, Podiumsdiskussionen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen im SWR2 Forum und am Ende des Tages eine abendliche Konzertreihe Schill-Out.

Mannheims Freunde und Förderer laden die bundesweiten Theaterfreunde zu 9 aufregenden und spannenden Theatertagen ein. Die beiliegende Broschüre (Klick auf das Titelbild) gibt einen Überblick, was so alles zu erwarten ist. Seien Sie dabei und buchen Sie bald!

www.nationaltheater-mannheim.de; Kartentelefon: 0621 – 16 80 150

Freunde unterwegs - eine Reise nach Valencia

valencia-oper2„Freunde unterwegs – mit ArtMaks Kulturreisen. Braunschweiger und Mannheimer Theaterfreunde gehören zu den treuen Teilnehmern dieses erfolgreichen Projekts. Eine begeisterte Teilnehmerin aus Mannheim hat uns von der Theaterfahrt nach Valencia (23. bis 27. März 2017) berichtet: „An einem verregneten Donnerstag im März starteten 40 Mannheimer Theaterfreunde auf der Suche nach dem Frühling nach Valencia. Wir kamen bei strahlendem Sonnenschein an. Mit unserer außergewöhnlich kenntnisreichen und charmanten örtlichen Reiseleiterin (gebürtig aus Mannheim) bekamen wir einen ersten Eindruck. Eine sehr gepflegte, wunderschöne Stadt mit maurischen, römischen und gotischen Einflüssen. Besonders beeindruckend ist die moderne Architektur des valencianischen Architekten Santiago Calatrava, der das Opernhaus im Stil eines modernen mittelalterlichen Helmes konstruiert hat. Einzigartig ist der nach der Umleitung des Flusses Turia benannte Park, der sich über 10 km durch die Stadt schlängelt.

Die beiden Ausflüge nach Xativa und Saguno vermittelten einen Eindruck der Umgebung und der reichen Kultur der autonomen Provinz Valencia, in der die Borgia eine zentrale Rolle spielten. Wir lernten eine hervorragende spanische Küche bei zwei gemeinsamen Essen in einem landestypischen Restaurant und im Yachtclub kennen. Auch die zahlreichen Tapas-Bars in der Innenstadt waren nicht zu verachten.

Da unser Hauptreisegrund immer die Opernaufführungen sind, wurden wir hier reich belohnt: Am 2. Tag mit einem Privatkonzert von drei jungen Stipendiaten des Centre Placido Domingo auf einer Probebühne des Opernhauses. Absolutes Highlight war die Premiere der selten gespielten Donizetti-Oper „Lucrecia Borgia“, die natürlich wegen der Einflüsse der Borgia beinahe ein extra für diese Stadt geschriebenes Werk darstellt. Die Sänger, das Orchester und die Inszenierung wurden begeistert aufgenommen.

Nach fünf Tagen fiel der Abschied schwer und so mancher wollte ganz sicher wiederkommen."

Freunde unterwegs - die aktuellen Flyer

flyer-unterwegs-titelBekanntlich lieben Theaterfreunde Theaterreisen zu anderen Theatern im In- und Ausland. Die Braunschweiger und Mannheimer Theaterfreunde haben mit ArtMaks Kulturreisen einen kompetenten Partner gefunden. Die Reisen starten direkt am Theater. So werden die Mannheimer Freunde von Frau Oser begleitet, allen bekannt von der Info-Theke im Nationaltheater Mannheim oder von Bianca Hambusch, einer NThusiastin (Junge Freunde Nationaltheater) oder von Herrn Petrov (ArtMaks). Vermutlich ist es dieses persönliche Flair, das die Theaterreisen so beliebt macht. Anregungen und Wünsche von den Freunden zu bestimmten Aufführungen oder Theatern werden berücksichtigt, beliebte Theaterziele werden gerne wiederholt.

Und ja – mitreisen kann jeder ... Informationen zur Anmeldung finden Sie im Flyer!

Der zweite Flyer zeigt das Programm vom Februar - und zwar hier

"Hausbesuch" mit Ulla Hofmann

„Hausbesuch“ - eine neue Reihe am Mannheimer Nationaltheater


1957 mit Auto Menschenschlange vorm TheaterIm Rahmen des 60jährigen Jubiläums des Mannheimer Theaterneubaus hatte der Geschäftsführende Intendant Dr. Ralf Klöter Ulla Hofmann als Zeitzeugin zum Gespräch über das Theater der 50er Jahre gebeten. Mit Temperament, Engagement und bewundernswertem Gedächtnis berichtete die überzeugte Mannheimerin und stellvertretende Vorsitzende der Freunde und Förderer aus der Geschichte Mannheims und des Theaters. Heute kaum mehr vorstellbar waren die Zustände zu Kriegsende und der unmittelbaren Nachkriegszeit mit bedrückender Wohnungs- und Ernährungssituation und teilweise auch Bedrohung von Leib und Leben. Die Wiedereröffnung des Theaters nach Kriegsende auf der winzigen (Behelfs-)Bühne des ehemaligen Kinos Schauburg mit „Don Carlos“ war hier auf kulturellem Gebiet der Beginn einer neuen Zeit mit neuen Hoffnungen und Ideen. „Die Aussicht auf Theater – das war für uns die ganz große Befreiung“ so erzählt sie auch heute noch ganz bewegt, „Don Carlos“ – es war unsere Begegnung mit Freiheit!“

Ausführlich ging sie auf die Gründung des Theaterfördervereins ein. Der „Aufschrei in der Bevölkerung“ gegen eine Fusion der Theater von Heidelberg und Mannheim (wie es den Stadträten 1950 vorschwebte) sowie die Mobilisation der Bevölkerung für einen Neubau des Theaters, die mit Tombola und Ochs am Spieß bis heute unvergessen sind, waren Aktivitäten, die den neugegründeten Verein in der Bevölkerung bekannt machten. Grundsteinlegung wie Einweihung seien „ein Volksfest“ gewesen. Zur Eröffnung im Januar 1957 habe man im großen Haus den „Freischütz“ sage und schreibe an drei Abenden hintereinander gespielt – für die Bauarbeiter, dann für die Honoratioren, dann für die Abonnenten. Das kleine Haus wurde mit „Die Räuber“ in der Inszenierung von Piscator eröffnet – in Erinnerung an die legendäre Mannheimer Uraufführung von 1782.

Ausdrucksvoll schilderte Ulla Hofmann die in den folgenden Jahren stattgefunden Begegnungen mit Stücken („als die Bühnenbilder noch schön, noch üppig waren“), Inszenierungen (Piscator), Schauspielern (Gründgens, Quadflieg), Personen der Zeitgeschichte (z.B. die Begum). Eine unvergessliche, persönliche Begegnung fand statt mit dem späteren Ehrenmitglied des Nationaltheaters Willy Birgel, der mit dem Zuckmayer Stück „Des Teufels General“ in Mannheim gastierte. Der Abend zeigte deutlich, dass Ulla Hofmann neben ihrer verantwortungsvollen Aufgabe als Wirtschaftsredakteurin der FAZ über Jahrzehnte mit wachem Blick aber auch mit kritischen Anmerkungen das Mannheimer Nationaltheater begleitet hat. Für sie, wie für viele Mannheimer ist es ein Teil ihres Lebens, ein Bestandteil der Stadt für den sie sich, in den letzten Jahrzehnten als Mitglied des Vorstandes der Freunde mit dem sprichwörtlichen Herzblut einsetzt.

