MUTHEA e.V.

Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theaterfördergesellschaften

Flensburg

10 Jahre Bürgerstiftung - Jubiläum in Flensburg

Seit zehn Jahren gibt die Theaterbürgerstiftung Zinserträge an das SH-Landestheater weiter und unterstützt damit insbesondere den Nachwuchs.

scheckuebergabe-flensburgWenn das Kinder- und Jugendtheater mit einer wie jedes Jahr beachtlichen Zuwendung bedacht wird und die zuwendende Stiftung auch noch einen runden Geburtstag feiert, will der empfangende Generalintendant natürlich nicht über Gegenwind sprechen. Denn: „Die Theaterbürgerstiftung ist seit zehn Jahren ein Teil des Rückenwindes, den das Landestheater braucht und wahrnimmt."

Von einem „beachtlichen Erfolg" spricht Peter Grisebach, wenn er auf die vergangene Spielzeit zurückblickt – sowohl wirtschaftlich als auch künstlerisch. Das kann der Generalintendant schon absehen, bevor die Unterlagen den Wirtschaftsprüfern vorgelegt werden. Überregionale Beachtung habe, so hebt Grisebach hervor, etwa die Oper „The two fiddlers" erfahren. Das Konzept, das da hieß, „von Kindern für Kinder", ging auf. Kinder- und Jugendchor des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und Jugendsinfonieorchester übernahmen mit ihrem Stück von Peter Maxwell Davies, das vor der schottischen Küste spielt, nicht nur die Bühne, sondern auch den Orchestergraben. Beide Vorstellungen waren ausverkauft, berichtet Peter Grisebach – und auch vom Spaß, der Aufregung, der „ernsten Selbstverständlichkeit", mit welcher der Theaternachwuchs agierte.

Ohne die Theaterbürgerstiftung hätte er ein solches Vorhaben so nicht realisieren können, sagt der Intendant. Seit er es zu verantworten habe, werden die Mittel zweckgebunden genutzt und das Kinder- und Jugendtheater permanent erweitert. „Das entbindet uns dort von wirtschaftlichen Überlegungen", erklärt Grisebach. Peter Hartwigsen, Schatzmeister der Stiftung, vermutet, dass durch die Kinder auch Eltern fürs Theater erwärmt werden. Und er liegt richtig: „Wir hatten tränenreiche Auftritte im Foyer, weil die Kinder nicht nach Hause, sondern im Theater bleiben wollten", erzählt Grisebach.
Auf dem frischen symbolischen Scheck in Übergröße (s. Foto), den der Stiftungsvorsitzende Max Stark ihm in die Hand drückt, sind 8.000 Euro verzeichnet. Seit zehn Jahren schüttet die Stiftung Erträge aus dem Kapital aus, um ihr Theater zu unterstützen. Starks emotionalster Moment war gleich am Anfang, als er die Dankesurkunde für die Gründung mit allen Unterschriften der Theaterleute bekam – anlässlich der ersten Stiftungsgala im April 2006. „Mir standen gleichzeitig vor Rührung und Freude Tränen in den Augen", erinnert sich der gebürtige Berliner.
Die Geburtswehen und sogar die Anerkennung als Stiftung durch das Innenministerium gingen bereits im Dezember 2005 über die Bühne. „Richtig los ging es ab 2006", sagt Max Stark und begründet damit auch die Würdigung des zehnjährigen Jubiläums in diesem Jahr. Für eine Feier wollen die Förderer jedoch kein Geld ausgeben. Allerdings haben sie 1.500 vorhangrote runde Aufkleber drucken lassen und „sie Theaterbesuchern sprichwörtlich in die Hand gegeben", sagt Stark.
Während sich das Gründungskapital auf 25.000 Euro belief, sei es bis heute auf 295.000 Euro angewachsen. Insgesamt 47.000 Euro an Zinserträgen und Spenden seien seither dem Landestheater zugutegekommen. Von den 58 Namensfeldern auf der zweiten Sponsorentafel im Flensburger Theater sind noch 18 frei. Das Anrecht, sich dort zu verewigen, erhält man mit einer Zuwendung ab 500 €. Aber, sagt Max Stark verschmitzt: „18 Felder wären jetzt noch frei."
Kein Platz blieb frei am 9. September 2016 im Theater bei der ersten großen Vorstellung nach der Sommerpause. Der traditionelle „Auftakt" war ausverkauft. Für Max Stark gilt das als beste Auskunft an der Theaterkasse. Und im winzigen Exkurs lässt sich Peter Grisebach doch noch eine Kampfansage gen Gegenwind entlocken: Das Publikum, sagt er insbesondere mit Blick auf Schleswig und das kommunalpolitische Theater, sei am unschuldigsten an der Situation. Deshalb müsse der Kampf weitergehen um eine neue Spielstätte 2019.

