MUTHEA e.V.

Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theaterfördergesellschaften

Oberhausen

Zwei Ehrenmitglieder des Theaters in Oberhausen

petercarpAuf Vorschlag des „Freundeskreises Theater Oberhausen e. V.“ erhält der scheidende Intendant Peter Carp die Ehrenmitgliedschaft des Theater Oberhausen, weil er mit seinem Gespür für herausragende Regieteams und mit seinen Inszenierungen das Theater Oberhausen national und international bekannt gemacht hat. Dies hat der Kulturaussschuß des Rates der Stadt Oberhausen einstimmig beschlossen.
Gleichzeitig wurde auch der Vorsitzende des Freundeskreises, Gerd Lepges, mit diesem Titel ausgezeichnet.
Dieser ist dem Theater Oberhausen seit mehr als 50 Jahren sehr eng verbunden. Gerade in schwierigen Phasen hat er sich mit außergewöhnlichem Engagement für die Belange des Theaters bei der Politik und in der Stadtgesellschaft eingesetzt.
Auch als Herausgeber von zahlreichen Theaterdokumentationen, die eine lückenlose Chronik der Theatergeschichte in Oberhausen darstellen, hat er sich verdient gemacht.
Mit großem Engagement hat er vor 25 Jahren den Verein „Freundeskreis Theater Oberhausen e. V.“ gegründet und damit bewusst eine Brücke zwischen dem 1992 aufgelösten traditionellen Musiktheater und dem dann neu gegründeten Schauspiel geschlagen.
Eine der herausragenden Initiativen des Vereins unter seiner Leitung ist die über die Grenzen Oberhausen hinaus bekanntgewordene Einführung der jährlich stattfindenden Theaterpreisverleihung, die in diesem Jahr zum 23. Mal stattfand.

Neues Theaterbuch

„Der Theatermacher – Hommage an Peter Carp, Intendant am Theater Oberhausen 2008 - 2017“

theater-oberhausenZum Abschied von Peter Carp als Intendant des Theater Oberhausen im Sommer ist jetzt ein vom Theater Oberhausen und dem Freundeskreis „theater.für.oberhausen“ gemeinsam herausgegebenes 224 Seiten starkes Buch erschienen. Darin sind alle Stücke der Spielzeiten 2008/09 bis 2016/17 in Text und Bild dokumentiert. Darüber hinaus beleuchten zahlreiche feuilletonistische Beiträge aus kompetenter Kritikerfeder, wie Arnold Hohmann, Stefan Keim, Gudrun Mattern, Klaus Stübler und Sascha Westphal viele Einzelaspekte seiner Intendantentätigkeit im Ruhrgebiet. Selbst der 2010 verstorbene Michael Schmitz hat von seiner Position als „Kritiker im Himmel“ noch einmal ein Interview gegeben. Ein umfassender Textbeitrag von Apostolos Tsalastras, Kulturdezernent und Kämmerer der Stadt Oberhausen, rundet den Textteil ab. Gerd Lepges, der Vorsitzende des Freundeskreises hat das Buch zusammengestellt und redigiert. Aus Anlass des 25jährigen Jubiläums hat der Freundeskreises sich entschlossen, dieses Buch als großes „Dankeschön“ an Peter Carp und seine gesamte Theatermannschaft kostenlos abzugeben. Es liegt im TheaterOberhausen, sowohl im Besucherbüro als auch bei Vorstellungen im Foyer, aus.

Der Freundeskreis „theater.für.oberhausen" wurde 25 Jahre alt

oberhausen-theaterAm 8. Februar feierte der Freundeskreis „theater.für.oberhausen" seinen 25. Geburtstag. Gegründet wurde er 1992 in einer Phase der Umstrukturierung des Oberhausener Theaters. Begründet durch die damals klamme Kassenlage der Stadt Oberhausen wurde das kleine Musiktheater aufgelöst und durch ein Schauspieltheater ersetzt. Der Oberhausener Theaterfreund Gerd Lepges ging „auf die Palme" und kämpfte mit einer kleinen Mannschaft, aber unterstützt von der örtlichen Presse und großen Teilen der Bevölkerung, für den Erhalt von Oper, Operette, Musical und Ballett. Rechtsträger war die als e.V. organisierte Bürgerinitiative „Musiktheater für Oberhausen."