60 Jahre NTM am Goetheplatz - 13. Januar 2017 Jubiläumsfest

nationaltheater19571957 : Vor 60 Jahren am 13. Januar 1957 wurde der Neubau des Mies-van-der-Rohe Schülers Gerhard Weber am Goetheplatz eingeweiht. Im Opernhaus wurde Webers „Der Freischütz" gegeben in Erinnerung an die letzte Vorstellung vom „Freischütz" im alten Haus unmittelbar vor dem großen Bombenangriff im September 1943 - fast wie durch ein Wunder konnte das Publikum damals das Theater unmittelbar nach dem letzten Applaus unbeschadet verlassen. Im Schauspielhaus standen Schillers „Die Räuber" in der Inszenierung von Erwin Piscator auf dem Programm, in Erinnerung an die legendäre Uraufführung von 1782 - seinerzeit in Anwesenheit des Dichters, die den Ruhm der Schillerbühne begründete.

 

Spannend aus heutiger Sicht ist der Artikel "Unsere modernste Bühne - das neue Mannheimer Nationaltheater Leistung und Gefahr" von Johannes Jacobi vom 24. Januar 1957, den wir im Zeit online Archiv gefunden haben. http://www.zeit.de/1957/04/unsere-modernste-buehne

 

Wie lässt sich die Geschichte des Nationaltheaters so erzählen, dass sich Wissen über die Vergangenheit in einen produktiven Zusammenhang mit zukünftigen Entwicklungen setzen lässt? Ein mehrperspektivischer Ansatz fragt nach einem differenzierten Geschichtsverständnis unseres Mannheimer Hauses und seinen kulturpolitischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

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Musiktheaterfestival "Happy New Ears" begeisterte kleine und große Zuschauer in Mannheim

happynewyearEine Zusammenfassung: Mehr als 200 europäische Künstler, 170 internationale Kongressteilnehmer und mehr als 5100 Besucher beschenkten die Junge Oper des Nationaltheaters Mannheim zu ihrem zehnjährigen Bestehen mit einem bunten Fest der Klänge. Schon bei der Eröffnung waren die Freunde und Förderer des Nationaltheaters zahlreich vertreten und bewunderten die Klang-Installation im Unteren Foyer sowie am Abend das Gastspiel aus Stockholm mit Don Juan, einer ganz tollen Variante des Mozartschen Don Giovanni – für junges Publikum mit großartiger Besetzung im Opernhaus.

Acht Tage lang wimmelte es von Kindern, Jugendlichen, Studenten, gut gelaunten Erwachsenen, die begeistert zu den verschiedenen Spielstätten pilgerten und immer wieder großartige Aufführungen und Klangperformances erlebten und mit den Stipendiaten, den Kongressteilnehmern von nah und fern ins Gespräch kamen und dank »Happy New Ears. Musiktheater für junges Publikum« mit Bewusstsein ein neues Klangerlebnis kennenlernten. Junges Publikum bedeutete alle Alterstufen – angefangen von Babys, die sprachlos und dann glucksend Musik machten oder Kindergartenkinder, die mit offenen Ohren Klangwelten und wunderschönen Stimmen begeistert lauschten. Immer wieder war die Überraschung groß, mit welch aufmerksamen Zuhören und dann Begeisterung die Aufführungen angenommen wurden.

 

Begleitet wurde das Festival von einem dreitägigen internationalen Kongress des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland. 170 praktizierende und angehende Künstler aus Komposition, Libretto, Musik, Gesang, Regie, Dramaturgie und Bildender Kunst sowie Kollegen und Studierende aus Lehre, Forschung, Kunstvermittlung und -förderung waren dazu eingeladen, Fragen, Positionen und Diskurse zu aktuellen Entwicklungen, Zugängen und Ästhetiken im Musiktheater für junges Publikum in den Mittelpunkt einer praxisorientierten Begegnung zu rücken.

 

Rund 31 Vorstellungen, der Internationale Kongress, drei »Hörbars«, das Stipendiatenprogramm und das kulturjournalistische Nachwuchsprojekt »Gustav« sowie über 20 Workshops für Familien und Schulklassen in der audiovisuellen Installation »Klang Spiel Platz« lockten Besucher zu immer rappelvollen Veranstaltungen. Die künstlerische Leitung hatte Andrea Gronemeyer. Das Kuratorium bestand aus Ina Karr (Staatstheater Mainz), Prof. Dr. Klaus-Peter Kehr (Mitbegründer Junge Oper, ehemaliger Intendant Oper Nationaltheater Mannheim), Albrecht Puhlmann (Intendant Oper Nationaltheater Mannheim) und Andrea Gronemeyer (Intendantin Junges Nationaltheater Mannheim).

 

Andrea Gronemeyer zeigte sich überwältigt von der Resonanz des Publikums und der Neugierde des Mannheimer Publikums - Kinder, Familien, Theaterfreunde, Schüler, Studenten - sich auf Projekte aus Schweden, Belgien, Frankreich, Norwegen, Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden einzulassen: „Wir wurden beschenkt mit neuen und berührenden Musiktheateraufführungen und Performances, mit konstruktiven Debatten und unerwarteten Begegnungen. Das alles wird in unsere weitere Arbeit für Mannheim einfließen."

 

Theresia Bauer, die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, beglückwünschte die Junge Oper zum zehnten Geburtstag und betonte in ihrem Schreiben zur Eröffnung die künstlerische Vielschichtigkeit des Festival-Programms: „Nichts ist für die Künste und die Wissenschaften so erfrischend und belebend wie der Gedankenaustausch – zumal über nationale Grenzen hinweg."

Unterstützt wird die „Junge Oper" u.a. von der Stiftung Nationaltheater - gegründet von den Freunden und Förderern des Nationaltheaters.

www.nationaltheater-mannheim.de

 