Quellen: Max Stark u. shz, Foto: Max Stark

Reele Chance für eine neue Spielstätte des Landestheaters in Schleswig

Drei Jahre lang wurde in der Ratsversammlung der Stadt Schleswig teilweise erbittert über das Thema Theater gestritten.


Flensburg-TheaterbuergerstiftungIm Dezember 2015 wurde nun einstimmig der Kauf des ehemaligen Bundeswehr Mannschaftsheimes „Heimat“ auf der Freiheit beschlossen. Es soll zum multifunktionalen Kulturhaus umgebaut werden und auch dem Landestheater künftig als Spielstätte dienen. Augenblicklich wird dort Varietétheater angeboten. Mit dem Kauf und geplanten Umbau des Hauses wurde nun ein deutliches Signal dafür gesetzt, dass die Stadt über das im Gesellschaftervertrag festgelegte Jahr 2019 hinaus Bühnenstandort bleiben will. Die Fertigstellung ist bis zum Sommer 2017 geplant.


Der Generalintendant des SH-Landestheaters Peter Grisebach sieht nach dem Umbau eine realistische Möglichkeit für eine leistungsfähigere Bühne im Anschluss an die derzeitige Ersatzspielstätte Slesvighus. Aufgrund der Unterkellerung des Gebäudes wird der Bau eines Orchestergrabens nicht ausgeschlossen. Mit Graben wären - im Gegensatz zu heute – Konzerte sowie Musiktheater- und Ballettproduktionen inklusive Orchesterbegleitung durchführbar. Ohne diesen wären neben dem Schauspiel nur Sinfoniekonzerte, Konzerte und Opern für Kinder und ggf. Ballettproduktionen ohne Orchesterbegleitung möglich.


Peter Grisebach geht von guten Voraussetzungen für die Zukunft des Landestheaters aus. Die neue multifunktionale Spielstätte in Schleswig könnte sich positiv auf die Verhandlungen mit den Gesellschaftern der Kreise Schleswig-Flensburg und Dithmarschen auswirken. Diese hatten leider ihre Mitgliedschaft im Sommer 2015 gekündigt.

Neujahrskonzert zwischen furios und grandios

Flensburg-TheaterbuergerstiftungMit Polkaschwung und Walzerseligkeit den Kater vom Silvesterabend vertreiben. Dafür sind die Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker legendär. Seit ein paar Jahren gibt es dieses musikalische Festtagsvergnügen nicht mehr nur an der Donau, sondern auch an der Flensburger Förde sowie in Itzehoe, Rendsburg und Heide.

Unter dem Motto “Furios. Kurios. Grandios.“ präsentierte das Schleswig-Holsteinische Sinfonieorchester in Zusammenarbeit mit der Theaterbürgerstiftung zum Neujahrstag 2016 wieder ein buntes Programm mit schwungvoll-flockiger mitreißender Orchestermusik.

flensburg-neujahr-8291Der Gastdirigent Mark Rode, 1. Kapellmeister der Niedersächsischen Staatsoper, ist nicht nur ein temperamentvoll-umsichtiger Orchesterleiter, der sein Ensemble zu delikaten Klängen ebenso wie zu großartigen Kraftausbrüchen zu führen weiß. Er ist zugleich als charmanter und plaudernder Moderator eine Idealbesetzung.