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Verleihung des Oberhausener Theaterpreis 2016

operhausener-theaterpreisDer vom Freundeskreis „Theater für Oberhausen" zum 22. Mal ausgelobte Oberhausener Theaterpreis wurde am Sonntagabend durch den Vorsitzenden Gerd Lepges im Theater verliehen. In diesem Jahr standen € 8.500 an Preisgeldern zur Verfügung, die von Oberhausener Firmen und Privatpersonen aufgebracht wurden.
Drei Jury-Preise für besondere künstlerische Leitungen in der Spielzeit 2015/16 wurden vergeben. Den ersten Preis in Höhe von € 3.000, gestiftet von der MAN Diesel & Turbo SE, erhielt das belgische Team Stef Lernous und Sven Van Kuijk für Regie und Bühnenbild von „Lulu. Eine Mörderballade" von The Tiger-Lillies nach Frank Wedekind. Für die Darstellung die Darstellung mehrerer Rollen, darunter die Mutter in Lars Noréns Stück „Überwintern" und den Jack in „Lulu" erhielt die Schauspielerin Anja Schweitzer den zweiten Preis, der mit € 2.000 von der WBO GmbH ausgestattet ist. Der Regisseur Peter Carp erhielt für seine eindringliche Inszenierung von Maxim Gorkis „Barbaren" den dritten Jury-Preis. Hierfür gab es € 1.000 von der Sanitärfirma Nockmann & Gerstberger GmbH.
Die Kritikerjury, der Gudrun Mattern (WAZ Oberhausen), Arnold Hohmann (WAZ/NRZ Essen), Stefan Keim (WDR, Deutschlandradio u.a.) der freie Journalist Sascha Westphal und Gerd Lepges angehörten vergab auch den von Erhard und Rosalinde Büch mit € 500 dotierten Günther-Büch-Nachwuchspreis. Dieser ging an den jungen Regisseur Bastian Kabuth für seine Regie der Malersaal-Produktion „Überwintern" von Lars Norén. Das Theaterpublikum wählte mit Mehrheit Henry Meyer zum beliebtesten Darsteller der vergangenen Spielzeit. Er erhielt somit den von der Stiftung Kultur und Bildung der Stadtsparkasse Oberhausen mit € 2.000 ausgestatteten Publikumspreis. (GL)

Oberhausener Theaterpreis 2016: Publikumsabstimmung beginnt

Ab sofort beginnt die Publikumsabstimmung zum Oberhausener Theaterpreis 2016.
theater-oberhausenBis zum 2. Juli können die Theaterbesucher ihre Lieblingsschauspielerin bzw. ihren Lieblingsschauspieler der Spielzeit 2015/16 wählen. Der Preis, den die Oberhausener Stiftung Kultur und Bildung bei der Stadtsparkasse Oberhausen mit € 2.000 dotieren wird, wird zu Beginn der neuen Spielzeit beim Theaterfest verliehen. Stimmkarten sind im Theater Oberhausen erhältlich und können dort auch gleich in die im Foyer bzw. im Besucherbüro aufgestellten Urnen eingeworfen werden.

Der Freundeskreis „Theater für Oberhausen“ e.V. vergibt auch wieder drei Jury-Preise für besonders herausragende künstlerische Leistungen in der laufenden Spielzeit. Der 1. Preis ist mit € 3.000 ausgestattet, die bei der MAN Diesel & Turbo SE angefragt sind. € 2.000 von der WBO GmbH erhält der Gewinner des 2. Preises und € 1.000 von der Installationsfirma Nockmann & Gerstberger stehen für den 3. Preis bereit. Auch der mit € 500 dotierte Günther-Büch-Nachwuchspreis wird wieder vergeben. Die Kritiker-Jury wird Anfang Juli die Preisträger küren; die Bekanntgabe der Preisträger und die Übergabe der Preise erfolgt ebenfalls beim Theaterfest.
Gerd Lepges, Vorsitzender des Freundeskreises, dankt besonders den Sponsoren, die mit der Übernahme der Preisgelder ein wichtiges Zeichen zum Erhalt und zur Förderung der künstlerischen Qualität unseres Theaters setzen.

