MUTHEA e.V.

Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theaterfördergesellschaften

Bonn

„Wie eine Sahnetorte oder ein Feuerwerk“

Bei der zehnten Preisverleihung des THESPIS wurde mit Mareike Hein die bisher jüngste Schauspielerin ausgezeichnet. Mit BND – BIG DATA IS WATCHING YOU wurde außerdem eine Bonner Uraufführung und mit Angelika Schmidt unsere langjährige Souffleuse mit dem Sonderpreis gewürdigt.

 

thespis-csm mareikethespis 0678c813e5"Nach vier Jahren Bonn ist das eine wahnsinnig tolle Auszeichnung und eine Bestätigung der vielen, vielen Rollen, die ich hier spielen durfte", freute sich Mareike Hein über die Auszeichnung. Die bisher jüngste Gewinnerin der 9 kg schweren Trophäe für besondere schauspielerische Leistungen wird das Ensemble als festes Mitglied zum Ende der Spielzeit verlassen. "Dieser Preis ist für mich wie eine Sahnetorte oder ein Feuerwerk zum Abschied: Es macht ihn schwerer und leichter zugleich. Vor allem aber schöner und intensiver. Tausend Dank für diese Auszeichnung und vier Jahre am THEATER BONN!"

Mit Mareike Hein gewann die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung zum vierten Mal eine Frau. Ihre Wandlungsfähigkeit überzeugte die Mitglieder der Freunde der Kammerspiele, die sie mit großer Mehrheit zur diesjährigen Preisträgerin wählten. Den Ausschlag gab auch ihre außerordentliche Bühnenpräsenz als Ellida in Ibsens DIE FRAU VOM MEER in der Regie von Martin Nimz. Laudatorin Elisabeth Einecke-Klövekorn, stellvertretende Vorsitzende der FK, betonte besonders auch ihre vielseitige Figurengestaltung bei der Uraufführung von LOVE YOU, DRAGONFLY von Fitz Kater in der Regie von Alice Buddeberg sowie ihr berührendes Gretchen in Goethes FAUST I.

Sonderpreis für Souffleuse, Uraufführung die beste Inszenierung

Einen mit 500 Euro dotierten Sonderpreis erhielt die langjährige Souffleuse Angelika Schmidt und würdigte damit eine Leistung, die vom Publikum selten wahrgenommen wird. Angelika Schmidt ist seit 2003 am THEATER BONN tätig. "Ihr hochsensibles Mitdenken und ihr empathisches Mitwirken bei zahllosen Vorstellungen verdient eine Auszeichnung", hatte der FK-Vorstand einstimmig beschlossen. Die Laudatio hielt der Schauspieler Rolf Mautz, Ehrenmitglied der FK und Thespis-Preisträger 2013, der Angelika Schmidt bereits aus der gemeinsamen Zeit am Theater Oberhausen kennt.

Ein ebenfalls mit 500 Euro dotierter Sonderpreis ging an Konzept, Regie, Ensemble und alle Mitwirkenden der Uraufführung von BND - BIG DATA IS WATCHING YOU, inszeniert von Simon Solberg. Eine von den FK berufene Jury kürte das Recherche-Projekt zur bemerkenswertesten Produktion der Spielzeit 2016/17. Zur Begründung hervorgehoben wurden die Aktualität und der direkte Bezug zu Bonn. Die Vorstellung sei "eine hochspannende Aufklärungs-Arbeit über Mechanismen der Realitätskonstruktion mit erhellenden Reflexen von der Vergangenheit auf die Gegenwart und Denkangeboten für die Zukunft", heißt es in der Jury-Begründung. Die Laudatio hielt Professor Kurt P. Tudyka, ehemaliger Vorsitzender der FK.

Es war das zehnte Mal, dass der Bonner Theaterpreis THESPIS der Gesellschaft der Freunde der Kammerspiele e.V. verliehen wurde. Die Auszeichnung fand am 25. Juni 2017 in den Kammerspielen Bad Godesberg statt. Das THEATER BONN gratuliert allen Gewinnern sehr herzlich!

Foto: Thilo Beu

Freunde der Kammerspiele - Aktuelles aus Bonn

1. Der neue Finanzdirektor des Theater Bonn stellt sich den Mitgliedern vor und erläuterte die  Finanzen des Theaters, wie Zuwendungen + Einnahmen ./. Ausgaben, fixe und variable Kosten, Verhältnis Oper-Schauspiel, Kosten pro Produktion, Haushaltsbefugnis und vieles mehr.