Freunde unterwegs - eine Nachlese zur Theaterreise in Belarus

FREUNDE UNTERWEGS – Mannheimer und Braunschweiger Theaterfreunde in Belarus (Weißrussland)
bolschoi-minsktDass eine Reise Horizonte öffnet und Kulturbrücken bildet, hat die Woche vom 19. bis 26. Juni nach Belarus gezeigt. Bianca Hambusch, Mitglied der Mannheimer NThusiasten (Junge Freunde im Kreis der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim), berichtet von den Eindrücken und Erlebnissen, die sie mit den Theaterfreunden unterwegs gewonnen hat.
Am Tag der Anreise wurde beim gemeinsamen Abendessen der Braunschweiger und Mannheimer Theaterfreunde bereits deutlich, wie sehr sie den Austausch durch die Kooperation mit ArtMaks Kulturreisen genießen. Bekannte tauschten sich gleich aus, andere kamen sich bei typisch weißrussischen Speisen und Getränken schnell näher.
Die Woche begann mit der Stadt- und Kulturgeschichte von Minsk, der Hauptstadt von Belarus. Barocke Gotteshäuser aus Zeiten des polnisch-litauischen Doppelstaates vereinen sich hier eindrucksvoll mit sowjetischen Prachtbauten entlang der Boulevards und zeitgenössischer Architektur, die im Rahmen der Eishockey-Weltmeisterschaft von 2014 errichtet wurde. Einblicke in die Kulturgeschichte wurden durch den Besuch der Nationalbibliothek, des Kunstmuseums, der Markthalle und Einkaufszentren gegeben.
Abends stand der Besuch des Bolschoi Theaters auf dem Programm. Am ersten Abend wurde das Ballettstück „Don Quixote" von Ludwig Minkus besucht. Das Stück, musikalisch geleitet von Nikolai Kolyadko und choreographiert von Valentin Elizariev, wurde fast nach jeder Szene applaudiert. Begeistert unterhielten sich die Theaterfreunde in den zwei Pausen über das Ballettensemble und die glamouröse Inszenierung. Verwöhnt von guten Sängern der heimischen Theaterhäuser konnte am Folgeabend Georges Bizets Oper „Carmen" unter der musikalischen Leitung von Andrey Galanov nicht ganz überzeugen. Umso mehr wurde die fulminante Inszenierung von Galina Galkovskaya genossen und erneut das glanzvolle Treiben in den Pausen bestaunt.
Von Minsk aus folgte ein Tagesausflug zu den Kulturdenkmälern des „Goldenen Zeitalters" der weißrussischen Geschichte, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind: das Wehrschloss Mir sowie Schloss und Park von Nesvizh. Das herzliche Abendessen mit Verkostung eines Wodkas aus hauseigener Destillerie auf einem Gutshof rundete den eindrucksvollen Tag entspannt ab.
Auf dem Weg nach Witebsk wurde die Gedenkstätte Chatyn besichtigt, auf die eine Ruhepause im Nationalpark Berezinskij Zapovednik folgte. Die umliegenden Seen führte den Besuchern das liebevoll genannte „Land der tausend Augen" näher. Im sommerlich warmen Witebsk erlebten die Theaterfreunde selbständig am Abend wundervolle Begegnungen mit weltoffenen und herzlichen Menschen, sei es im Restaurant oder unterwegs in der Stadt.
Im Verlauf der Stadterkundung von Witebsk konnte die Einweihung der Marc Chagall Straße bestaunt werden. Im Wohnhaus des Malers wurde am Nachmittag ein Einblick in das Leben des Künstlers sowie der Gesellschaft seiner Zeit gegeben. Nach einem weiteren gemeinsamen Abendessen überraschte der Leiter von ArtMaks Kulturreisen, Andrei Petrov, die Braunschweiger und Mannheimer Theaterfreunde mit einem weiteren Insider-Highlight seiner Heimat durch ein privates Balalaika-Konzert im Theater.
Abgerundet wurde die Reise durch einen Besuch der Museumsstadt Polozk sowie ein Orgelkonzert in der Sophien-Kathedrale. Erneut wurden alle Sinne bedient, indem ein Menü am Abend die Reise abrundete. Dank einer Feierlichkeit in Witebsk fand am Abend sogar noch ein Feuerwerk statt, das eine unglaublich eindrucksvolle, herzliche und prägende Kulturreise abschloss.
Die Theaterfreunde fassten die Reise durch folgendes Zitat zusammen: „Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele: Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur. Darum, Mensch, sei zeitig weise. Höchste Zeit ist's – reise, reise!" Und deshalb wird aufgrund großer Begeisterung und auf Hinweise der Reiseteilnehmer, dass dieses Reiseziel unbedingt wieder ins Programm Einzug halten sollte, von ArtMaks den Theaterfreunden im Juni 2017 erneut eine Reise nach Belarus angeboten.

Happy New Ears - Musiktheater für junges Publikum - Europäisches Festival & Internationaler Kongress 20.-27.11.2016 am Nationaltheater Mannheim

happy-new-earsDie Junge Oper am Nationaltheater Mannheim feiert ihr 10-jähriges Bestehen vom 20.-27.11.2016 mit einem europäischen Festival des Musiktheaters für junges Publikum. Bei Happy New Ears sind an acht Tagen 14 herausragende Compagnien und Theater aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Schweden und Norwegen in Mannheim zu Gast und präsentieren eine Woche lang einen spannenden Blick auf die verschiedensten Facetten und Entwicklungen im zeitgenössischen Musiktheater für Kinder und Jugendliche. Einen Schwerpunkt des Programms bildet das Theater für die Allerkleinsten. In Übergängen zu Bildender Kunst, zum Figuren- und Tanztheater entstehen hier ganz neue Theaterformen, die an die Ursprünge ritueller Kunsterfahrung anknüpfen und auch Erwachsene in ihren Bann ziehen. Beinahe alle Stücke kommen ohne Übersetzung und Übertitel aus, denn die Sprache der Musik schlägt Brücken über die Grenzen der Nationen, der Kulturen und der Generationen.


Angeschlossen an das Festival ist ein internationaler Kongress, der die Fachwelt zu ästhetischen und pädagogischen Fragestellungen versammelt. Außerdem laden die Junge Oper und ihre musikalischen Gäste an drei Abenden mit den Hörbars zu verschiedenen Klang-Performances an verschiedenen Locations zu einem stimmungsvollen Ausklang des Tages ein.


Eröffnet wird das Festival am 20.11. um 17.30 Uhr mit einem Festakt im Unteren Foyer des Opernhauses und der Einweihung des »Klang Spiel Platz«, einer Installation aus phantastischen, teils begehbaren instrumentalen Objekten, die von Schülern der Mannheimer Diesterwegschule und Künstlern der Jungen Oper zum Klingen gebracht wird. Mit Mein Bruder Don Juan (Min bror är Don Juan), einer sehr heutigen und unkonventionellen Sicht auf Don Giovannis Abenteuer, eröffnet dann um 19.00 Uhr die Königliche Oper Stockholm das Festival im Opernhaus des Nationaltheaters.

 

»HAPPY NEW EARS - Musiktheater für junges Publikum« ist eine Veranstaltung des Nationaltheater Mannheim (Europäisches Festival) und des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland (Internationaler Kongress), gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Mit freundlicher Unterstützung durch den Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg, die Stiftung Nationaltheater Mannheim und die Karin und Carl-Heinrich Esser Stiftung

 

Kartentelefon 0621 1680 302
jungesnationaltheater@mannheim.de

Link zur Festivalwebsite: www.nationaltheater-mannheim.de

Den Flyer dazu gibt es hier zum Download als pdf-Datei.

Die Hausautoren am Nationaltheater - ein besonderes Projekt der Mannheimer Theaterfreunde

staffeluebergabeWie so vieles in Mannheim hat auch die Institution des Hausautors eine große Vorgeschichte: Friedrich Schiller war Mannheims erster – und lange Zeit einziger – Hausautor. Heute wie damals gehörte die Unterkunft dazu. Schillers Wohnhaus, im Hinterhof eines Barockhauses (unweit vom im Krieg zerstörten Theater) heute Museum, beherbergt eine „innovativ, multimedial gestützte Darstellung von Schillers Jahren in Mannheim" sowie ein Appartement für Schiller-Stipendiaten (nicht zu verwechseln mit den Hausautoren).

 

Der erste Hausautor ... 1783-1784
Nach der Uraufführung der „Räuber", die am 13. Januar 1782 im Mannheimer Nationaltheater mit ungeheurem Beifall und Jubel aufgenommen worden war, verpflichtete Intendant Freiherr von Dalberg den jungen Schiller als Theaterdichter. Das Engagement lief vom 1. September 1783 bis zum 31. August 1784. Für das bescheidene Jahresgehalt von 300 Gulden sollte Schiller innerhalb dieser zwölf Monate drei Stücke liefern. Harte Bedingungen für einen 23-Jährigen! Er hatte „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" bereits fertig gestellt, als der Vertrag in Kraft trat. Dalberg hatte das Stück jedoch abgelehnt, nachdem Schiller es in seiner schwäbelnden Aussprache vorgelesen hatte. Erst der Einspruch des großen Schauspielers August Wilhelm Iffland, der den Text abends noch einmal alleine las und für gut befand, führte dazu, dass Schiller das republikanische Trauerspiel überarbeitete und auf Wunsch Dalbergs mit einem versöhnlichen Schluss versah. Dennoch war die Mannheimer Aufführung des Fiesco im Januar 1784 ein „Fiasco". Ganz anders die umjubelte Aufnahme der „Luise Millerin" im April 1784, die auf Vorschlag von Iffland den Titel „Kabale und Liebe" erhielt. Schiller arbeitetet noch am „Don Karlos" und hielt als Mitglied der Kurpfälzischen deutschen Gesellschaft im Juni 1784 seine berühmte Rede „Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich wirken", als sein Vertrag auslief und nicht verlängert wurde.
Schiller fand sich schlecht behandelt und verhöhnt, als er im April 1785 Mannheim entnervt, gesundheitlich angeschlagen und am Rande des finanziellen Ruins verließ.

