MUTHEA e.V.

Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theaterfördergesellschaften

Meldungen der MUTHEA

7. Symposium der Förder- und Freundeskreise in Berlin - die Dokumentation

Die Dokumentation zum 7. Symposium der Förder- und Freundeskreise ist fertig und liegt hier als Pdf Datei vor!

 

 

immer aktuell - die Themen der MUTHEA Podiumsdiskussionen und Seminare im Überblick

podium-karlsruheDietrich Fischer, Gründungsmitglied und seit 2014 Ehrenmitglied unseres Vereins sowie lange Jahre erster Vorsitzender, hat uns eine Zusammenstellung der Themen zu den Podiumsdiskussionen seit Beginn der Jahrestreffen gemacht. Das Podium war von Anfang an mit hochkarätigen Teilnehmern aus Kultur, Politik und Wirtschaft besetzt und fand immer sehr großes Eco in der Presse vor Ort und überregional. Die Themen wurden und sind bestimmt von aktuellen Diskussionen vor Ort, die immer auch eine bundesweite Relevanz hatten und haben. Zusätzlich zu den Podiumsdiskussionen während der Jahrestreffen gab es insgesamt viermal ein Seminar in der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel bzw. Göttingen, unterstützt von der Bosch-Stiftung. Fast immer waren die Podiumsdiskussionen ein Höhepunkt des jeweiligen Jahrestreffens und haben viele interessierte Bürger vor Ort auf MUTHEA aufmerksam gemacht.

Die Podiumsdiskussionen seit Beginn

Zum Gründungstreffen am 10. Oktober 1998 in Wuppertal gab es noch keine Diskussionsrunde, es wurden jedoch die Richtlinien festgesetzt.

Mainz 1999: 1. Jahrestreffen 22.-24. Oktober
„Über den Deutschen Bühnenverein“
Rolf Bolwin, Geschäftsführender Direktor Deutscher Bühnenverein

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Neu im Vorstand: Michael Werner

michael-wernerMichael Werner ist seit der letzten Mitgliederversammlung neu im Vorstand der MUTHEA. Er hat Stephan Mücke als Schatzmeister abgelöst. Für dieses Amt ist er geradezu prädestiniert: Werner (Jahrgang 1962) ist Bereichsleiter für vermögende Kunden und Vermögensanlage in der Brandenburger Bank.
Seit 1992 ist er Mitglied der Freunde des Brandenburger Theaters e.V. Dort bekleidet der dreifache Familienvater dasselbe Amt. In Brandenburg engagiert sich Michael Werner nicht nur innerhalb seines Unternehmens und bei den Theaterfreunden, sondern auch sonst ist er in vielen regionalen Vereinen vor Ort aktiv.
In der noch kurzen Vorstandstätigkeit bei der MUTHEA konnte sich Michael Werner schon gut einbringen - aktuell natürlich mit seinem Einsatz für das nächste Jahrestreffen in Brandenburg an der Havel.
Herzlich willkommen Michael Werner!

Das MUTHEA-Jahrestreffen 2015 in Brandenburg an der Havel

Notizen zu Theater und Stadt

Brandenburg-Eingang Grosses Haus grossWir als Förderverein Freunde des Brandenburger Theaters e. V, werden 2015 Gastgeber des MUTHEA Jahrestreffens sein. Wir freuen uns auf diese Aufgabe. Um unsere Gäste auf das Jahrestreffen 2015 einzustimmen werden wir über unser Theater und unsere Stadt in Mutheaaktuell mehrmals berichten. Wir freuen uns auch, dass wir Ihnen als Teilnehmer des Jahrestreffens gleichzeitig ein besonderes Ereignis bieten zu können:
Die BUGA 2015 (Bundesgartenschau) vom 18.April bis zum 11.Oktober 2015

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Neu im Vorstand: Michael Jungrichter

michael-jungrichterAuf der Mitgliederversammlung in Oberhausen wurde der Vorstand der MUTHEA neu gewählt. Dabei wurden auch drei Vorstandsmitglieder erstmals in ihr neues Amt gewählt. Wir stellen die neuen Mitglieder im Vorstand nach und nach vor. Nach der Vorstellung von Katrin Lorbeer stellen wir nun Dr. Michael Jungrichter vor.

Dr. Michael Jungrichter ist verheiratet, hat 2 Söhne und 5 Enkel. Er wurde 1948 in der Lausitz geboren, studierte von 1967-1972 Veterinärmedizin an der Humboldt - Universität zu Berlin. Auch damals schon war er Abonnent in Opern-und Theaterhäusern. Nach dem Studium war er im ehemaligen Bezirk Schwerin als Tierarzt tätig, seit fast 4 Jahren ist Michael Jungrichter im Ruhestand.

Seit dem Jahr 1996 ist er Mitglied der Theaterfreunde Schwerin, dort ist er auch Zustifter und "Theatersesselbesitzer" (symbolisch). Seit September 2008 deren Vorsitzender. In dieses Amt wurde er nunmehr zum dritten Male wiedergewählt. Damit ist das Amt des Vorsitzenden des Stifungsvorstandes der Bürgerstiftung der Theaterfreunde Schwerin verbunden.

Jahrbuch Kulturmarken 2015

Wegweiser für unternehmerische Kulturförderung und Kultursponsoring im deutschsprachigen Raum erscheint als Printausgabe und erstmalig als kostenfreie Online-Version

jb2015 coverMUTHEA möchte auf das Jahrbuch hinweisen, ganz einfach, weil MUTHEA in den letzten Jahren eine ganzseitige Anzeige im Kulturmarkenjahrbuch setzen konnte. Warum war das so? Es gab den Kulturmarken Award für Fördervereine des Jahres und einige unserer Mitglieder haben da gerne mitgemacht. Dieser Award ist zu unserem Bedauern abgeschafft worden!