Vor ausverkauftem Haus und einem begeisterten Publikum, das mit guten Neujahrswünschen von der Theaterbürgerstiftung begrüßt wurde, war es ein verheißungsvoller Jahresauftakt.

2016 - 10 Jahre Theaterbürgerstiftung Flensburg

flensburg-A5 Handzettel K3-seite2Mit den besten Wünschen für 2016 grüßt uns die Theaterbürgerstiftung in

Flensburg, die in 2016 auf zehn erfolgreiche Jahre zurückblicken kann.

 

 

Gemeinsamer Auftakt mit Theater und Fördergesellschaft

AUFTAKT – Einladung zur neuen Spielzeit In Zusammenarbeit mit der Theaterbürgerstiftung

Flensburg-AUFTAKT15-08Es ist inzwischen eine bewährte Tradition: Mit dem festlichen „Auftakt“-Konzert gibt das Schleswig-Holsteinische Landestheater den Startschuss für die neue Spielzeit und bietet den bekannten und neu engagierten Ensemblemitgliedern die Gelegenheit, mit beliebten, aber auch mit selten zu hörenden Arien und Ensembles aus Oper und Operette zu glänzen.

Generalintendant Peter Grisebach moderiert ein abwechslungsreiches Programm, das mit Ausschnitten aus Verdis „La Traviata“, Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“, dem Gerswin-Musical „Crazy for you“ und nicht zuletzt aus Kalmans populärer Operette „Die Csardasfürstin“ einen ersten Vorgeschmack auf die Premieren der Saison 2015-2016 gibt. Dazu erklingen unter der musikalischen Leitung von GMD Peter Sommerer Werke von Beethoven, Bizet, Lortzing und Mussorgski.

Presse Rezension: Appetithäppchen von Mozart und Verdi
Große Stimmen beim Auftakt-Konzert des SH-Landestheaters vor ausverkauften Haus in Flensburg.
Bezüglich der Kündigungen von 2 Gesellschaftern (Kreise Dithmarschen und Schleswig-Flensburg) folgt die Ermunterung des Generalintendanten: „Wir müssen weiter hoffen“.

Unterstrichen wird dies mit der Ouvertüre aus Beethovens „Fidelio“. Bekanntlich ist diese eine Rettungs- und Befreiungsoper.
Mit Arien auf Französisch, Italienisch und einer auf Russisch geht es weiter. Letztere singt Kai-Moritz von Blanckenburg. Für die wilde Krönungsszene aus Modest Mussorgskis „Boris Godunow“ erklingt das große Aufgebot an Instrumenten mit Opernchor (Einstudierung: Bernd Stepputtis). Das Stück bildet wie angekündigt den Kontrast zum Duett zuvor.

Predrag Stojanovic als Georgio Germont bittet darin die ehemalige Edelprostituierte Violetta , seinen Sohn Alfredo aufzugeben. Der ausdrucksstarke Bariton harmoniert hervorragend mit der Sopranistin Hasanagic, die überzeugend die zerbrechliche wie verzweifelte Seite der Violetta zeigt.
Für Verdis „La Traviata“ (Premiere: 19. September in Flensburg) ist der Bariton aus Graz erneut als Gast engagiert.

Den größten Anteil am Repertoire vor der Pause haben Mozart-Arien. „Non so piu“ heißt eine aus „Die Hochzeit des Figaro“ (Premiere: 16. Januar 2016 auf Deutsch). Nicht nur dank ihres leichtfüßigen Gesangs und ihrer natürlichen Art, sondern auch im atemberaubenden schwarzen Hosenanzug macht Mezzosopranistin Camilla Lehmeier eine perfekte Figur.