 

... und heute ... seit 1996
Im Unterschied zu Schiller geht es den heutigen Hausautoren prächtig. Sie erhalten ein einjähriges Stipendium plus Unterkunft, finanziert von den Freunden und Förderern des Nationaltheaters. Sie müssen nicht wie Schiller ein „Pensum" an Dramen erfüllen, doch erwartet man ein aktives sich Einbringen ... auch mit einem Stück, das dann zur Uraufführung kommt.
Seit 1996 ermöglichen die Freunde den Aufenthalt. Wenn man sich die mittlerweile 20 Namen der Hausautoren anschaut, ist man überrascht, welch große Namen darunter zu finden sind. Die Freunde Nationaltheater unterhalten eine eigene Seite auf ihrer Homepage als Dokumentation zu dem jeweiligen Hausautor.


Vor wenigen Tagen am 2. Juli fand die Staffelübergabe von Thomas Köck (2015/16) an Akin E. Sipal 2016/17) statt. Von Thomas Köck wurde nicht nur „jenseits von fukuyama" im Studio aufgeführt, sondern er unterhielt auch einen eigenen monatlichen Salon mit Gästen. Ein speziell für Mannheim geschriebenes Werk kommt zum Ende der nächsten Spielzeit zur Uraufführung. Mit „Santa Monica", dass seit dem 1. März 2015 auf dem Spielplan steht, hat sich Akin E. Sipal bereits eine Fan-Gemeinschaft aufgebaut. Gleich zu Anfang der neuen Spielzeit kommt sein neues Stück „Kalami Beach" zur Uraufführung. Die Freunde sind gespannt, was er sich sonst noch so für sein Mannheimer Publikum einfallen lässt.

 

Die Freunde und Förderer unterstützen diese Institution Jahr für Jahr mit großer Freude.

http://www.freunde.nationaltheater.de/hausautoren-nationaltheater.html

 

Eine Begeisterungs-Kultur schaffen - die NThusiasten bei der Fundraising-Tagung in Stuttgart am 4. Juli 2016

nthusiastenEs ist für die NThusiasten stets eine besondere Freude, auch außerhalb ihres sonstigen Wirkungsfelds über Programm, Überzeugung und die Leitmotive ihrer Arbeit sprechen zu können. Auch in Stuttgart wurde das den Jungen Freunden des Mannheimer Nationaltheaters einmal mehr ermöglicht. Eingeladen hatte das Württembergische Landesmuseum aus Stuttgart, das in Kooperation mit dem Deutschen Fundraising-Verband eine Tagung zur „Zukunft Kulturfundraising" im Alten Schloss veranstaltete. Versammelt hatten sich über 150 Vertreter aus Bibliotheken, Museen, Theatern und weiteren Kultur-Organisationen, um Neues über das Fundraising zu erlernen.


Neben diversen Workshops, Diskussionspodien und Vorträgen, die über Chancen, aber auch Grenzen des Fundraisings sprachen, gab es bereits am Vormittag ein ganz besonderes Format mit dem Namen „I wish I'd thought of that", in dem Best Practice-Beispiele aus der Kulturszene und ihre programmatische Verfahrensweise aufgezeigt wurden. Neben drei weiteren Referenten hatten hier auch die NThusiasten unter dem Motto „Faszination hat keinen Preis – und genau den nennen wir" über die Bedeutung einer Begeisterungs-Kultur zu sprechen, wenn es gilt, Entscheider mit selbst entwickelten Projekten mitzureißen, um sich deren – finanzielle und/oder ideologische – Unterstützung zu sichern. Interessante Gespräche und interkultureller Austausch wurden auch so einmal mehr möglich, und machten die Reise in die Landeshauptstadt für die NThusiasten einmal mehr zu einem spannenden Erlebnis.

 

Besonders gefreut hat, dass das Credo der NThusiasten "Bedeutung einer Begeisterungs-Kultur" im Laufe der Tagung bei den Diskussionsrunden, in den Workshops und Vorträgen immer wieder zitiert und herausgestellt wurde!

Eine Empfehlung der Mannheimer Theaterfreunde: Der Mannheimer Ring 2016

4862 siegfried 07Mannheim hat eine lange Wagner Tradition. Hier wurde der erste Richard-Wagner-Verein der Welt von Emil Heckel zur Förderung der Bayreuther Festspiele gegründet. Hier gibt es eine Parsifal-Inszenierung aus dem Jahre 1957, die seit nun mehr 59 Jahren zu Karfreitag und Christi Himmelfahrt gespielt wird und sich rühmen darf, die älteste noch gespielte Operinszenierung der Welt zu sein und immer wieder ausverkauft ist.

Die Mannheimer Theaterfreunde möchten Sie einladen zur Wiederaufnahme des Mannheimer Rings in der Inszenierung von Achim Freyer. Es ist eine ungewöhnliche Inszenierung, die bei der Premiere in den Jahren 2011 bis 2013 durchaus kontrovers aufgenommen wurde, doch auch sehr schnell große regionale, überregionale und internationale Anerkennung fand. Die Musikalische Leitung hat Mannheims GMD Dan Ettinger, der sich schon mit dem Dirigat des Rings in Tokyo einen Namen gemacht hatte. Der Filmemacher Rudij Bergmann hatte die Wahnsinnsidee, das Freyer-Projekt von der Entstehung bis zur Premiere in Hunderten von Stunden zu begleiten und daraus eine filmische Dokumentation zu machen. Daraus entstanden ist eine mehrteilige DVD, die die Achim Freyer Inszenierung bestens verstehen und die durchaus ansteckende Begeisterung der Mitwirkenden für dieses Riesen-Projekt spüren lässt. Ein Filmteam um den Regisseur Georg Wübbelt hat die Inszenierung live aufgezeichnet. Dokumentation (€25) und Gesamtaufzeichnung (€50) können Sie direkt im Mannheimer Nationaltheater bestellen, mit Kartenbestellungen zum Ring gibt es Vergünstigungen (0621/1680 150).

Das Rheingold 21. Mai, 29. Mai, 21. Juni

Die Walküre 26. Mai, 24. Juni

Siegfried 05. Juni, 26. Juni

Götterdämmerung 18. Juni, 02. Juli, 28. Juli

www.neuer-mannheimer-ring.de

FREUNDE UNTERWEGS - eine Kulturopernreise nach Paris im Februar 2016

 

Apropos: zu FREUNDE UNTERWEGS mit dem Kooperationspartner ArtMaks gehören die Braunschweiger und Mannheimer Theaterfreunde und seit kurzem auch die Theaterfreunde in Gera.

Wir baten Christa Oser, die als Begleitung der Mannheimer Theaterfreunde mitgefahren ist, für uns eine Zusammenfassung dieser an Höhepunkten reichen Theaterfahrt - vom 2. bis 5. Februar - zu machen.

Paris glänzte gleich mit zwei Saisonhöhepunkten an der Opéra Bastille: „Il Trovatore“ mit Anna Netrebko und Marcello Alvárez und „Werther“ mit Elina Garanca und Piotr Beczala. Treffpunkt der Mannheimer und Braunschweiger Kulturfreunde war das 4**** Hotel Pullmann in Montparnasse. Die Aussicht von dort auf Sacre Coeur, Panthéon und das Panorama nach Norden war spektakulär. Nach einem typisch französischen Abendessen in der Nähe des Hotels ging es am nächsten Tag auf eine ausführliche Stadtrundfahrt. Unsere französische Begleitung Silvia erläuterte vier Stunden lang sehr charmant die wichtigsten Highlights wie Eifelturm, Louvre, Tuillerien, Champs Elysées, Place des Vosges sowie verschiedene Stadtteile und gab interessante Einblicke in die Geschichte und Kultur der Stadt Paris.