Die 11. Ausgabe des Jahrbuches Kulturmarken erscheint am 10. September 2014 und enthält Fachinformationen über den europäischen Kultursponsoringmarkt. In einem Leitartikel werden erstmalig die Kulturfinanzierungsstrukturen im europäischen Raum verglichen und die unternehmerische Kulturförderung als wichtiger Bestandteil europäischer Kulturfinanzierung dargestellt. Das Jahrbuch enthält Interviews mit Experten aus Politik, Wirtschaft und Kultur zum sensiblen Verhältnis zwischen Kultur und Markt und veröffentlicht Marktkennzahlen und Praxisbeispiele erfolgreicher Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Kultur. 50 namhafte Kulturanbieter aus den fünf deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg präsentieren sich als attraktive Sponsoring-Partner mit konkreten Angeboten. Das Jahrbuch Kulturmarken 2015 mit 272 Seiten kann ab sofort im Buchhandel oder dem Online-Portal www.kulturmarken.de bestellt werden.

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Kulturmarken® Award : Anmeldeschluss bis zum 31.08.2014 verlängert

causalesEs macht Sinn : Der Anmeldeschluss für den ersten europäischen Kulturmarken Award wurde aufgrund der Sommerpause verlängert. Bis zum 31. August 2014 haben, unabhängig von regionaler, nationaler oder internationaler Ausrichtung, Kulturinstitutionen und -projekte, Tourismusorganisationen und Wirtschaftsunternehmen die Möglichkeit, ihre Bewerbungen in folgenden Wettbewerbskategorien einzureichen:

Europäische Kulturmarke des Jahres - präsentiert von SPIE
Die Ehrung wird an eine Kultureinrichtung verliehen, die durch eine konsequente Marketingstrategie eine starke Marke etabliert hat.

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JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG 2014 DES DEUTSCHEN BÜHNENVEREINS

Die Jahreshauptversammlung 2014 des Deutschen Bühnenvereins fand in diesem Jahr in Mannheim statt. Am 13./14. Juni trafen sich Intendanten und Direktoren der deutschen Theater und Orchester sowie die verantwortlichen Kulturpolitiker, um gemeinsam über die aktuelle und zukünftige Situation von Schauspiel, Oper, Tanz und Konzert zu beraten.

In jedem Jahr tagt der Deutsche Bühnenverein in einer anderen Stadt. Im Nationaltheater Mannheim war er bereits zum fünften Mal zu Gast. Ziel des 1846 gegründeten Bühnenvereins ist es, die Vielfalt der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Statistik des DBV weist auf: 143 Staatstheater, Stadttheater und Landesbühnen sowie 131 Orchester, 218 Privattheater und 73 Festspiele.

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THEATER DER WELT 2014 - eine Zusammenfassung

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Theater der Welt ist ein Festival des Internationalen Theaterinstituts (ITI), in 2014 ausgerichtet vom Nationaltheater Mannheim, gefördert durch die Stadt Mannheim, die Baden-Württemberg Stiftung und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck.

17 Tage lang hat dieses wahrhaft internationale Festival - kuratiert von Matthias Lilienthal (dem zukünftigen Intendanten der Münchner Kammerspiele) - Mannheim in Bewegung gehalten. An allen möglichen und unmöglichen Spielstätten fand nationales und internationales Theater statt. Auch ungewöhnliche, speziell für Mannheim entwickelte Ideen gehörten dazu: wie Hotel Shabbyshabby / Raumlabor Berlin (25 von Architekturstudenten entwickelte Hotelzimmer an überraschenden Orten) und X-Firmen (3 Touren: Quadrate / Industriestrasse / SAP). 

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Bericht vom 16. Jahrestreffen von Muthea in Oberhausen

theater-oberhausenVom 16. bis 18. Mai 2014 trafen sich die Vorsitzenden deutscher Theaterfördervereine zur Jahrestagung von Muthea – Bundesvereinigung Deutscher Musik- und Theaterfördergesellschaften e.V. Vertreter der Fördergesellschaften kamen aus verschiedenen Regionen der Bundesrepublik und erlebten neben der Jahrestagung ein gut organisiertes Programm. Der Vorsitzende des Freundeskreises „theater.für.oberhausen“ e.V. Gerd Lepges hatte schon im Vorfeld keine Mühe gescheut, das Treffen sowohl inhaltlich als auch kulinarisch bestens vorzubereiten. Er nutzte viele persönliche Kontakte, um interessante Vertreter für das Podium zu gewinnen und sorgte darüber hinaus für eine hervorragende Beköstigung der Gäste an beiden Tagungsterminen.

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Vorankündigung zum 7. SYMPOSIUM DER FÖRDER- UND FREUNDESKREISE

Achtung Terminverlängerung!!! Ihre Antworten sind erbeten bis ENDE JUNI!

Fragebogen zur Vorbereitung des Symposiums hier zum Download. 

Alle zwei Jahre findet in Berlin im Rahmen der Stiftung Zukunft Berlin ein Symposium der Förder- und Freundeskreise statt zum Thema "Wie man sich Freunde schafft ...". Zur Vorbereitung des Symposiums am 23. Januar 2015 schreiben uns die Veranstalter wie folgt:

 

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Neu im Vorstand: Katrin Lorbeer

In Oberhausen wurde der Vorstand neu gewählt. Als neues Mitglied ist nun Frau Katrin Lorbeer mit dabei.

katrin-lorbeerabsolvierte in Heidelberg und an der Sorbonne/Paris ein Studium der Kunstgeschichte, christlichen und klassischen Archäologie. Parallel dazu war sie an den Theatern von Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und Wiesbaden u.a. als Regie- und Dramaturgieassistentin sowie als Produktionsleiterin beschäftigt. Von 2002 bis 2009 arbeitete sie am Badischen Staatstheater Karlsruhe als fest engagierte Opern- und Konzertdramaturgin und hatte sechs Semester lang eine Dozentur für Dramaturgie an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe inne. Im Anschluss wechselte sie an das Badische Landesmuseum im Schloss Karlsruhe, wo sie seit 2012 die Öffentlichkeitsarbeit leitet. Immer wieder steht sie als Moderatorin großer Klassik-Events auf der Bühne, u.a. beim 6. Internationalen Richard-Wagner-Wettbewerb. Seit 2011 ist Katrin Lorbeer 2. Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters, seit 2013 Sprecherin des Arbeitskreises "Kulturelle Öffentlichkeitsarbeit" in Karlsruhe.