Der neue lyrische Tenor am Landestheater kommt aus den Vereinigten Staaten. Christopher Hutchinson brilliert mit der Bildnisarie aus der „Zauberflöte“ und gewinnt damit die Gunst der Zuhörer(innen).
Um einiges draufgängerischer agiert allerdings der gebürtige Mexikaner Jorge Alberto Martinez Mendoza. Die Register-Arie „Madamina, il catalogo è questo“ aus „Don Giovanni“ lotet er mit weichem Bass-Bariton wunderbar aus – und die Möglichkeiten des Spielens. Mit Augenbrauen, Blitzen in den Augen und Fingerübungen besingt er die zahllosen Liebschaften seines Herrn in Italien – „und in Deutschland 230“.

Höchst beschwingt steigt das Orchester mit einem ebenso beschwingten Generalmusikdirektor Peter Sommerer nach der Pause wieder ein. Kein Wunder, George Gershwin steckt dahinter, dessen Musical „Crazy for you“ in dieser Spielzeit aufgeführt wird (Premiere: 10. Oktober).

Nach dem Gershwin-Musical werden Kostproben aus Verdis „La Traviata“ dargeboten. Das Ensemble muss schließlich die Verdi-Arie „Libiamo“ als Zugabe zweimal wiederholen,weil das Publikum einfach nicht genug bekommt.

Vor der „Traviata“ übernimmt Peter Grisebach einen Scheck über 6000 € für das musikalische Kinder– und Jugendtheater vom Vorsitzenden der Theaterbürgerstiftung Max Stark und seiner Stellvertreterin Silvia Menke (s. Foto) entgegen. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Stiftung wurden runde Aufkleber (s. Abbildung) an die Theaterbesucher verteilt – als Bekenntnis zum Landestheater.

Stand der Theaterkrise im Norden

Flensburg-TheaterbuergerstiftungVor der beginnenden MUTHEA-Sommerpause hier noch ein Überblick zum jetzigen Stand der Theaterkrise im Norden.
Sein oder Nichtsein – Immer noch gilt die Hamlet´sche Existenzfrage. Gemäß der Satzung können die 14 Gesellschafter zum 31. Juli dieses Jahres zum 31. Juli 2017 mit Wirkung 31. Juli 2019 kündigen. Erfreulicherweise hat sich die Stadt Flensburg als größter Gesellschafter gegen eine Kündigung ausgesprochen. Ebenso die Stadt Schleswig und der Kreis Nordfriesland, welche als Wackelkandidaten galten. Im Gegensatz dazu hat der Kreis Dithmarschen den Gesellschaftervertrag gekündigt. Der Landkreis Schleswig-Flensburg wird dies als Alibifunktion für seine angekündigte Kündigung Ende Juli rechtfertigen.
Damit droht ein Dominoeffekt, und es ist zu befürchten, dass weitere Gesellschafter auf dem Sprung stehen von Bord zu gehen. Es bedarf großer Anstrengungen bis 2017 die ausgesprochenen Kündigungen wieder einzusammeln. Vielleicht werden die bis dahin anstehenden Wahlen in den jeweiligen Städten und Kreisen hilfreich sein.
Für die größte Landesbühne in Deutschland und ihren 330 Beschäftigten mit über 700 Vorstellungen im Jahr gilt das kulturpolitische Ziel sie in ihrer Struktur über 2019, gegebenenfalls mit den von der actori GmbH entwickelten Szenarien, weiterhin zu erhalten.

Die SH-Landestheater- u. Sinfonieorchester GmbH ist in seiner Existenz stark gefährdet.

Flensburg-TheaterbuergerstiftungBedingt durch die Schließung des Schleswiger Theaters wegen akuter Einsturzgefahr im Juni 2011 befindet sich das SH-Landestheater mit seinen Theatern in Rendsburg, Flensburg und Schleswig in einer Existenzkrise.