Abends dann die sensationelle, modern inszenierte Aufführung „Il Trovatore“ von Giuseppe Verdi mit Anna Netrebko und Marcello Alvárez in den Hauptrollen. Regie führte Alex Ollé. Anna Netrebkos Stimme ist noch wärmer geworden. Jeder Ton ist geführt und trotzdem voller Emotionen. Das übrige Ensemble sang ebenfalls auf höchstem Niveau. Schon allein deswegen hat sich die Reise gelohnt.

Am nächsten Vormittag stand ein geführter Besuch des Musée d’Orsay auf dem Programm, das in einem ehemaligen Bahnhof der Belle Epoche untergebracht ist. Im Musée d’Orsay werden auf 16.000 Quadratmetern mehr als 4000 Exponate gezeigt. Die Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Photographien, Werke des Kunsthandwerks und Designs sowie der Architektur stammen bis auf wenige Ausnahmen aus dem Zeitraum zwischen 1848 und 1914. Mit jährlich etwa 3,8 Millionen Besuchern gehört das Museum zu den Attraktionen der Stadt Paris. Die Stiftung Louis Vuitton, die wir im Anschluss besuchten, ist ein erst 2014 eröffnetes Privatmuseum. Es entstand auf Initiative von Bernard Arnault, dem Vorstandsvorsitzenden des französischen Luxusartikelkonzerns LVHM. Gezeigt werden meist Werke des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude ähnelt Schiffsegeln aus Glas. Der Architekt Frank Gehry nannte es „Glaswolke“. In fünfzig Jahres geht es in den Besitz der Stadt Paris über.

Am Abend dann der nächste kulturelle Höhepunkt, wiederum in der Opéra Bastille. Die eher klassisch inszenierte Oper „Werther“ von Jules Massenet mit der unvergleichlichen Mezzosopranistin Elina Garanca als Charlotte. Werther war Piotr Beczala, Regie Benoît Jaquot. Trotz einer unfreiwilligen Unterbrechung von über einer Stunde, wegen eines technischen Problems auf der Bühne, war die Aufführung dicht und sehr spannend. Elina Garanca wurde ihrem Ruf als die Führende ihres Fachs voll und ganz gerecht. Piotr Beczala als Werther war ein Erlebnis. Auch das übrige Ensemble gab Anlass zu Beifallsstürmen.

Am Tag der Abreise machten wir noch einen Abstecher in das Musée de l‘Orangerie. Bekannt ist das Museum vor allem für die beiden Säle mit den Seerosenbildern Claude Monets. Diese Gemälde sind bis zu 17 Meter breit und je 2 Meter hoch und ergeben eine Gesamtlänge von mehr als 100 Metern. Sie werden auch als „Sixtinische Kapelle“ des Impressionismus bezeichnet. Neben diesen zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandenen Bilder Monets besitzt das Museum ein weiteres Werk des Künstlers aus dem Jahr 1874, dem Jahr der ersten Impressionistenausstellung. Schöner hätte der Abschluss dieser Opernreise nicht sein können.

Ein Vormittag mit Peter Konwitschny und den Mannheimer Theaterfreunden

Konwitschny coverMannheims Theaterfreunde und Opernfans hatten am Vormittag der Mannheimer Premiere von „LA JUIVE“ inszeniert von Peter Konwitschny (eine Koproduktion mit der Oper Antwerpen/Gent) das ganz besondere Vergnügen, den Regiemeister gleich doppelt kennenzulernen – nämlich einerseits in persona und andererseits in Zitaten aus dem neuen Buch von Andrea Welker über sein Lebenswerk. Die Herausgeberin war eigens nach Mannheim gekommen, um ihr Buch im Gespräch mit Peter Konwitschny und seiner Dramaturgin Bettina Bartz selber vorzustellen.

Zum Buch: Der über 500 Seiten und viereinhalb Kilo starke Band beinhaltet neben vielen privaten und Theaterfotos auch Arbeitsmaterialien und Kommentare zu den meisten Inszenierungen von Peter Konwitschny. Nach Städten gegliedert, zeichnet das Buch ein eindrucksvolles Bild des europaweit hochgeschätzten Opernregisseurs. Andrea Welker konnte dabei auf Texte von Kollegen und Mitstreitern zurückgreifen. Aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln schrieben z. B. der Dokumentarist Alexander Kluge, der ehemalige Münchner Opernintendant Sir Peter Jonas, die Tochter des Operettenkomponisten Imre Kálmán, der Bühnenbildner Bert Neumann, der Dirigent Kirill Petrenko, die Sängerin Margit Petersen und viele andere Künstler, Fans und Theaterkritiker.

Der Untertitel „Mensch, Mensch, Mensch“ ist bewusst gewählt - nicht nur, weil er davon zeugt, wie konsequent der Regisseur in seiner Theaterarbeit immer menschliche Beziehungen und soziale Verhaltensweisen im Blick habe, sondern auch, weil bei ihm Berufliches und Privates auf besondere Weise verschmelzen, da er mit Leib und Seele in seiner Arbeit aufgehe. Besonders treffend formulierte es die ehemalige Intendantin des Berliner Ensembles und international als Opernregisseurin erfolgreiche Ruth Berghaus, bei der Konwitschny als Assistent seine Laufbahn begann und die seine Lehrerin und Mentorin wurde. Anlässlich einer Preisverleihung in Berlin hatte sie in ihrer Laudatio gesagt: „Konwitschny glättet nichts und führt uns nicht aufs Glatteis. Seine Unbestechlichkeit lässt das gar nicht zu. Sie ist im Angesicht unserer Zeit sozusagen sein größtes Laster. Er gibt uns Einblicke in die Schichten unter dem Glatteis, er nutzt vergnüglich mit Sängern und Schauspielern und Licht und Form und Stoff und Vers und Farbe und Noten die Dimensionen des Theaters. Ein Spieler. Und wenn Sie denken, dass er nach dem Spiel aufhört, ein Spieler zu sein, dann irren Sie sich. Er ist kein Mensch der Konvention, sondern, wie jedes Bürgerideal, ein Kompromiss. Nur, er weiß es und nutzt es. Das macht ihn überlegen. Er leistet sich diesen Luxus, und ich gratuliere ihm dazu. Er hat Freude an sich und bleibt sich treu.“

Zum Abschluss erzählte Peter Konwitschny, wie er diese vor einigen Monaten in Gent herausgekommene Inszenierung nun mit dem Mannheimer Ensemble noch einmal genauso gründlich erarbeitet hatte, dabei auf die jeweiligen Sänger und ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten feinfühlig und flexibel eingehend, trotzdem aber die ursprüngliche Konzeption und politische Aussage dieses hochaktuell wirkenden Werkes beibehaltend. Er schwärmte von der guten Zusammenarbeit und der hohen Qualität des Hauses, was die Theaterfreunde beglückte.

Apropos hochaktuell: Am 16. April findet in Augsburg die Premiere von Peter Konwitschnys Schostakowitsch-Interpretation „LADY MACBETH VON MZENSK“ statt, auch dies eine Inszenierung, die heutige Zuschauer sowohl stark amüsiert und tief berührt – wie uns in Mannheim berichtet wurde.