Vorstand in Oberhausen wiedergewählt

oberhausen-barIn der b.a.r. des Theater Oberhausen fand die 24. Jahreshauptversammlung des Freundeskreises „theater.für.oberhausen“ statt. Neben den üblichen Regularien zum Jahresabschluss 2015 wurde auch der dreiköpfige Vorstand neu gewählt. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig der Kaufmann Gerd Lepges gewählt, der noch zu den Gründern des Freundeskreises gehört und jetzt im 25. Jahr die Geschicke des Freundeskreises leitet. Auch die beiden anderen Vorstandsmitglieder, Anette Weiß und Herbert Bernd-Striebeck, wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.
Kernpunkt der Arbeit für 2016 ist die Vergabe des Oberhausener Theaterpreises, der mit insgesamt  8.500 Euro dotiert ist. Hier stehen die Gespräche mit den Sponsoren kurz vor dem Abschluss, so dass nach den Osterferien mit der Publikumsabstimmung begonnen werden kann. Die Kritiker-Jury besucht fleissig die Vorstellungen, so dass nach der letzten Premiere im Juni die entscheidende Jury-Sitzung stattfinden kann. Die Preisträger bleiben wie immer bis zur Preisverleihung zu Beginn der Spielzeit 2016/17 ein gut gehütetes Geheimnis.
Aber auch über das Jahr hinaus wird schon an das 100jährige Jubiläum des Theater Oberhausen gedacht, das am 15. September 2020 gefeiert werden kann. Der Freundeskreis will sich in die von der  neuen Intendanz zu planenden Aktivitäten einbringen und schon jetzt in seiner Bilanz Rücklagen zur Finanzierung einstellen.
Im nächsten Jahr wird der Freundeskreis 25 Jahre alt. Die Jahreshauptversammlung soll deshalb am Datum der Gründung, also am 4. Februar 2017 stattfinden.

3x Freude im Freundeskreis Oberhausen

theater-oberhausenDer Freundeskreis „theater.für.oberhausen“ kann heute von drei großen Freuden berichten, die dem Theater Oberhausen zur Weihnachtszeit und zum Anfang des neuen Jahres widerfahren sind. Denn es begab sich aber zu der Zeit, als das Kulturmagazin K.West in seiner Dezember-Ausgabe eine kritische Bilanz der Theater an Rhein und Ruhr zog. Nach den Beschreibungen der Probleme in vielen Theaterstädten kam ein Satz, der in Oberhausen wie ein Weihnachtsgeschenk wirkte: „Das Theater Oberhausen hat unter Peter Carp die größte Spannkraft mit Energieschüben durch Herbert Fritsch, Bram Jansen, Simon Stone und anderen. Ein bewegter Mann unter Bewegungs-Vermeidern und Bewegungs-Simulatoren.“

Doch damit nicht genug. Das nächste Weihnachtsgeschenk kam aus Berlin: Das Theater Oberhausen war unter den Preisträgern des erstmals ausgelobten Theaterpreises des Bundes. Eine von Kulturstaatsministerin Monika Grütters berufene Jury hat aus 187 Bewerbungen zwölf Theater ausgewählt. In der Jury-Begründung heißt es: „Wenige Stadttheater öffnen sich derart kontaktfreudig der Freien Szene wie das Theater Oberhausen, sei es im Rahmen der Doppelpasskooperation (mit dem Kollektiv geheimagentur, das hier 2014/15 das Lecture Musical „Sweat Shop“ erfand), sei es bei der Kooperation mit dem Mülheimer Ringlokschuppen und dem Stadterkundungsprojekt „54. Stadt“, für das zu Beginn der Spielzeit vier freie Gruppen theatrale Zukunftsvisionen des Ruhrgebiets entwarfen. Mit einem hervorragend aufgestellten Ensemble im Hintergrund ist es Intendant Peter Carp in den letzten Jahren immer wieder gelungen, bemerkenswert avancierte Ästhetiken in der Stadt zu etablieren und internationale Regisseure für sein Haus zu gewinnen (in 2014/15 z.B. Andriy Zholdak, Bram Jansen und Simon Stone). Auf besonders produktive Weise glückt hier der Spagat zwischen künstlerisch herausfordernden Handschriften und regionaler Anbindung.“