Nach der ersten Spielzeit (2010/11) unter Generalintendant Peter Grisebach und seinem neuen Leitungsteam konnte das Landestheater - entgegen allen Erwartungen - mit einem positiven wirtschaftlichen Ergebnis aufwarten. Allein in Schleswig besuchten fast 40.000 Zuschauer in dieser Spielzeit mehr als 100 Aufführungen von Oper, Operette, Musical, Schauspiel, Ballett, Kinder- und Jugendtheater, Puppentheater und Sinfoniekonzerte im Stadttheater.

Mitte Juni 2011 kurz vor den Theaterferien, wurde der große Zuschauerraum des Schleswiger Theaters mit seinen knapp 500 Plätzen, vom städtischen Bauamt „von heute auf morgen“ gesperrt, da eine akute Einsturzgefahr des Daches festgestellt wurde.

Anfang Juli im gleichen Jahr lagen die Ergebnisse einer genaueren statischen Untersuchung vor: 1. Eine provisorische Sicherung des Daches, um den Spielbetrieb der kommenden Spielzeit zu gewährleisten, ist nicht möglich.
2. Eine Nutzung des Zuschauerraumes ist zumindest für die Spielzeit 2011/12 ausgeschlossen.
3. Es sollen Erkenntnisse über Gesamtsanierungsmaßnahmen und Kosten sowie über zeitliche Abläufe erstellt werden.

Da die Stadt Schleswig keine alternativen Räumlichkeiten für das Spielplanangebot im Großen Haus besitzt, musste kurzfristig ein „Notfallplan“ für die Spielzeit 2011/12 entwickelt werden. Das gesamte Schleswiger Spielplanangebot (Oper, Operette, Musical, Schauspiel, Tanztheater) wurde auf die Standorte Rendsburg und Flensburg verteilt. Für die Theaterbesucher wurde ein kostenloser Bustransfer zu den jeweiligen Aufführungen angeboten.
Die dänische A.P. Møller Skolen gewährt dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester „Asyl“, solange das einsturzgefährdete Stadttheater gesperrt ist. Alle künftigen Konzerte finden im jeweils zum „Konzertsaal“ ausgebauten Foyer der Schule statt.

Im September 2011 lag die gutachterliche Untersuchung vor. Die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen am Schleswiger Theater wurden auf ca. neun Millionen Euro beziffert, um den spielbereiten Zustand wieder herzustellen und zu konservieren (die "Restaurierungszeit" wird auf ca. drei Jahre angesetzt). Eine Garantie, dass bei den fälligen Arbeiten durch bisher verdeckte Schäden nicht noch mehr Geld und aufwendigere Zeiträume in Anspruch genommen werden müssen, kann niemand geben. Die Kosten für einen Neubau an gleicher Stelle werden mit 15 bis 18 Millionen Euro beziffert, bei ähnlich langer Bauzeit von drei bis vier Jahren.

Die Stadt Schleswig ist jedoch per Gesellschaftervertrag verpflichtet, eine Spielstätte zur Verfügung zu stellen. Um dieser Verpflichtung nachzukommen hat sie sich durch einen einmaligen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 600.000,00 € an der Instandsetzung des großen Saales im Gebäude Slesvighus durch den Sydslesvigsk Forening (SSF) beteiligt. Damit hat die Sparte Schauspiel der Landestheater GmbH am innerstädtischen Theaterstandort (200 m vom heute abgerissenen Theater entfernt) für einen befristeten Zeitraum eine "neue Heimat".
Seit der Spielzeit 2012/2013 wird die Interimsspielstätte mit einer Platzkapazität von 302 Plätzen genutzt. Aufgrund der Bühnengröße und des fehlenden Orchestergrabens können nur Schauspielproduktionen gezeigt werden. Die Ersatzspielstätte bietet somit dem Publikum in Schleswig und Umgebung zumindest diese Aufführungen an. Damit wurde den zahlreichen Abonnementskündigungen nach der Schließung entgegengewirkt.
Um für die Schleswiger Abonnenten Musiktheater- u. Tanztheatervorstellungen anbieten zu können, werden diese in den Stammhäusern Flensburg und Rendsburg gespielt und mit einem Bustransfer versehen.
Diese Maßnahmen führten aber nach wie vor nicht zu einer Stabilisierung der Schleswiger Besucherzahlen. So mussten dennoch Abonnementskündigungen und rückläufige Besucherzahlen verzeichnet werden.