Haben wir zu viele Theater und Opernhäuser?

muthea2014-oberhausen-podiumOBERHAUSEN - Podiumsdiskussion am 17.5.2014

Unter dieser Überschrift diskutierten am Samstag, den 17. Mai 2014 im Rahmen des MUTHEA-Jahrestreffens im Theater Oberhausen Peter Landmann (Abteilungsleiter Kultur des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen), Peter Carp (Intendant des Theater Oberhausen), Apostolos Tsalastras (Kulturdezernent und Kämmerer der Stadt Oberhausen), Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Kulturwissenschaftler, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim UNESCO-Chair in Cultural Policy for the Arts in Development) und
Bernhard Krumrey (1. Vorsitzender der MUTHEA). Die Moderation hatte der Kulturjournalist Stefan Keim.

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OBERHAUSEN - eine Zusammenfassung zum MUTHEA Jahrestreffen

Eine Zusammenfassung von Gerd Lepges, Vorsitzender des Freundeskreises „theater.für.oberhausen“

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Unser Freundeskreis „theater.für.oberhausen“ e.V. war Gastgeber der diesjährigen Jahrestagung der MUTHEA. Oberhausen, die „Wiege der Ruhrindustrie“ liegt am „Kniegelenk“ zwischen dem Ruhrgebiet und der Rheinschiene. Diese größte Städteagglomeration Deutschlands mit ca. 11 Millionen Einwohnern ist auch der größte kulturelle Ballungsraum der Bundesrepublik. Entsprechend dicht ist hier auch die Theaterlandschaft.

In östlicher Richtung durch das Ruhrgebiet erreicht man die Städte Essen

(Aalto-Musiktheater, Schauspiel im Grillo), Mülheim (Theater an der Ruhr, Ringlokschuppen), Bochum (Schauspielhaus), Gelsenkirchen (Musiktheater im Revier), Castrop-Rauxel (Westfälisches Landestheater), Dortmund (Oper, Ballett und Schauspiel) sowie Hagen (Stadttheater). In südlicher Richtung rheinaufwärts reihen sich die Städte Duisburg (Rheinoper), Düsseldorf (Rheinoper, Schauspielhaus und mehr), Leverkusen (Städt. Forum, Kulturhaus der Bayer-Werke; beides hochkarätige Bespieltheater), Köln (Oper, Schauspiel, Puppentheater) und Bonn (Opernhaus, Schauspiel mit mehreren Spielstätten). Nahebei sind auch die Städte Wuppertal sowie Krefeld und Mönchengladbach mit ihren Stadttheatern. Vom Oberhausener Kreuz ist es auch nicht weit in die Niederlande, wobei insbesondere die Stadt Amsterdam mit der Nationalen Oper und dem National-Ballett in zwei Stunden bequem für einen Sonntagsausflug erreichbar ist.

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OPERNINTENDANT GERARD MORTIER 25.11.1943 in Gent - 09.03.2014 in Brüssel

Gerard Mortier, der große belgische (flämische) Opern- und Theaterintendant, ist tot. Er galt als einer der wichtigsten, aber auch streitbarsten Opernmanager in Europa. Nach Jesuitenschule, Jurastudium mit Promotionsabschluss und anschließenden Studium in Kommunikationswissenschaften begann eine steile Karriere: 1968 als Assistent des Direktors des Flandern-Festivals, in den Jahren 1973 bis 1980 Leiter der Betriebsbüros von Christoph von Dohnányi und Rolf Liebermann in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Paris. 1981 wurde er für zehn Jahre Leiter der Brüsseler Oper Théâtre de la Monnaie. Gemeinsam mit dem Musikalischen Leiter Sylvain Cambreling modernisierte er das Haus und machte die Oper Brüssel international bekannt. Sein Modernierungskonzept bestand aus klug durchdachten Spielplänen, ungewöhnlichen Besetzungen und „originell“ zusammengesetzten Produktionsteams. 1991 wurde Mortier Intendant und künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele – als Nachfolger von Karajan. Er sollte die Festspiele verjüngen – im Publikum und programmatisch, was ihm gelang. Von 2002 bis 2004 gestaltete er den ersten Zyklus der Ruhrtriennale. Ab der Spielzeit 2004/05 leitete er bis Juli 2009 die Pariser Oper. Es hätte nach seinem Wunsch in 2009 New York City Opera sein sollen, aber der drastisch gekürzte Sparplan und sein künstlerisch anspruchsvolles Programm passten nicht mehr zusammen. 2010 folgte das Madrider Opernhaus Teatro Real. Sein Vertrag wäre noch bis 2016 gelaufen, wenn nicht nach Bekanntwerden seiner Krebserkrankung im letzten Sommer eine fristlose Kündigung aus Madrid gefolgt wäre! Die Krankheit diente, um den innovativen und oft unbequemen „Querdenker“ loszuwerden ...

2008 bewarb Mortier sich gemeinsam mit Nike Wagner um die Leitung der Bayreuther Festspiele. Den Zuschlag erhielten Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier!

Gerard Mortier war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.

Erste europäische Kultursponsoringmarkt-Umfrage

Kulturanbieter aus dem gesamten europäischen Raum sind zur Teilnahme aufgerufen

causales2014 analysiert Causales - Gesellschaft für Kulturmarketing und Kultursponsoring mbH zum ersten Mal in einer qualitativen Studie die Trends auf dem Kultursponsoringmarkt im gesamten europäischen Raum. Kulturanbieter der 28 EU-Staaten sind aufgerufen, sich unter http://umfrage.causales.de an der Studie bis zum 30. April 2014 zu beteiligen.