Und im neuen Jahr gebar das Theater eine musikalisch hervorragend gelungene „Lulu“. Diese Mörder-Ballade nach Wedekind mit der Musik der Tiger-Lillies (bekannt vor allem durch „Shockheaded Peter“) erlebte in Oberhausen am 15. Januar zwei Jahre nach der Uraufführung an der Opera North in Leeds ihre umjubelte Deutsche Erstaufführung. Regie führte der belgische Theatermacher Stef Lernous, dessen Theater „Abattoir fermé“ in Mechelen als Koproduzent fungiert.

Der Freundeskreis „theater.für.oberhausen“ gratuliert zu diesen großen Freuden, dankt allen Menschen am Theater Oberhausen für ihren unermüdlichen Einsatz und wünscht toi, toi, toi für 2016.

Der Oberhausener Theaterpreis 2015

8.500 Euro an Preisgeldern vom Freundeskreis vergeben

theaterpreis-oberhausenDer vom Freundeskreis „Theater für Oberhausen“  zum 21. Mal ausgelobte Oberhausener Theaterpreis  wurde am Sonntagabend durch den Vorsitzenden Gerd Lepges im Theater verliehen. In diesem Jahr standen € 8.500 an Preisgeldern zur Verfügung, die von Oberhausener Firmen und Privatpersonen aufgebracht wurden.

Drei Jury-Preise für besondere künstlerische Leitungen in der Spielzeit 2014/15 wurden vergeben. Den ersten Preis in Höhe von € 3.000, gestiftet von der MAN Diesel & Turbo SE, erhielt der ukrainische Regisseur Andriy Zholdak für seine Textfassung, Inszenierung und Bühnenbild von Die Verwandlung von Franz Kafka. Für die Darstellung des Gregor Samsa in Die Verwandlung und des M in Atmen von Duncan Macmillan erhielt der Schauspieler Moritz Peschke den zweiten Preis, der mit € 2.000 von der WBO GmbH ausgestattet ist. Die Schauspielerin Laura Angelina Palacios  wurde für die Titelrolle in Kleists Das Käthchen von Heilbronn und die Rolle der F in Atmen ausgezeichnet. Hierfür gab es € 1.000 von der Sanitärfirma Nockmann & Gerstberger GmbH.

Die Kritikerjury, der Gudrun Mattern (WAZ Oberhausen), Arnold Hohmann (WAZ/NRZ Essen), Stefan Keim (WDR, Deutschlandradio u. a.), Klaus Stübler (Ruhr-Nachrichten), der freie Journalist Sascha Westphal und Gerd Lepges angehörten, vergab auch den von Erhard und Rosalinde  Büch mit € 500 dotierten Günther-Büch-Nachwuchspreis. Dieser ging an das Multitalent Pascal Nöldner für seine Rolle als Countertenor im Finale der Verwandlung. Das Theaterpublikum wählte mit Mehrheit Jürgen Sarkiss zum beliebtesten Darsteller der vergangenen Spielzeit. Er erhielt somit den von der Stiftung Kultur und Bildung der Stadtsparkasse Oberhausen mit € 2.000 ausgestatteten Publikumspreis.