Der Theaterneubau in Schleswig ist weiterhin finanzierungsbedingt offen. Der Theaterstandort ist aber von existenzieller Bedeutung für den langfristigen Fortbestand der GmbH in seiner jetzigen Struktur und der finanziellen Leistungsfähigkeit in den kommenden Jahren.

Die Gesellschafterversammlung hat deshalb im Juni 2014 die Fa. actori mit der Frage beauftragt, wie und mit welcher Struktur die GmbH unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen in der Zukunft wirtschaftlich und inhaltlich erhalten bleiben kann.
Am 8. Mai 2015 wird die Beratungsfirma ihre Ergebnisse und mögliche Szenarien vorstellen. Der endgültige Beschluss durch die Gesellschafterversammlung fällt einen Monat später. Bis dahin muss die Entscheidung der Stadt Schleswig für einen Theaterneubau erfolgt sein.

Es ist zu hoffen, dass die Gesellschafter mit dem Land Schleswig-Holstein aus den Empfehlungen der Beraterfirma gemeinsam einen Weg für den Erhalt des SH-Landestheaters finden.

Max Stark

Quelle: SH-Landestheater- u. Sinfonieorchester GmbH

Neues Mitglied: Flensburg

Als neues Mitglied in der MUTHEA können wir die Theater-Bürgerstiftung Flensburg begrüßen.

Foto1-Max StarkVorsitzender der Stiftung ist Max Stark (70). Er ist seit 1976 ehrenamtlich für das SH-Landestheater und das Sinfonieorchester in verschiedenen Funktionen tätig:
Von 1993-2006 Vorsitzender der Flensburger Theaterfreunde e.V., heute Ehrenvorsitzender. Während dieser Zeit war Stark mit den Theaterfreunden bereits einmal Mitglied in der MUTHEA.

Max Stark war 10 Jahre im Aufsichtsrat des Theaters und ist heute Mitglied der Gesellschafterversammlung der Landestheater GmbH. Seit 17 Jahren Mitglied im Kulturausschuss der Stadt Flensburg, davon 5 Jahre Vorsitzender.

 

Die Stiftung will den Fortbestand der Schleswig-Holsteinischen Landestheater- und Sinfonieorchester GmbH in der heutigen Form eines Mehrspartentheaters in den Sitzstädten Flensburg, Schleswig, Rendsburg und den Spielorten der umliegenden Landkreise langfristig sichern. Dabei verfolgt die Stiftung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Die eingeworbenen Mittel sollen insbesondere dem Schleswig-Holsteinischen Landestheater und Sinfonieorchester zugute kommen, wie z. B.:

• Förderung des qualifizierten künstlerischen Nachwuches
• Förderung des Kinder- u. Jugendtheaters
• Förderung des Gesanges besonders Begabter
• Förderung von herausragenden Produktionen
• Förderung von herausragenden Veranstaltungen
• Anschaffung von notwendigen Musikinstrumenten

Dieses soll zum einen durch das Einwerben von Zustiftungen und Spenden geschehen, durch welche die Stiftung den Spielbetrieb am Landestheater fördert und die Vielfalt an Angeboten erhält. Zum anderen soll die Botschaft ausgehen, dass in unserer Stadt bzw. Region das Theater mit dem Sinfonieorchester für die Bürger unverzichtbar bleibt.

Mit der Gründung der »Theaterbürgerstiftung« wurde ein positives Zeichen für Bürgerwillen gesetzt. Zur Aufstockung des Gründungskapitals erbitten wir weitere Zustiftungen von Industrie, Handel, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürgern diesseits und jenseits unserer Grenzregion.

 

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