Untersucht wird unter anderem, welche Bedeutung Sponsoringeinnahmen im Finanzierungs-Mix für Kulturanbieter haben und aus welchem geografischen Umfeld/Branchen die Sponsoren stammen. Darüber hinaus werden die Betriebsstruktur der Sponsoringnehmer, die Kommunikation, die Gestaltung der Leistungen und Gegenleistungen, das Management hinsichtlich Planung, Durchführung und Kontrolle der Sponsoringkooperationen sowie Zufriedenheit und Zukunftsperspektiven zwischen Sponsor und Kulturanbieter abgefragt.

Diese Pressemitteilung ist auch online auf www.kulturmarken.de abrufbar.

Medienkontakt: Eva Nieuweboer, geschäftsführende Gesellschafterin/managing partner Causales - Gesellschaft für Kulturmarketing und Kultursponsoring mbH/causales - cultural marketing and cultual sponsoring, Bötzowstraße 25, D - 10407 Berlin, Tel.: +49 30 53 214 391, Fax: +49 30 53 215 337, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , www.kulturmarken.de, www.cultural-brands.com, www.causales.de, www.kulturinvest.de

Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft in Mannheim

Eine Zusammenfassung der Jahreskonferenz 2014 in Mannheim

dramaturgische-gesellschaft-logo„Wie wollen wir arbeiten?“ – unter diesem Titel tagten vom 23. – 26. Januar über 280 Dramaturgen, Schauspieler, Regisseure, Autoren, Wissenschaftler und Studierende verschiedener Disziplinen in Mannheim am Nationaltheater und im Künstlerhaus zeitraumexit.

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die selbstkritische Bestandsaufnahme einer ganzen Berufsgruppe: Eignen sich Künstler (noch) als Trendsetter für die Arbeitsstrukturen der Zukunft? Wer riskiert freiwillig und unter welchen Versprechungen ein Burn-Out durch kreative Arbeit?

In seiner Eröffnungsansprache bekannte sich Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, klar zur Bedeutung des Theaters, verwies jedoch auf die Aufgabe der öffentlich geförderten Kulturinstitutionen, ihren Beitrag zur Herstellung von gerecht verteilten Zugangsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsschichten zum gesellschaftlichen Leben zu leisten.

Der Volkswirtschaftler Niko Paech (Universität Oldenburg) stellte seine Vision einer Postwachstumsgesellschaft vor, in der die Rolle der Erwerbsarbeit drastisch reduziert würde. Axel Haunschild vom Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft der Leibniz-Universität Hannover gab einen Einblick in die Arbeitsbedingungen im Kreativsektor, in dem projektbasierte Organisationsformen und flexible Beschäftigungsformen vorherrschen. Der Regisseur Daniel Ris sprach über die Notwendigkeit einer Unternehmensethik im Kulturbetrieb und regte ein vom gesamten Betrieb gemeinsam erarbeitetes Leitbild an.

Einblicke in die Besonderheiten ihrer Arbeit gaben sowohl Vertreter des Kinder- und Jugendtheaters (Andrea Gronemeyer, Dorothea Hillinger, Barbara Kölling und Willem Wassenaar) als auch Gäste aus dem Ausland (Erwin Jans vom Toneelhuis Antwerpen, Ed Collier von der britischen Produktionsplattform China Plate sowie Sarah Murray vom National Theatre of Great Britain). Der Netztheoretiker und Autor Ulf Schmidt plädierte für ein agiles Theater, das auf die Veränderung unserer Gesellschaft durch die digitalen Medien reagiert und die eigenen Institutionen auf den Prüfstand stellt.

In den Abschlussveranstaltungen betonten Rolf Bolwin (Deutscher Bühnenverein), Ulrich Khuon (Deutsches Theater Berlin), Matthias Lilienthal (Theater der Welt, Münchner Kammerspiele), Nicola May (Theater Baden-Baden), Barbara Mundel (Theater Freiburg) und Marion Tiedtke (Hochschule für Musik und Theater, Frankfurt/Main) die Notwendigkeit, die Debatte über die Zukunft des Theaters mit künstlerischen Argumenten zu führen, und nicht unter finanziellen Gesichtspunkten. Allerdings erscheint die Forderung nach einer finanziellen Verbesserung der Arbeitsbedingungen aller Theatermitarbeiter als Voraussetzung für eine stärkere Konzentration auf die künstlerische Arbeit angesichts der Tatsache, dass der Anteil der Ausgaben für Kultur in der Regel unter zwei Prozent der gesamten öffentlichen Ausgaben liegt, angemessen. Deutlich wurde aber auch, dass die Verantwortung für die notwendige Veränderung der Theater nicht nur in der Kulturpolitik liegt. In zahlreichen Arbeitsgruppen haben sich Dramaturgen von verschiedenen Häusern zusammengeschlossen, um alternative Modelle zu erarbeiten.

Mehr zu der Jahreskonferenz in Mannheim finden Sie auch hier:

http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=9042:die-jahreskonferenz-der-dramaturgischen-gesellschaft-fragt-qwie-wollen-wir-arbeitenq&catid=101:debatte&Itemid=84

Und zur Debatte um die Zukunft des Stadttheaters - Ulf Schmidts Vortrag zum "nächsten Theater" zu Beginn der Konferenz:

http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=9072:debatte-um-die-zukunft-des-stadttheaters-viii-ulf-schmidts-vortrag-zum-agilen-theater-&catid=101:debatte&Itemid=84

Die Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft wurde gefördert vom Deutschen Bühnenverein, seinem Landesverband Baden-Württemberg, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Mannheim.

Die nächste Jahreskonferenz findet vom 29.01. - 01.02.2015 in Linz statt.

Die Dramaturgische Gesellschaft (dg), 1956 in Berlin gegründet, vereint Theatermacher aus dem gesamten deutschsprachigen Raum sowie aus allen Genres und allen Organisationsformen des Theaters, egal ob Stadttheater oder freie Szene. Sie versteht sich als offene Plattform für den Austausch über die künstlerische Arbeit, die Weiterentwicklung von Ästhetiken, Produktionsweisen und nicht zuletzt über die gesellschaftliche Funktion des Theaters. Die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und hat mit über 630 aktiven Mitgliedern im Jahr 2013 Jahr einen neuen Höchststand erreicht.