2. 10 Jahre Freunde der Kammerspiele

jubilaeum-bonnDie Gesellschaft der Freunde der Kammerspiele feierte in einem sehr festlichen Rahmen in der Bad Godesberger Redoute mit der Theaterleitung, Schauspielern, Musikern und Politikern ihr zehnjähriges Bestehen. Der Verein ist aus einer kulturpolitischen Initiative entstanden und ist ausschließlich auf die Sparte Schauspiel des Bonner Theaters gerichtet. Das spiegelt auch das intellektuelle und politische Profil seiner Geschichte wider, die in einer zum Jubiläum erschienen Festschrift dokumentiert wird. Die "Thespis"-Theaterpreisträger Birte Schrein (2009) und Sören Wunderlich (2015) trugen mit einem theatral vorgetragenen Dialog zum Gelingen des Jubiläums bei.

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Schüler beim "Kleinen Onkel"

2016-04 bonnEine der Aufgaben, die sich die Bonner "Gesellschaft der Freunde der Kammerspiele" sogar satzungsgemäß von Anfang an gestellt haben, ist Jugendliche für das Theater zu begeistern. So wurden vor einigen Jahren Schulklassen in einem prämierten Wettbewerb animiert, Zeichnungen anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Bonner städtischen Theaters anzufertigen, die dann im Opernfoyer ausgehangen wurden. Kinder türkischer Eltern wurden in ein Weihnachtsstück einführend begleitet. Die erste Jugendmannschaft des Bonner Fußballclubs BSC Bonn wurde samt dazu anstiftenden Trainers zu einer Aufführung von "Leonce und Lena" eingeladen. Und im März folgten über 60 Schüler der Einladung der "Freunde " im Rahmen eines Kooperationprojekts und wanderten am frühen Morgen von ihrer Elisabeth-Selbert-Gesamtschule unter Führung ihrer Lehrer geschlossen zu den Kammerspielen. Unter ihnen eine internationale Klasse mit erst kürzlich nach Bonn immigrierten Jungen und Mädchen.  Dort erwartete sie auf Plätzen der großen Bühne eine Aufführung von Barbro Lindgrens "Die Geschichte des kleinen Onkels" mit Mitgliedern des Beethovenorchesters und des Marabu-Ensembles. Für fast alle Schüler war es der erste Besuch der Kammerspiele. Vorher konnten sie im Foyer erfahren, was alles zu einem Theaterbetrieb gehört, von der Garderobe bis zum Schminktopf. Im Saal zeigte der Bühnenmeister den staunenden Schülern das Herunterrasseln des Eisernen Vorhangs und die Bühnenbeleuchtung. Begeistert applaudierten sie schließlich nach der Aufführung den Schauspielern und den Musikerinnen, bevor es wieder zurück zum Unterricht in die Schule ging.

Durch Schrumpfung gestärkt

bonn-kammerspieleZwei Tage vor Weihnachten haben der Kultur- und der Finanzausschuss des Stadtrates fast einstimmig den Vorschlag der Verwaltung gebilligt, dass das Schauspiel Bonn seine rechtsrheinischen Spielstätten in Beuel (zugunsten des Kabaretts „Pantheon“) verliert und dafür den Bestand seiner Hauptspielstätte in Bad Godesberg, die Kammerspiele, für die Zukunft garantiert erhält. Damit erfüllt sich das Hauptziel der vor zehn Jahren als „Initiative pro Kammerspiele“ entstandenen Gesellschaft der Freunde der Kammerspiele. Diese werden ihr zehnjähriges Jubiläumsfest Ende April daher mit besonderer Freude begehen und den Tropfen Wermut – den Verlust der jüngst wenig genutzten Spielflächen auf dem Beueler Fabrikgelände - im großen Freudenbecher kaum schmecken.