20 Jahre Oberhausener Theaterpreis

theater-oberhausenAm 15. September 1995, dem 75. Geburtstag des Theater Oberhausen wurde er zum ersten Mal vergeben. Der „Oberhausener Theaterpreis", initiiert durch den Freundeskreis „theater.für.oberhausen" e.V., ist seither ein jährlicher, fester Bestandteil des Oberhausener Theaterlebens. Im September diesen Jahre wird er im Rahmen des Theaterfestes zur Eröffnung der Spielzeit 2015/16 zum einundzwanzigsten Mal verliehen.
Als Auszeichnung für besondere künstlerische Leistungen in der jeweils abgelaufenen Spielzeit wurden und werden drei Jury-Preise verliehen, die derzeit mit € 3.000, € 2.000 und € 1.000 dotiert sind. Juroren sind vier lokale und regionale Theaterkritiker sowie der Vorsitzende des Freundeskreises, die im Idealfall alle Produktionen der Spielzeit gesehen haben. Preisträger/innen können Schauspieler/innen, Regisseure, Bühnen-oder Kostümbildner, Dramaturgen oder in anderer Weise künstlerisch an der Produktion beteiligte Personen sein. Ergänzt werden diese drei Preise durch den mit € 500 dotierten Günther-Büch-Nachwuchspreis, den die Familie des in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in Oberhausen tätigen Dramaturgen und Regisseurs seit einigen Jahren ausgelobt hat.
Auch das Theaterpublikum ist beteiligt. Es wählt in jeder Spielzeit den beliebtesten Schauspieler bzw. die beliebteste Schauspielerin, der bzw. die den mit € 2.000 dotierten Publikumspreis erhält. Hierzu findet in den letzten drei Monaten einer jeden Spielzeit im Theater eine geheime Abstimmung ab, bei der jeder Theaterbesucher eine Stimmkarte ausfüllen und in eine Wahlurne werfen kann.
Inzwischen gibt es über 100 Preisträger des Oberhausener Theaterpreises. Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Aber die Verleihung des Preises findet in der Regel auch Eingang in die jeweilige Künstlerbiographie.
Möglich ist die Verleihung des Oberhausener Theaterpreises nur dank der großzügigen und auch kontinuierlichen finanziellen Förderung durch Oberhausener Unternehmen und Institutionen, die hierfür in den letzten 20 Jahren mehr als € 100.000 aufgebracht haben. Dies ist auch ein nicht zu unterschätzendes Zeichen der Wertschätzung der Oberhausener Wirtschaft für das Theater Oberhausen.

Theater Oberhausen kooperiert mit freien Gruppen

Kooperationen mit freien Gruppen brachten in der Spielzeit 2014/15 neue und eindringliche Akzente in den regulären Spielplan des Oberhausener Theaters.

Gleich zu Beginn gab es das Außenprojekt „Die 54. Stadt“, das gemeinsam mit dem Ringlokschuppen aus der Nachbarstadt Mülheim an der Ruhr ausgerichtet wurde. Eine Ralley durch Straßen und Plätze beider Städte mit theatralischen Highlights in den beiden Theatern wurde von drei freien Gruppen gestaltet. Mitte März war aus Berlin die Gruppe „Showcase Beat Le Mot“ zu sehen, die in Zusammenarbeit mit dem Theater in der Parkaue Berlin, Kampnagel Hamburg, Mousonturm Frankfurt, FFT Düsseldorf und dem Theater Oberhausen den „Räuber Hotzenplotz“ für die jüngeren und „Animal Farm – Farm der Tiere“ für die älteren Zuschauer auf die Bühne brachte. Bei den vier Herren von Beat Le Mot ist mitdenken und mitmachen angesagt, was vor allem mit den jüngeren Zuschauern hervorragend gelang. Ihnen folgte die „geheimagentur“, die zum fünften Mal in Oberhausen zu Gast war und ebenfalls Performace-Projekte zum Mitmachen anbietet. Das Projekt „Schwarzbank“ mit der Etablierung einer alternativen Währung für Oberhausen wurde hervorragend angenommen. Händler und Gastronomen sorgten für einen kleinen, schwarzen Wirtschaftskreislauf. Kein Wunder, dass das Projekt auf den Wirtschaftsseiten weltweit seinen Niederschlag fand. Jetzt bringen die Geheimagenten ein Lecture-Musical zum Oberhausener Strukturwandel auf die Bühne und auch hier ist ein Mitmachen des Publikums gewünscht aber nicht Bedingung.