Claudio Abbado

Claudio Abbado (1933 - 2014) 

"EIN LAND IST REICH, WENN ES DIE KULTUR FÖRDERT. KULTUR IST REICHTUM, NICHT UMGEKEHRT."

abbadoAbbado wurde 1933 in Mailand in eine musikalische Familie hinein geboren, die Kammermusik prägte die frühen Jahre sowie seine Philosophie des Dirigierens. Ihn Wien lernte er bei Hans Swarowsky. 1958 gewann er in Tanglewood den Kussewitzky-Preis, danach wieder in Italien erhielt er einen Lehrauftrag für Kammermusik in Parma. 

Abbado wurde Assistent von Leonard Bernstein, wurde von Herbert von Karajan, der ihm eine Art Vaterfigur war, nach Salzburg eingeladen, wurde schließlich musikalischer und künstlerischer Leiter der Scala, um 1979 Chefdirigent des London Symphony Orchestra zu werden. Abbado wurde 1986 in der Direktionszeit Claus Helmut Dreses Musikdirektor der Wiener Staatsoper und Generalmusikdirektor der Stadt Wien, was 1988 zur Gründung des wichtigen Festivals Wien Modern führte.

Die Berliner Philharmoniker wählten ihn 1989 zum Nachfolger von Herbert von Karajan. Abbado weitete das Repertoire der Berliner und "formte Karajans opulenten Sound in Richtung Transparenz um"... "Zum Ende seiner Berliner Zeit jedoch, die auch die Leitung der Salzburger Osterfestspiele beinhaltete, zeigten sich die Früchte der Arbeit in Form einer auf seltene Weise organischen Einheit zwischen Dirigent und Orchester"... Sein letztes Konzert als Chef der Berliner Philharmoniker war im Wiener Musikverein. Die Beziehung zu den Wiener Philharmonikern (er dirigierte u. a. zwei Neujahrskonzerte) war längst abgekühlt, seit er bei den Salzburger Festspielen aus einer Opernproduktion mit der Begründung ausgestiegen war, "im Wiener Orchester würde es zu viele Musikerrotationen geben".

Er hatte das European Community Youth Orchestra (1978) und das Gustav Mahler Jugendorchester (1986) mitgegründet. 2003 folgte die Gründung des Lucerne Festival Orchestra (viele Berliner Philharmoniker waren dabei) und schließlich in Bologna das Orchestra Mozart.

Sein kammermusikalisches Verständnis machte Abbado für die Musiker zu einer Art kollegialem Lehrer des Zuhörens, der auf Feinheiten des Klangs und der Phrasierung setzte. "Die Magie eines lebendigen musikalischen Augenblicks lässt sich nicht durch dirigentische Kommandos erzwingen. Sie ereignet sich, oder sie ereignet sich eben nicht. Das ist etwas ganz Zartes, Fragiles", meinte Abbado.

Im Dezember 2013 gastierte sein Orchestra Mozart im Musikverein, Abbado aber hatte absagen müssen. Claudio Abbado ist am Montag 80-jährig in seiner Wohnung in Bologna gestorben. 

 

 

In Sachsen will man den Kulturetat erhöhen

Beispielgebend: In Sachsen will man den Kulturetat erhöhen

 sachsenZur großen Freude der sächsischen Kulturfreunde und Kulturschaffenden veröffentlichte die Sächsische Zeitung eine dpa-Meldung vom 7. Januar 2014 und zitiert Sachsens Kulturministerin Sabine von Schorlemer: „Das Kulturraumgesetz wird auch im Lichte des demografischen Wandels sehr wichtig bleiben. Wir brauchen eine bessere Ausstattung dafür.“

Das Land Sachsen zahlt jedes Jahr für die Kulturräume 86,7 Millionen Euro, leider ist diese Summe bisher unverändert geblieben. Während in anderen Bundesländern von Kürzungen im Kulturetat gesprochen wird, fordert die sächsische Ministerin eine bessere Ausstattung der Kulturräume, damit unter anderem Tarifsteigerungen und wachsende Energiepreise aufgefangen werden können. Das ist eine wahrlich weitsichtige und besonnene Entscheidung, die positive Auswirkungen auf das Bundesland Sachsen haben wird.

Bisher gelten an vielen Theatern Haustarifverträge, die meist mit einem besonderen Kündigungsschutz verbunden sind. So gibt es gerade in den kleineren Theatern kaum neu engagierte Künstler, es kommt keine Bewegung von außen in die Strukturen dieser Häuser. Die Mitarbeiter arbeiten am Limit ihrer Kräfte und haben kaum noch Freiräume für andere wichtige Aufgaben, etwa die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Gerade für den ländlichen Raum sind die Forderungen der Ministerin von weittragender Bedeutung. Die meisten - insbesondere die freien, aber nicht nur diese - Kultureinrichtungen sind am Ende des Machbaren angekommen und sparen sich eines Tages kaputt.

 

Aber gerade die Denkanstöße durch Kultur bereichern das Zusammenleben der Menschen und sind auch außerhalb der Kulturmetropolen Sachsens von enormer Bedeutung. Wenn Kultureinrichtungen verloren gehen, stirbt auch ein Stück Lebensqualität der Bürger, ganz gleich ob sie Konsumenten der Kultur oder aktive Mitgestalter auf verschiedenen Ebenen sind. Wir Theaterfreunde wünschen Ministerin Sabine von Schorlemer Durchsetzungskraft und Gehör beim Finanzminister und den Abgeordneten, denn Sachsen ist ein Land mit reicher und vielfältiger kultureller Tradition und soll es auch bleiben.