Am 6. Mai, dem ersten Abend unseres MUTHEA Jahrestreffens in Augsburg gibt es Gelegenheit, sich die Oper anzuschauen ...

Franz Mazura erhält FAUST-Preis für sein Lebenswerk

Mazura fotoÂchristiankleiner 02Die Freunde Nationaltheater sind überglücklich und freuen sich zutiefst, dass ihr hochgeschätzter Franz Mazura für sein Lebenswerk diese großartige Auszeichnung und Anerkennung erhält. Franz Mazura gehört seit 1964 zum Nationaltheater Mannheim, auch wenn sein Festengagement nur bis 1987 dauerte. Doch sein Zuhause ist hier. Hier ist er einfach allgegenwärtig und auch heute noch gerne so manches Mal als wunderbarer Sprecher mit einer auch heute noch wunderbaren Stimme auf der Bühne zu erleben. Man trifft ihn im Theater, bei der Musikalischen Akademie, beim Wagner-Verband, im Gespräch – er ist einfach eine Institution – immer begleitet von seiner lieben Frau.

 

Die Preisverleihung findet am 14. November 2015 im Saarländischen Staatstheater Saarbrücken statt. Der FAUST gilt als wichtigster deutscher Theaterpreis.

 

Begründung zum Preis (Originalzitat):

„Franz Mazura ist einer der profiliertesten Bassbaritone im deutschsprachigen Raum. Seine künstlerische Vielseitigkeit manifestiert sich in einer ausdrucksstarken stimmlichen Leistung, sprachlicher Präzision sowie einem herausragenden Talent als Schauspieler. Alle Komponenten vereint machen ihn zu einem hervorragenden Interpreten außergewöhnlicher Rollen sowohl im klassischen wie auch im modernen Repertoire. Franz Mazura war einer der bedeutenden Sänger der Wagner-Ära unter Horst Stein am Nationaltheater Mannheim, dessen Renommee er wesentlich mitprägte. Selbst mit über 90 Jahren steht Franz Mazura noch erfolgreich auf der Bühne.

1980 wurde Franz Mazura zum Kammersänger ernannt; seit 1990 ist er Ehrenmitglied des Nationaltheater Mannheims. 2010 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Im November 2014 erhielt er die Ehrennadel seiner Wahlheimatgemeinde Edingen-Neckarhausen (bei Mannheim), in der er seit 1964 lebt.

Franz Mazura wurde 1924 in Salzburg geboren. Sein Debüt wurde durch die Kriegsjahre des Zweiten Weltkrieges hinausgezögert und erfolgte nach seiner Ausbildung in Detmold erst 1955 als Bassist am Staatstheater Kassel. In den folgenden Jahren sang er am Stadttheater Mainz sowie am Staatstheater Braunschweig, 1963 war er Ensemble-Mitglied der Deutschen Oper Berlin; von 1964 bis 1987 folgte ein Engagement am Nationaltheater Mannheim. Er gastierte bei den Salzburger Festspielen von 1960 als Cassandro in „La finta semplice" von Mozart und sang dort 1970 den Pizarro im „Fidelio". Gastspiele brachten ihm an den großen deutschen Bühnen wichtige Erfolge ein. 1973 schloss er einen Gastspielvertrag mit der Staatsoper Hamburg ab. Als ein hervorragender Wagner-Interpret galt der Alberich im „Ring des Nibelungen" als seine Glanzrolle. Zudem erwarb er sich große Verdienste um die Interpretation von Partien des neuen Musiktheaters. So wirkte er 1979 bei der Pariser Uraufführung von Friedrich Cerhas neu bearbeiteter dreiaktiger Fassung der Oper „Lulu" von Alban Berg in der Rolle des Dr. Schön mit sowie 1991 bei der Deutschen Erstaufführung von York Höllers „Der Meister und Margarita" in der Partie des Voland. Weitere Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire waren Scarpia in „Tosca", Jochanaan in „Salome" und Moses in „Moses und Aron" von Schönberg.

Seit 1980 ist Franz Mazura zudem Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper. Zwischen 1972 und 1995 feierte er immer wieder große Erfolge bei den Bayreuther Festspielen als Klingsor im „Parsifal" ebenso wie als Biterolf in „Tannhäuser", als Marke in „Tristan und Isolde" (1975) oder als Alberich, Wanderer und Gunther im „Ring"-Zyklus. In den letzten Jahren war er vor allem als Schigolch in „Lulu", u.a. an der Metropolitan Opera New York, der Bayerischen Staatsoper München, der Opéra National de Paris sowie am Théâtre du Capitole in Toulouse zu hören.“

Mannheims Theaterfreunde sind stolz auf ihr Opernhaus

mannheim-opernhausdesjahresKaum waren Mitgliederversammlung der Freunde Nationaltheater und Theaterfest - bekanntlich am letzten Sonntag im September um 11.00 Uhr und ab 14.00 Uhr - vorbei, wurden die Theaterfreunde am 30. September mit einer ganz tollen Nachricht überrascht, die sich blitzschnell im Mannheimer Theaterleben und in der Stadt herumsprach. Die Oper des Nationaltheaters erhält zweifache Auszeichnung: OPERNHAUS DES JAHRES 2015 (zusammen mit Oper Frankfurt) und URAUFFÜHRUNG DES JAHRES 2015 mit Lucia Ronchettis Esame di mezzanotte.

Dies war das Ergebnis einer Kritikerumfrage der Fachzeitschrift Opernwelt unter 50 unabhängigen Fachjournalisten aus Europa und USA.

 

Zitat Opernwelt:
„Den Titel Opernhaus des Jahres teilen sich in diesem Jahr die Oper Frankfurt und das Nationaltheater Mannheim. Es werden damit zwei Häuser gewürdigt, die sich durch eine von ihren Intendanten Bernd Loebe und Klaus-Peter Kehr über Jahre hin konsequent gepflegte Ensemblekultur sowie eine Spielplangestaltung zwischen Tradition und Innovation auszeichnen, bei der die Entwicklung der hauseigenen Kräfte im Mittelpunkt steht".

Der Titel Uraufführung des Jahres ging an Lucia Ronchettis Esame di mezzanotte. Das Auftragswerk des Nationaltheaters wurde im Mai 2015 in Mannheim uraufgeführt – verantwortlich für Regie, Bühne und Kostüme war Achim Freyer. Zitat Opernwelt: „Kein Zufall, dass auch die Uraufführung des Jahres aus einem Opernhaus des Jahres kommt: die Groteske Esame di mezzanote der italienischen Komponistin Lucia Ronchetti. Ein hochintelligentes, spielerisches, witziges Stück über ein brandaktuelles Thema – die Angst (und die Gefahr), dass wir unser kulturelles Gedächtnis verlieren. Ein Abend, der am Mannheimer Nationaltheater auf Anhieb zündete. Der Mentor im Hintergrund: Klaus-Peter Kehr. Er begleitet das Projekt von den ersten Ideen bis zur Bühnenreife".

 

Bereits in den vergangenen beiden Jahren erhielten Der Idiot von Mieczyslaw Weinberg (2013) und Adriana Hölszkys Oper Böse Geister (2014) am Nationaltheater Mannheim die Auszeichnung Uraufführung des Jahres. Der Opernchor wurde 2014 zum Opernchor des Jahres gewählt. In 2013 erhielt die Oper den 2. Platz in der Kategorie Opernhaus des Jahres.