Aber auch der „normale“ Spielplan des Theaters enthält in dieser Spielzeit viele Highlights. Franz Kafkas „Die Verwandlung“ ist in einer auf den Kopf gestellten sehr spannenden Inszenierung von Andriy Zholdak zu sehen. Der ukrainische Regisseur verwandelt nicht Gregor, sondern seine Familie und denkt damit den realen Zeitlauf von der Entstehung der Novelle von 1915 bis in den Nationalsozialismus und seine Verfolgungen weiter. Junge Regisseure, wie Bram Jansen und Pedro Martins Beja inszenieren Klassiker mit frischem Blick; Intendant Peter Carp führt Regie bei einem neuen Stück nach Elfriede Jelinek („Die Schutzbefohlenen“) und sorgt mit dem musikalischen Stück des Ruhrgebietsautors Frank Goosen „So viel Zeit“ für einen Kassenerfolg, der manche theatralische Experimente möglich macht.

Oberhausener Theaterpreis 2014 verliehen

OberhausenerTheaterpreise2014 560Beim Theaterfest zur Eröffnung der Spielzeit 2014/15 wurde der vom Freundeskreis „Theater für Oberhausen“  zum zwanzigsten Mal ausgelobte Oberhausener Theaterpreis für besondere künstlerische Leistungen am Theater Oberhausen verliehen.  Auch in diesem Jahr standen € 8.500 an Preisgeldern zur Verfügung, die von Oberhausener Firmen und Privatpersonen aufgebracht wurden.
Drei Jury-Preise wurden vergeben: Den ersten Preis in Höhe von € 3.000 erhielt der australische Regisseur Simon Stone für seine Fassung und Inszenierung der „Orestie“ nach Aischylos. Stone war Intendant Peter Carp in beim Ibsen-Festival in Oslo aufgefallen, an dem sowohl das Theater Oberhausen als auch das Melbourner Theater Simon Stones teilnahmen. Die „Orestie“ war seine erste Inzenierung in Europa, sie erregte auch in den Medien große Aufmerksamkeit. Stone wird ab der Spielzeit 2015/16 Hausregisseur am Theater Basel sein.
Die Inszenierung der Komödie „Anatol“ brachte dem jungen niederländischen Regisseur Bram Jansen den zweiten Preis ein, der mit € 2.000 ausgestattet ist. Jansen war der Oberhausener Dramaturgie mit „Fräulein Julie“, seiner Abschlussinszenierung an der Maastrichter Theaterakademie aufgefallen. Es war seine erste Regiearbeit in Deutschland, der in dieser Spielzeit in Oberhausen Kleists „Käthchen von Heilbronn“ folgen wird.
Der Schauspieler Peter Waros, seit sechs Jahren Mitglied des Oberhausener Ensembles, wurde seine Rollen in Dirk Kurbjuweits Stück „Angst“ und Schnitzlers Komödie „Anatol“ ausgezeichnet. Hierfür gab es ein Preisgeld in Höhe von € 1.000.
Die Kritikerjury, der Gudrun Mattern (WAZ Lokalredaktion Oberhausen), Arnold Hohmann (WAZ/NRZ Kulturredaktion), Stefan Keim (WDR und Printmedien), Klaus Stübler (Ruhr-Nachrichten), der freie Journalist Sascha Westphal und Gerd Lepges (Vorsitzender des Freundeskreises) angehörten vergab auch den mit € 500 dotierten Günther-Büch-Nachwuchspreis. Dieser ging an den Schauspieler Moritz Peschke für seine Rollen in „Orestie“ und „Kein Gutenachtkuss für Giraffen?“  Außerhalb der Preise erhielt die Dramaturgin Stefanie Carp von der Jury eine besondere lobende Erwähnung für ihre Umformung der Novelle „Das Gartenhaus“ von Thomas Hürlimann in einen exzellenten Theatertext.
Auch die Oberhausener Theaterbesucher vergaben einen Preis. In einer dreimonatigen Abstimmung wählte das Publikum den beliebtesten Schauspieler bzw. die beliebteste Schauspielerin der Spielzeit 2013/14. Die Wahl fiel diesmal auf eine junge Schauspielerin, Lise Wolle, die somit den mit € 2.000 dotierten Publikumspreis erhielt.
 (Gerd Lepges)

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