 

Renate Winkler

Vorsitzende des Görlitzer Theater- und Musikvereins

 

                           

 

KulturmarkenJahrbuch 2015

Liebe Theaterfreunde,
jb2015mediawir möchten Sie gerne auf das KulturmarkenJahrbuch 2015 aufmerksam machen. Wir empfehlen Ihnen - wie alle Jahre wieder - eine Teilnahme am Kulturmarken Award 2014. Informieren Sie sich hier, besuchen Sie die Homepage: eine Bewerbung um den Förderverein des Jahres oder die Kulturinstitution des Jahres oder die Kulturmarke oder den Kulturmanager oder oder ... können wir Ihnen sehr empfehlen. Mitglieder, die mitgemacht haben, haben uns nur positive Rückmeldungen gegeben.
Herzliche Grüße
Ihre MUTHEA Redaktion

Weiterlesen: KulturmarkenJahrbuch 2015

Deutsche Bühnen - Absurdes Theater

Logo SternWir sind wiederholt über einen sehr irritierenden, sehr aufwühlenden Artikel auf STERN.DE Mobile gestolpert, der bereits am 29.07.2013 veröffentlich wurde. Umso öfter wir diesen Artikel lesen, umso mehr macht uns unsere deutsche Theaterlandschaft Sorgen.
Wir möchten Ihnen diesen Bericht nicht vorenthalten und stellen den Link hier auf unsere Homepage. Wir sind interessiert an einer Diskussion mit Ihnen.

http://www.stern.de/kultur/film/deutsche-buehnen-absurdes-theater-565600.html

Kritikerumfrage der Opernwelt 2013

Die Bilanz der Spielzeit im Urteil von 50 Kritikern

opernwelt gr.pngEine aufregende und in sich vielfältige Spielzeit war das. Was sie von anderen unterscheidet ist, dass sich die Kritikervoten unserer Umfrage bei einigen zentralen Aufführungen verdichten. Es sind Aufführungen, die über sich hinausweisen und in verschiedenen Rubriken genannt werden. Mit anderen Worten: Wo in der Oper und für die Oper Kräfte gebündelt werden, entsteht Besonderes. Das klingt banal, ist im Opernalltag aber eher selten. In der Regel stehen doch herausragende Sängerinnen und Sänger in eher belanglosen Inszenierungen herum. Oder herausragenden szenischen Deutungen fehlt die musikalische Beglaubigung. Oft schwankt die Qualität auch innerhalb der Besetzung. Oder es klaffen Niveauunterschiede zwischen Regie und Ausstattung. Uraufführungen, die als Stücke spannend sind, müssen nicht gut besetzt sein. Und umgekehrt. Dasselbe gilt für Wiederentdeckungen. In der Saison 2012/2013, wie sie sich in dieser Umfrage abbildet, sind solche Fälle relativ selten gewesen. Stärker rückt die gemeinsame Anstrengung in den Vordergrund. Dazu gehört kluge, langfristige Planung ebenso wie eine Aufführungsästhetik, die nicht diktiert wird, sondern sich aus verschiedenen Quellen speist. Dass es eine ganze Reihe solcher Produktionen gab, ist die beste Nachricht – und ein Triumph für das Musiktheater.

Die Rubrik Uraufführung des Jahres zeigt die Tendenz besonders deutlich. George Benjamins «Written on Skin», erstmals in Aix-en-Provence vorgestellt und dann europaweit auf Tour, hat nicht nur als Stück begeistert, sondern auch durch die Geschlossenheit der Aufführung (Inszenierung: Katie Mitchell) und nicht zuletzt durch eine herausragende Besetzung. So wurde Barbara Hannigan unter anderem für ihre Verkörperung der Agnès zur Sängerin des Jahres gewählt: eine Sopranistin, die ihre Stimme als Teil des Körpers auslebt und sich keine Grenzen setzt. Die gleiche Anzahl an Voten wie «Written on Skin» erhielt Mieczyslaw Weinbergs «Der Idiot» am Nationaltheater Mannheim. Eine Uraufführung der besonderen Art. Der aus Polen stammende jüdische Komponist hat sein großes und zentrales Werk nur einmal und in einer verstümmelten Fassung hören können. Mannheim spielte es erstmals komplett – und errang damit einen Triumph, nicht zuletzt für Weinberg. Die Aufführung wurde übrigens geplant, bevor Bregenz mit «Die Passagierin» erstmals in breitem Rahmen auf ihn aufmerksam machte. Das Mannheimer Nationaltheater steht in der Rubrik «Opernhaus des Jahres» auf Platz zwei: ein Erfolg vor allem für Klaus-Peter Kehr, einen Opernintendanten, der das ästhetische Experiment geschickt im Spielplan verankert −  sei es durch den Rückblick auf die alte Mannheimer Schule oder in enger Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten von heute.

Der Titel Opernhaus des Jahres geht freilich an die Komische Oper Berlin: zum zweiten Mal in ihrer Geschichte und gleich für die erste Spielzeit des neuen Intendanten Barrie Kosky. Vor allem «Die Zauberflöte», mit Bildern geradezu überschüttet vom Film-Animationsteam «1927», hat viele Kritiker begeistert: ein Blick zurück in die Ära des Stummfilms und doch auch ein Andocken an die mediale Gegenwart. Dafür gibt es den Titel Bühnenbild des Jahres, obwohl oder gerade weil es sich im strengen Sinn gar nicht um ein Bühnenbild handelt, sondern um permanente digitale Perspektivwechsel im Stil alter Cartoon-Geschichten. Vor allem aber steht die Aufführung für den neuen Geist des Hauses: temporeich, spielerisch, unterhaltsam. Der ebenfalls in mehreren Rubriken genannte Monteverdi-Zyklus bestätigt diese Richtung ebenso wie Paul Abrahams «Ball im Savoy», vorgeführt als große Revue. Die Gegensätze sind offenkundig: Größer als zwischen Barrie Koskys wirbelnder Fülle in Berlin und Klaus-Peter Kehrs nachdenklichem Insistieren in Mannheim können sie kaum sein. Zwei Wege, höchst erfolgreich Musiktheater zu denken und zu machen. Deshalb haben wir in diesem Jahrbuch sowohl der Komischen Oper als auch dem Mannheimer Nationaltheater eigene Beiträge gewidmet.