Apropos Weinbergs Der Idiot ist seit Oktober im Handel oder über
Nationaltheater Mannheim erhältlich. PAN CLASSICS CD PC10328 (SWR2)

Das Jahrbuch 2015 der Opernwelt ist im Handel erhältlich oder direkt beim Verlag bestellen fichtner(at)friedrichberlin.de

 

10 Jahre Kinderchor am Nationaltheater Mannheim - eine Erfolgsgeschichte - unterstützt von den Freunden Nationaltheater

kinderchor-mannheimAm 26. Juli hat der Kinderchor des Mannheimer Nationaltheaters sein 10-jähriges Jubliäum im voll besetzen Opernhaus gefeiert und sein großartiges Können unter Beweis gestellt. 160 aktive Chorkinder begeisterten das Publikum mit einem umwerfenden Programm aus ihrem großen Repertoire. Zum Abschluss kamen 40 Ehemalige auf die Bühne und boten ein originelles Duett (Yes we can, no you can’t) mit den Allerkleinsten.

„Hast Du Spaß am Singen“ ... „Bist Du bereit für spannende Theaterprojekte“ – so oder so lauteten vor 10 Jahren (im Sommer 2005) Annoncen in Zeitungen oder Briefe an Schulen in Mannheim und Umgebung, um interessierte Mädchen und Jungen zwischen 6 und 14 Jahren zu Schnupperchorproben ins Nationaltheater einzuladen. Ein eigener, professionell geführter Kinderchor sollte gegründet werden, so war der Wunsch der damaligen Intendanz zusammen mit dem damaligen GMD und Anke-Christine Kober, die die Idee entwickelte.

Es meldeten sich damals über 300 Kinder, um Rhythmus, Gesang und Mehrstimmigkeit zu erproben. Bereits Mitte Oktober 2005 standen die ersten Sängerinnen und Sänger des neuen Kinderchores in der Premiere von Mozarts Hochzeit des Figaro auf der Bühne. Bis Weihnachten folgten Hänsel und Gretel und La Bohème!

Anke-Christine Kober ist seit Beginn künstlerische Leiterin des Kinderchors, der inzwischen 180 aktive Mitglieder zählt, viele Kinder der „ersten Stunde“ sind immer noch aktiv. Der Kinderchor teilt sich nach Alter in vier Chorgruppen: Kinderchor 1, Kinderchor 2, Jugendchor und Junge Männerstimmen. Unterstützt wird Frau Kober von Charlotte Sabiel, das Einstudieren von Uraufführungen übernimmt Francesco Damiani. Zur besonderen Aufgabe gehört von Anfang an die solistische Ausbildung – nur ein Beispiel von vielen sind die drei Knaben aus der Zauberflöte, die übrigens immer wieder zu anderen Theatern ausgeliehen werden. Diese besondere Ausbildung wird seit einigen Jahren von den Freunden Nationaltheater finanziell unterstützt.

Das Repertoire des Kinderchores ist gewaltig: Figaros Hochzeit, La Bohème, Hänsel und Gretel, Tosca, Der Wildschütz, Die Frau ohne Schatten, Werther, Carmen, I Pagliacci, Carmina Burana, Rosenkavalier, La Gioconda, Faust-Szenen (Schumann), The Outcast, Esame di Mezzanotte sowie Matthäuspassion (Christuskirche) und The Planets (Musikalische Akademie). Zudem war der Kinderchor in den Schauspielproduktionen Die Physiker, Lulu und Der Besuch der alten Dame zu hören und bereits mehrfach innerhalb des Mozartsommers.

Der gute Ruf des Kinderchores hat sich schnell verbreitet und führt immer wieder zu Auftritten außerhalb des Theaters, so in Kirchen, bei Neujahrsempfängen, Seniorenveranstaltungen und in Zusammenarbeit mit BB Promotion bei Abba-The Show und Andrè Rieu. Unvergessen ist der Festakt zum 50-jährigen Firmenjubiläum von Ferrero in Stadt Allendorf.

Immer wieder sind Chorkinder erfolgreich in der Gesangswertung des Wettbewerbs “Jugend musiziert” - 2014 sogar gleich zweimal als Preisträger des Bundeswettbewerbs!

Die Freunde Nationaltheater gratulieren der bunten, lebendigen Kinderchorfamilie zum 10. Geburtstag!

NThusiasten zu Gast bei der re:publica 2015

republica15Eine spannende Reise nach Berlin zur europaweit größten Konferenz digitaler Pioniere, der re:publica, erwartete die NThusiasten-Teammitglieder Josephine Thomer und Markus Mertens. Beim Ideenwettbewerb der Stiftung Zukunft Berlin hatten die NThusiasten – Junge Freunde des Nationaltheater Mannheim Ende März anlässlich des Kongresses der Freundeskreise in der Kultur als „Beste Junge Idee“ überzeugt, und als Preis hierfür unter anderem den Besuch bei der re:publica errungen.

Auf dem Gelände der STATION Berlin erwartete die NThusiasten dann ein dreitägiges Sammelbecken an Workshops, Fachvorträgen, Diskussionen und Abendveranstaltungen. Inhaltlich lieferten die Experten der Konferenz, die 2015 unter dem Motto „Finding Europe“ stand, dabei ein thematisches Spektrum von Netzpolitik bis Medienethik, von Bestattungskultur bis hin zum Bewerbungsmanagement. Renommierte Sprecher wie Jacob Appelbaum waren dabei ebenso vertreten wie die provokante russische Punk-Band „Pussy Riot“. Die NThusiasten sind dankbar für die reichen Erfahrungen, die sie in Berlin sammeln durften, und empfanden den Besuch auf der Konferenz, die immer stärker zum Event wird, als große Bereicherung.

Mannheims Theaterfreunde sind im Schillerrausch

 

18. Internationale SchillertageSchiller war Mannheims erster Hausautor, hier wurden am 13. Januar 1782 die „Räuber“ triumphal uraufgeführt, doch nicht alles wurde von den Bürgern damals auf Anhieb verstanden ... Eine lange Tradition verbindet das Mannheimer Theater (auch Schiller-Bühne genannt) und die Mannheimer Bevölkerung mit Schiller - so ist es ganz folgerichtig, dass die Freunde und Förderer des Mannheimer Nationaltheaters die Internationalen Schillertage alle zwei Jahre finanziell unterstützen und täglich mehrfach ins Theater rennen oder an ungewöhnlichen Plätzen ungewöhnliche Aufführungen erleben und zu später Stunde den Tag mit einem „schill-out“ beenden.

 

Die diesjährigen 18. Internationalen Schillertage wurden mit einer Premiere von „Die Räuber“ in der Regie von Calixto Bieito erfolgreich eröffnet. Nachtkritik schrieb als Resümee der Eröffnungsvorstellung „Hat sich ein dickes "Wow" der Schillertage verdient.“ Die Mannheimer Bürgerbühne entwickelte auf der Basis von Schillers Jungfrau zu Orleans "Kriegerinnen" in der Regie von Miriam Tscholl.

 

Die Schillertage beschäftigen sich unter dem Motto „Geschlossene Gesellschaft“ mit den räumlichen, sozialen und kulturellen Grenzen von heute. Neben Einladungen von Schillerinszenierungen aus der deutschsprachigen Theaterlandschaft – unter anderem vom Maxim Gorki Theater, dem Theater Bremen, dem Deutschen Theater Berlin und dem Staatsschauspiel Dresden, dem Nationaltheater Weimar, dem Jungen Theater Hannover – liegt ein besonderer Schwerpunkt des Festivals auf Aufführungen und Arbeiten aus Afrika – mit fünf Produktionen aus Kapstadt, Johannesburg und Mali.

Eines der vielen Highlight des Festivals ist das Autokino/Drive-In Theater ANALOGUE EYE von Brent Meistre, das junge afrikanische Filmpositionen zeigt. Die Fahrt zum ungewöhnlichen Spielort mit dem eigenen Auto, das schließlich zum Zuschauerraum wird, die Begegnung der Besucher untereinander, Musik und Party machen die Form der Filmvorführung selbst zu einem sozialen Kunstwerk.