Ungewissheit in Bonn

bonn-kammerspieleWie die Zukunft des Bonner Theater aussehen wird, ist höchst unsicher. Eine Entscheidung sollte der Rat der Stadt in den kommenden Wochen treffen. Drei Fragen drängen auf eine Antwort: Das bundesweit bekannte Kabarett „Pantheon“ braucht ab Sommer 2016 eine neue Spielstätte, weil die bisherige abgerissen wird. Das Opernhaus für das Musiktheater und die Kammerspiele für das Sprechtheater müssen dringend renoviert werden. Das Theater Bonn soll weitere 3,2 Mill. € zur  Sanierung des Haushalts der überschuldeten Stadt beitragen. So muss entschieden werden, ob das Kabarett eine Spielstätte des Theater Bonn, - die Schauspielhalle Beuel –, übernehmen soll und das Theater Bonn dafür durch eine umfassende Renovierung der Kammerspiele kompensiert wird, in welchem Umfang das marode Gebäude des Opernhauses saniert werden und wie hoch der künftige Etat des Theaterbetriebes sein soll. Allerlei Alternativen schwirren durch die Luft. Die Freunde der Kammerspiele haben sich dafür engagiert, die Kammerspiele weiter zur Hauptspielstätte des Sprechtheaters auszubauen.

Theaterpreis in Bonn

Thespis für Wunderlich - Publikumspreis für beste Inszenierung geht an "Hiob"
 
bonn-publikumspreisDen mit 1.000 Euro dotierten Theater-Preis, der zusätzlich mit einer wertvollen Skulptur der Bonner Künstlerin Sidika Kores überreicht wird, erhielt in diesem Jahr Sören Wunderlich. Den Preis für die Produktion "Hiob" überreichte Kurt P. Tudyka ebenfalls im Rahmen der Feierstunde.
Bad Godesberg (as). Im Rahmen einer festlichen Matinee der Gesellschaft Freunde der Kammerspiele in den Bad Godesberger Kammerspielen wurde jetzt Sören Wunderlich der Bonner Theaterpreis "Thespis" 2015 überreicht. Die Mitglieder der Gesellschaft Freunde der Kammerspiele hatten zuvor die Wahl des neuen Preisträgers vorgenommen. Seit 2008 wird jährlich der Theaterpreis für eine herausragende Inszenierung und für besondere schauspielerische Leistung verliehen Die Produktion "Hiob" erhielt nach der Publikumswahl den Preis in der Kategorie "Beste Inszenierung". Raul Kaiser hielt die Laudatio auf "Hiob" und Elisabeth Einecke-Klövekorn die Laudatio auf Sören Wunderlich. Das Jazz-Ensemble der Musikschule begeisterte die Zuschauer musikalisch.
 
Sören Wunderlich seit zwei Jahren in Bonn!
Der Theaterpreisträger 2015, Sören Wunderlich, wurde 1979 in Radebeul bei Dresden geboren, war nach dem Schauspielstudium von 2002 bis 2005 am Landestheater Tübingen engagiert, danach festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Hamburg. Seit zwei Jahren spielt Sören Wunderlich am Theater Bonn, trat unter anderem bei "Helmut Kohl läuft durch Bonn", "Leonce und Lena", "Die Wildente" und "Königsdramen" auf. In der kommenden Spielzeit wird Wunderlich in "Jenseits von Eden" zu sehen sein.
Förderer des Sprechtheaters!
Seit ihrer Gründung Anfang 2007 sind viele engagierte Bürger aus dem Bonner Stadtgebiet und dem Stadtbezirk Bad Godesberg sowie der Region der Gesellschaft zur Förderung des Sprechtheaters beigetreten. Die Mitglieder engagieren sich damit für eine hohe künstlerische Qualität und die kulturelle Bedeutung des Bonner Schauspiels, die kontinuierlich nur an seinem Zentrum in den Kammerspielen zu verwirklichen ist, sagt der Vorsitzende Kurt P. Tudyka. 2012 haben sich die Freunde der Kammerspiele für eine Autonomie des Schauspiels als Sparte des Theater Bonn eingesetzt. Sie wurde durch die Bildung einer eigenständigen Schauspieldirektion 2013 auf den Weg gebracht. Erneut gibt es Absichten, die das Schauspiel insgesamt und insbesondere seine Arbeit in Bonn-Bad Godesberg gefährden. Diesen gilt es durch bürgerschaftliches Engagement entgegenzutreten. Darum gilt, wer das Sprechtheater in Bonn erhalten und fördern will, muss Mitglied seiner Freunde werden. Die Freunde der Kammerspiele sind mehr als nur Zuschauer, betont Kurt P. Tudyka, der im Rahmen der Theaterpreis-Übergabe hinsichtlich des im kommenden Jahr stattfindenden 40. Geburtstag der Kammerspiele als Hauptspielstätte des Theater Bonner viele Fragen zur Entwicklung des Theaters für die Zukunft stellte. Nach den Eröffnungsworten von Kurt P. Tudyka sprachen der Bonner Generalintendant Dr. Bernd Helmich, die Bonner Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller und die Bad Godesberger Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke sowie die Schauspieldirektorin Nicola Bramkamp. Großes Interesse fand der Festvortrag des ehemaligen Bonner Generalintendanten Dr. Manfred Beilharz, der zum Thema "Das Theater - Herz einer Stadt" Stellung bezog. Lars Figge bot mit einem Videofilm einen Rückblick auf die vergangene Spielzeit. Ludger Burstedde lud schließlich alle Anwesenden zum Empfang im Theaterfoyer ein.