Dass die Aufführung des Jahres von der Regisseurin des Jahres inszeniert wurde, ist kein Zufall: Tajana Gürbacas «Parsifal» an der Vlaamse Opera in Antwerpen/Gent ist erstens das Ergebnis einer Gemeinschaftsarbeit, die ein ausgewogenes, eingespieltes Leitungsteam ebenso voraussetzt wie starke, sich individuell einbringende und doch aus dem Zusammenhang heraus handelnde Sänger. Zweitens ist diese «Parsifal»-Deutung geprägt durch beharrliche Konzentration auf die gedankliche Substanz des Stückes, was die Musik engstens einbezieht. (Nicht zufällig wurde auch Dirigent Eliahu Inbal nominiert.) Diesen Zugang hat Gürbaca in der vergangenen Saison auch bei «Rigoletto» in Zürich und bei «Macbeth» in Mainz gesucht und gefunden: ein hellhöriges Theater, das vieles weglässt, auf wenige optische Zeichen setzt, aus diesen aber eine überraschende Vielfalt gewinnt. 

Gemeinschaftsarbeit auch in Chemnitz: Sowohl für den (ehemaligen, jetzt in Bonn tätigen) Intendanten Bernhard Helmich als auch für GMD Frank Beermann war die Urfassung von Giacomo Meyerbeers «L’Africaine» ein Herzensanliegen. Unter dem von Meyerbeer ursprünglich vorgesehenen Titel «Vasco de Gama» war nicht nur ein ganz neues Stück zu erleben. Die kompositorische Grammatik Meyerbeers, ihre Logik, ihr Filigran, ihre subtilen Brüche, ihr Klangfarbenzauber, das alles kommt erst zur Geltung, wenn das Stück in seinen originalen Proportionen aufgeführt wird. So sorgte Chemnitz für die Wiederentdeckung des Jahres, hatte zudem ein ausgezeichnetes Ensemble aufgeboten, das die heiklen, zwischen tradiertem Belcanto und moderner Kraftentfaltung schwankenden Partien bravourös bewältigte.

Und noch einmal Gemeinschaftsarbeit: An der Deutschen Oper Berlin wählte der neue Intendant Dietmar Schwarz als Einstieg Helmut Lachenmanns «Mädchen mit den Schwefelhölzern». Ein Kraftakt für das Haus, zumal die Hauptbühne wegen technischer Überholung gar nicht zur Verfügung stand und die Aufführung auf der Vorderbühne stattfinden musste. Was sich Regisseur David Hermann dazu einfallen ließ. fand durchaus Widerspruch. Dirigent Lothar Zagrosek jedoch wurde zum Dirigenten des Jahres gewählt. Die Voten für ihn sind sicherlich auch als Anerkennung für Chor und Orchester der Deutschen Oper zu lesen. Die Aufführungen waren übrigens hervorragend besucht, die letzten ausverkauft – viele Interessierte mussten nach Hause geschickt werden.

Ein Haus, in dem der Gemeinschaftssinn unter der gegenwärtigen Leitung viel zählt, ist die Staatsoper Stuttgart. Ihre Wiederentdeckung von Edison Denisovs «Der Schaum der Tage» wurde vielfach nominiert, teils als gesamte Produktion, teils als Wiederentdeckung, teils wegen des Regieteams Jossi Wieler/Sergio Morabito. Für einen Titel reichte es nicht. Den hat aber Diana Haller. Die aus Kroatien stammende Mezzosopranistin gehört seit der Spielzeit 2010/11 zum Stuttgarter Ensemble und wurde zur Nachwuchssängerin des Jahres gewählt. Von kleinen Rollen hat sie sich inzwischen zur Cenerentola hochgesungen – und damit ihren Durchbruch erlebt. 2012 gewann sie den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Liedkunst der Hugo Wolf Akademie. Betreut wird sie übrigens von Brigitte Fassbaender.

Zum Nachwuchs gehört im Grunde auch (noch) die 1979 in Koblenz geborene Kostümbildnerin Victoria Behr. Sie ist längst freischaffend, lebt in Berlin und hat in der vergangenen Saison mehrfach für das Musiktheater gearbeitet: Sowohl für ihre Kostüme für «Frau Luna» an der Berliner Volksbühne als auch für Peter Eötvös’ «Drei Schwestern» in Zürich wurde sie nominiert und ist damit Kostümbildnerin des Jahres.

Zum Orchester des Jahres wurde die Staatskapelle Dresden gewählt, deren künstlerische Ehe mit Christian Thielemann somit vielversprechend begann – und das nicht nur beim Wagner-Repertoire. Der Titel Chor des Jahres geht in die Schweiz: Vor allem für seine (szenische) Produktion von Brittens «War Requiem» wurde der Chor des Theaters Basel gewählt (Dirigent: Gabriel Feltz, Inszenierung: Calixto Bieito).

Das Buch des Jahres schrieb Holger Noltze. Der Journalist und Hochschullehrer hat, ausgehend vom Phänomen des Liebestodes, über Verdi und Wagner nachgedacht und die Brücke von deren Ästhetik zum heutigen Hörer und Zuschauer geschlagen (Verlag Hoffmann & Campe).

Für die CD des Jahres sorgt Cecilia Bartoli. Lange hat sie sich für die Erarbeitung von Bellinis Norma Zeit gelassen. Das Rollendebüt fand 2010 konzertant in Dortmund statt (unter Leitung von Thomas Hengelbrock). Bei den Salzburger Pfingstfestspielen 2013 wagte sich Bartoli erstmals mit der komplexen Rolle auf die Bühne. Dazwischen entstand die Gesamtaufnahme unter Giovanni Antonini (Decca).