Die Internationalen Schillertage enden am 20. Juni - schauen Sie sich das Programm an und staunen Sie mit den Mannheimer Theaterfreunden, wer in diesen Tagen alles so in Mannheim auf der Bühne steht ... www.schillertage.de

Ideenwettbewerb : Eine große Ehre für die NThusiasten

Mehrfach waren sie nominiert, nun haben die Jungen Freunde des Nationaltheater Mannheim, die NThusiasten ihren ersten Preis in die Quadratestadt geholt. Beim 7. Symposium der Freundeskreise in der Kultur, zu dem die Stiftung Zukunft Berlin in Kooperation mit MUTHEA Freundes- und Förderkreise aus der gesamten Bundesrepublik eingeladen hatte, konnten die NThusiasten den Sonderwettbewerb „Junge Ideen“ für sich entscheiden.

Vorangegangen war dem Symposium eine deutschlandweite Ausschreibung, die regen Anklang gefunden hatte. Über 60 Vereine hatten sich beworben und aus der Masse aufstrebender junger Ideen wählte ein Auswahlkomitee hochrangiger Kulturexperten neben den NThusiasten auch die Jungen Kunstfreunde aus Chemnitz sowie die Jungen Freunde der Hamburger Kunsthalle aus, die die Aufgabe hatten, den versammelten Teilnehmern in der Niedersächsischen Landesvertretung in nur fünf Minuten darzulegen, weshalb ihre Idee nicht nur neu und innovativ, sondern auch auf andere Vereine übertragbar ist. Mit diesem Vortrag galt es, das anwesende Publikum zu überzeugen, das vor Ort als Jury fungierte. Die NThusiasten-Teammitglieder Josephine Thomer und Markus Mertens konnten sich dabei mit dem Leitmotiv-Projekt „Wir nehmen Dich mit!“ gegen die starke Konkurrenz, die mit „Kunst in der Stadt“ und „Culture Surfing“ spannende Projekte zwischen Geocaching und Kulturaustausch präsentierte, behaupten, und überzeugten das Publikum restlos.

Am Abend fand im Jüdischen Museum nach einem Grußwort des Berliner Kulturstaatssekretärs Tim Renner die Preisverleihung durch den Geschäftsführer der Stiftung Zukunft, Dr. Volker Hassemer, statt. Der Preis ist für die NThusiasten eine große Ehre und Auszeichnung für das bisher geleistete Engagement, aber auch Ansporn und Triebfeder, nicht nachzulassen, und mutige Ideen weiter zu verfolgen. Neben der Ehre beinhaltet der Preis auch eine Einladung zur re:publica, der wichtigsten Messe für digitale Trends in Europa. Die Messe, die im Jahr 2015 unter dem Motto „Finding Europe“ steht, ist eine bedeutende Plattform für Medienmacher, Politiker und Kulturexperten weltweilt mit Schwerpunkten von der Netzpolitik bis hin zu Interkulturalität.

FREUNDE UNTERWEGS - die Mannheimer und Braunschweiger Theaterfreunde zu Besuch in Regensburg

SchiwagoBianca Schäfer, Mitglied der Mannheimer NThusiasten (Junge Freunde im Kreis der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim), hat die Fahrt nach Regensburg zu Anton Lubtschenkos Uraufführung „Doktor Schiwago“ vom 23. - 25.01.2015 begleitet und gibt uns einen kleinen Einblick in so eine Theaterfahrt.

Zur Oper: Anton Lubtschenko, der 29-jährige Leiter des Operntheaters in Wladiwostok komponierte seine Oper, die auf dem gleichnamigen Roman von Boris Pasternak basiert, in russischer Sprache und orientierte sich für das Auftragswerk an Klängen von Mussorgski über Tschaikowsky und Prokofjew bis Rachmaninow. Als Solisten reisten Sänger aus dem St. Petersburger Mariinski Theater und dem Primorsky-Theater Wladiwostock an.

Die Braunschweiger und Mannheimer Theaterfreunde, die ja schon seit längerem eine gut funktionierende Kooperation mit ArtMaks Kulturreisen haben, kamen dank der persönlichen Kontakte von Andrei Petrov zu Anton Lubtschenko vor zwei Jahren in Ulan Ude in den Genuss, die russischen Künstler persönlich kennenzulernen.

Vorbereitet und eingestimmt wurden die Freunde am Vorabend durch ein Gespräch mit dem Intendanten Jens Neundorff von Enzberg, der zuvor Operndirektor in Braunschweig war und auf alle Fragen zur Entstehung des Auftragswerkes sowie die Debatten in den Medien einging. Anschließend wurde eine Probe zu „Blütenträume“ besucht. Besonders die Braunschweiger Theaterfreunde waren glücklich, den ehemaligen Generalintendanten ihres Staatstheaters und Regisseur dieses Stückes, Wolfgang Gropper, wiederzusehen. Der Abend wurde mit einer Lesung in historischen Räumen zu einem russischen Gänge-Menü abgeschlossen.

Am zweiten Tag wurde die Stadt Regensburg mit Führungen und eigenständig erkundet. Nach einem entspannten Tag waren alle auf die Uraufführung gespannt. Im Anschluss an die Oper gab es zu Wodka die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Komponisten, den angereisten Sängern, dem Intendanten und seinem Team in gemütlicher Runde die Impressionen zu verarbeiten.

Am letzten Tag wurde das Schloss Thurn und Taxis besichtigt, bevor es mit dem Bus wieder in die Heimatstädte zurückging.

Die Theaterfreunde waren - wie immer - mit der Reise sehr zufrieden. Das gut durchdachte und ganz auf die Braunschweiger und Mannheimer Gruppe zugeschnittene Gesamtkonzept gefiel. Neben der Uraufführung mit ausführlichen Hintergrundinformationen, gab es ein sehr schönes Rahmenprogramm und viele persönliche Begegnungen. Vor dem aktuellen politischen Hintergrund war der Besuch der Uraufführung somit weit mehr als ein reiner Sinneseindruck.

Vorfreude aufs Zweite Bürgerbühnenfestival - Ein deutsch-europäisches Theatertreffen

AuftrittVOLKMannheim wartet gespannt auf den Beginn des 2. Bürgerbühnenfestivals, das am kommenden Freitag in Beisein von Frau Ministerin Bauer eröffnet wird. Die Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim haben die Vorbereitungen verfolgt und empfehlen Ihnen unbedingt eine Reise nach Mannheim. Schon das Lesen des Leporellos Auftritt VOLK weckt Interesse teilzunehmen. 

 

Ein Kuratorium, bestehend aus Vertretern des Nationaltheaters Mannheim, des Staatsschauspiels Dresden, des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, des Jungen DT Berlin sowie des Aalborg Teater in Dänemark hat im letzten halben Jahr ca. 100 Produktionen mit nicht-professionellen Darstellern aus dem In- und Ausland gesichtet und die „vielversprechendsten“ Produktionen nach Mannheim eingeladen. Dabei sind zwölf Gastspiele partizipatorischen Theaters aus ganz Deutschland, aus der Schweiz, den Niederlanden, aus Belgien und Dänemark mit insgesamt über 300 Bürgerinnen und Bürgern auf den Bühnen des Nationaltheaters!

Neben den Gastspielen lädt ein umfangreiches und hochkarätiges Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops zur Qualitätsdebatte über professionelle Theaterarbeit mit nichtprofessionellen Darstellern ein.

Das Programm ist durch einen Klick auf das Logo oben oder mit diesem Link erhältlich: www.nationaltheater-mannheim.de

 

 

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