In Bonn weht ein rauer Wind

bonn-freunde-kammerspieleWie die meisten Kommunen in Deutschland ist auch die Stadt Bonn überschuldet. Die Stadtverwaltung plant eine starke Verminderung und gar Beendigung der Neuverschuldung u.a. durch weitere Kürzungen des Theaterjahresetats (Oper und Schauspiel). Während bei Antritt der neuen Intendanz 2013 von 3 Mio € die Rede war, die sie sukzessive zu leisten versprach, wird nun 8 Mio € seitens der Verwaltung gefordert.

Da auch noch Renovierungen für die Oper mit geschätzten 20 bis 30 Mio € und für die Kammerspiele mit 2 Mio € Kosten als notwendig erklärt werden, für die ausreichende Reserven fehlen, erscheint eine Fortsetzung des Spielbetriebs in naher Zukunft auf bisherige Weise in Frage gestellt. So wird von der Verwaltung und von Politikern wieder die Schließung der Hauptspielstätte des Schauspiels, der Kammerspiele in Bad Godesberg, in Umlauf gebracht, ohne dass eine Alternative aufgezeigt wird.

Gleichzeitig startet mit der Parole "Gerechtigkeit" eine Gruppe von Sportfunktionären den Versuch eines Bürgerbegehrens zu noch weiteren Kürzungen und Umschichtungen öffentlicher Mittel für die "Luxuskultur" zugunsten der Leibeskultur, was u.a. auf die Schließung der Oper zielt. Die Freunde der Kammerspiele werden zusammen mit den Opernfreunden in einer öffentlichen Veranstaltung die Kandidaten der anstehenden Wahl eines neuen Oberbürgermeisters befragen, wie sie zur Zukunft des Theater Bonn stehen.

Doch die ungemütliche Kulturpolitik hält die Gesellschaft nicht von theateraffinen Aktivitäten in den nächsten Monaten ab, wie Diskussionen über die Spielplangestaltung und den Wandel des Schauspiels, Exkursionen zu benachbarten Schauspielhäusern sowie die Einrichtung einer Theaterbibliothek in den Bonner Kammerspielen.

Bonner Theaterpreis "Thepsis"

Seit Beginn der Spielzeit 2013/14 hat das Theater Bonn eine neuen Generalintendanten und das Schauspiel zum ersten Mal seit Jahrzehnten eine eigene Leitung. Dieser Wechsel war von den Schauspielfreunden - vereint als Freunde der Kammerspiele - mit zu großen Erwartungen verbunden gewesen.

bonn-freunde-kammerspieleAm Ende der Spielzeit haben die Mitglieder der Freunde der Kammerspiele aufgund einer Nominierung von Kandidaten durch das Publikum den Schauspieler Wolfgang Rüter zum Träger des mit 1000 Euro dotierten und einer eigens angefertigten Skulptur verbundenen Bonner Theaterpreis "Thespis" 2014 gewählt. Damit wurde seine große schauspielerische Leistung belohnt, die er in vielen Rollen am Bonner Theater bewiesen hat. 

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Theaterpreises „Thespis“

freunde-kammerspiele-bonnZum Träger des siebten Bonner Theaterpreises 2014 „Thespis“ für die beste schauspielerische Leistung wurde Wolfgang Rüter vom Publikum und den Freunden der Kammerspiele gewählt. Er erhielt dafür eine für ihn eigens angefertigte Skulptur der Bonner Bildhauerin Sidika Kordes und die Dotation von € 1000. Den mit € 500 dotierten Sonderpreis für eine andere künstlerische Leistung erhielten das Stück und die von Volker Lösch besorgte Inszenierung „Waffenschweine“ wegen ihrer gesellschaftlichen Relevanz. Ihn nahm als Dramaturgin der Produktion Nicola Bramkamp in Empfang, den sie für ein  Jugendprojekt des Theaters spenden wird.

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