Und worüber haben sich die befragten 50 Kritiker geärgert? Häufig genannt wird die voreilige Absage der Händel-Festspiele in Halle per Anweisung durch die Politik. Überhaupt sorgt die Kulturpolitik in den neuen Bundesländern für Missstimmung. Der Titel Ärgernis des Jahres gilt jedoch einem anderen Phänomen: Zunehmend tauchen wieder Braunhemden, Hakenkreuzbinden und Gaskammern in Inszenierungen auf. Meist geht die Ausstellung des Bösen auf der Opernbühne jedoch schief und wird zur Banalität des Blöden. Was man erlebt, sind keine klug-hermeneutischen Deutungen, sondern hilflos-peinliche Regie-Behauptungen. Wie zum Beispiel beim «Tannhäuser» in Düsseldorf (Inszenierung: Burkhard C. Kosminski). Besonders schlimm, wenn – wie jetzt in der Deutschen Oper am Rhein – das Konzept erst gebilligt und umgesetzt, die Produktion dann aber nach Publikumsprotesten schnell abgesetzt wird. Nicht nur der Regisseur hat da versagt, sondern auch die Intendanz.

Wie in jedem Jahr gilt: Diese Umfrage ist zum Lesen da. Sie soll die Vielfalt der zurückliegenden Spielzeit zeigen. Deshalb drucken wir die Voten aller 50 beteiligten Kritiker und nicht nur die Ergebnisse. Erst aus den vielen Einzelmeinungen ergibt sich, was 2012/13 wichtig war, was missglückt ist und was in die Zukunft reicht.

Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

Wollt ihr Theater, oder wollt ihr es nicht?

„Die glorreichen Drei“ – Ein Sonderheft von Theater der Zeit über die Theaterkrise 2013 in Sachsen-Anhalt

TdZ Sonderheft Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt bringt seine Theater in Not, und die ganze Bundesrepublik ist in Aufruhr. Ein griffiger Satz – leider stimmt er nur bis zur Hälfte. Denn die Kämpfe, die sich gerade dort abspielen, bleiben von der großen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Das Sonderheft „Die glorreichen Drei. Theater in Not – Dessau, Halle und Eisleben“ ist die erste überregionale Publikation, die sich mit den skandalösen Entwicklungen in Sachsen-Anhalt auseinandersetzt.

Mehrere Wochen waren der Schriftsteller Ralph Hammerthaler und der Fotograf Holger Herschel im Auftrag von Theater der Zeit in Dessau, Halle und Eisleben unterwegs, um die Lage vor Ort zu erkunden und eine Öffentlichkeit zu schaffen für das, was dort passiert: eine Landesregierung, die – unter der Maßgabe eines ausgeglichenes Haushalts – hilflos, wenn nicht gar blind mit millionenschweren Sparprogrammen die Theater in Existenznot bringt.

Wie dabei aus einem bislang unveröffentlichten Regierungspapier hervorgeht, das TdZ-Autor Ralph Hammerthaler bei seiner Recherche übergeben wurde, liegen in Sachsen-Anhalt in einem „Abwicklungsfonds“, der offiziell mit einer Million Euro beziffert ist, 40 Millionen Euro (!) bereit, um, wie Kultusminister Stephan Dorgerloh in einem Interview in diesem Sonderheft sagt, notwendige Strukturveränderungen vorzunehmen, die die Theater überlebensfähig machen sollen. Neben Kooperationen soll er soziale Härten mildern: bei Kündigungen.

„Die glorreichen Drei“ – so hat Ralph Hammerthaler die bedrohten Theater in den drei Städten genannt. Weil sie gegen diese Pläne und um ihr Überleben kämpfen wie Westernhelden um ihr Dorf. Unterstützung bekommen sie in diesem Sonderheft von prominenter Seite. Neben „Tatort“-Kommissar Peter Sodann, Komponist Helmut Oehring und der künstlerischen Direktorin der Kulturstiftung des Bundes Hortensia Völckers äußert sich in diesem Sonderheft exklusiv der ehemalige Volksbühnen-Schauspieler Herbert Fritsch, dessen sagenhafte Karriere als Regisseur u.a. auch am Neuen Theater Halle begann. „Aus der Provinz“, sagt er, „kommen die Talente. Sie ist der Nährboden des Theaters.“ Und dieses, so Oehring, ist eben der Nährboden für uns. „Gestrichen, verraten und gespart“, schreibt er, „wird direkt am Fuße unserer Sprache, unseres Fühlens und Denkens.“ Damit riskiere die Politik, langfristig seelisches und geistiges Potenzial und Gut zu vernichten.

„Wollt ihr Theater, oder wollt ihr es nicht?“ Diese Millionenfrage, wie Ralph Hammerthaler sie in diesem Sonderheft nennt, richtet sich daher an alle. Es ist eine Frage an die Gesellschaft, weniger an die Politik.

 

Sonderheft Theater der Zeit „Die glorreichen Drei“

64 Seiten im Format 210 x 280 mm , EUR 6,00

Erscheinungstermin: 1. Oktober 2013

Das Sonderheft „Die glorreichen Drei“ erscheint am 1. Oktober 2013. Es liegt der Abonnement-Auflage (Inland) von Theater der Zeit 10/2013 bei und ist ab Verlag (EUR 6,00 + Porto Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) erhältlich.

Notiert am 27.09.2013 von Paul Tischler

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Dokumentation zum Symposium der Förder- und Freundeskreise in der Kultur


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Antonia Liegel, Europa-Universität Viadrina - Freitag, 03. November 2017

Dokumentation Symposium 2017Beim 8. Symposium der Förder- und Freundeskreise in der Kultur „Total digital?! Über das Po-tential der Digitalisierung für Freundeskreise" der Stiftung Zukunft Berlin am 8. September in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund in Berlin kamen 160 Vertreter der Freundeskreise und ihrer Kulturbetriebe zusammen, um sich über das Thema der Digitalisierung im Rahmen ihrer täglichen Arbeit auszutauschen.

Hier können Sie die ausführliche Dokumentation der Veranstaltung lesen.


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Meldungen aus unseren Mitgliedsgesellschaften:

neues Mitglied: Paderborn


Paderborn
Friedrich Gerhard Hohmann - Freitag, 27. Oktober 2017

vorstand-paderbornAls neues Mitglied der MUTHEA können wir die Theaterfreunde Paderborn e.V. begrüßen. In diesem Artikel stellt sich unser neues Mitglied kurz selbst vor.


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